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Informationen für:

Koordination Familienrat / Conferencing-Verfahren

Berufsbegleitende Qualifizierung Koordination Familienrat / Conferencing-Verfahren

Der Familienrat und daraus entwickelte weitere Conferencing-Verfahren basieren auf der Überzeugung, dass jeder Mensch und jede Familie über ein Netzwerk verfügt, das in der Lage ist, Ideen für individuelle Lösungen in schwierigen Situationen zu entwickeln.

Diese Verfahren, die auf indigenen Dialogkonzepten basieren, bestärken Menschen, ihre eigenen Fähigkeiten für Problemlösungen auszubauen - sie werden als Expert*innen ihres eigenen Lebens anerkannt. Die Probleme werden mit den betroffenen Menschen und deren Netzwerken in ihren Lebenswelten bewegt, denn dort können die Lösungen in gemeinsamer Verantwortung umgesetzt werden.

Auf der Suche nach tragfähigen Lösungen binden die Mitglieder eines Conferencing-Verfahrens ihre sozialen Netzwerke ein. Dabei werden neue Möglichkeiten und auch Grenzen deutlich. Professionelle Hilfen können hier anknüpfen. Menschen können „Chef, bzw. Chefin ihres eigenen Lebens“ bleiben, so wird Partizipation ermöglicht.

Die Weiterbildung richtet sich u.a. an Fachkräfte, die mit Familien, älteren Menschen und Nachbarschaften arbeiten und zeichnet sich durch einen hohen Praxisbezug aus.

Anmeldung

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Auf einen Blick
AbschlussZertifikat „Koordination Familienrat / Conferencing-Verfahren“
VoraussetzungenAbgeschlossene Berufs- oder Hochschulausbildung sowie mindestens einjährige Berufstätigkeit 
Studienformberufsbegleitend, hohe Praxisorientierung
UmfangDrei Module (48 Präsenzstunden) zuzüglich Durchführung eines eigenen Familienrats oder eines anderen Conferencing-Verfahrens im Umfang von 36 Stunden, 4 Stunden Supervision, 4 Stunden Intervision.
Die Weiterbildung endet mit einem Kolloquium (16 Stunden).  
TerminNächster Beginn: 02. Oktober 2020
Kosten1.550,- Euro

Alle Informationen zu diesem Angebot

Antwort auf/zuklappen Inhalte

1. Modul: Grundlagen von Conferencing-Verfahren

Das erste Modul führt in die Geschichte und Theorie von Conferencing-Verfahren anhand des Familienrates der Maori aus Neuseeland ein. Zudem wird der aktuelle Stand der Umsetzung in Deutschland vorgestellt und die Wirksamkeit gegenüber klassischen Hilfeplanverfahren verdeutlicht. Es werden die Grundlagen von Conferencing-Verfahren vermittelt, indem der Ablauf, die Leitprinzipien mit seinen Werten und Haltungen gemeinsam erarbeitet und erfahrbar gemacht werden.

Themenschwerpunkte

  • Geschichte und Theorie von Conferencing-Verfahren
  • Wirksamkeit
  • Leitprinzipien
  • Ablauf und Beispiele aus der Praxis

Ziele 

  • Sie erarbeiten sich eine neue Perspektive auf Adressat*innen und ihre sozialen Netzwerke.
  • Das Leitprinzip der Partizipation wird in den Verfahren vorgestellt und führt zu einer kritischen Auseinandersetzung bisheriger Hilfeplanungen und -prozesse.


2. Modul: Koordination eines Familienrates

Das zweite Modul beginnt mit dem Besuch eines Familienratsbüros, um Erfolgskriterien  und Stolpersteine für die Umsetzung von Conferencing-Verfahren direkt aus der Praxis zu erfahren. Am zweiten Tag werden Sie Teil eines großen Rollenspiels, in dem alle Funktionen und Rollen der Teilnehmenden in einem Familienrat deutlich werden. Die Aufgaben und Anforderungen der Koordination werden so spürbar und das eigene Erleben durch die anschließende Reflexion greifbar. Eine Vertiefung aus Modul 1 findet statt. Hierzu gehören u.a. praktische Übungen zur Sorgeformulierung, der Netzwerk- und Ressourcenerkundung, die Vorbereitung der Teilnehmenden und die Beteiligung von vulnerablen Personen (z. B. Kinder, Menschen in Krisen oder mit Beeinträchtigungen).

Zusätzlich verdeutlicht das Thema „Schutzkonzepte“, dass Conferencing-Verfahren auch in Situationen von Selbst- und Fremdgefährdung (z. B. Kindeswohlgefährdung) genutzt werden können. 

Themenschwerpunkte

  • Rolle, Aufgaben und Grundhaltung aller Teilnehmenden
  • Methodik und Kreiserweiterung
  • Türöffner und Netzwerkgespräche
  • Sorgeklärung und Sorgeformulierung
  • Schutzkonzepte
  • Bildung der Intervisionsgruppen


Ziele

  • Sie lernen konkrete Instrumente eines Conferencing-Verfahrens kennen und wenden sie in einer Übung an.
  • Gemeinsam diskutieren Sie die Übertragung auf Ihr eigenes Praxisfeld und entwickeln erste Ideen für die Umsetzung.

Hinweis: Sie verabreden sich mit unserer Unterstützung zu kleinen, selbstorganisierten Intervisionsgruppen. Zwischen dem 2. und 3. Modul finden Intervisionsgruppen statt, in denen Ihre bisherigen Kenntnisse und Ihr Wissen in erste Überlegungen für ein eigenes Conferencing-Verfahren einmünden. In den Intervisionsgruppen können Sie die Ideen miteinander vertiefen und sich gegenseitig bei der Weiterentwicklung unterstützen.


3. Modul: Weitere Conferencing-Verfahren in der Praxis

Zu Beginn des dritten Moduls werden die nicht geklärten Fragen aus den Intervisionsgruppen zunächst in einem weiteren Besuch eines Familienratsbüros mit Praktiker*innen supervidiert. 
Am zweiten und dritten Tag werden die Conferencing-Verfahren „Longlife-Links“, Zukunftsrat und Nachbarschaftszirkel für folgende Arbeitsfelder vorgestellt: z.B. Schule, Eingliederungshilfe, Pflegekinderwesen, Altenhilfe, Sozialraumarbeit, Arbeit mit Care Leavern.  Gastreferent*innen stellen ihre Praxis vor, und im Anschluss wird die Reflexion und Entwicklung eigener Umsetzungsmöglichkeiten im eigenen Arbeitsfeld fortgeführt.

Nach dem 3. Modul soll ein eigenes Conferencing-Verfahren (Umfang 36 Stunden) durchgeführt werden.

Themenschwerpunkte

  • Stand und Reflexion der eigenen Praxisarbeit
  • Einsatzmöglichkeiten von Conferencing-Verfahren in weiteren Feldern
  • Gesellschaftspolitische Auseinandersetzung und Entwicklung von Ideen zur weiteren Implementierung
  • Reflexion der Umsetzung im eigenen Arbeitsfeld
  • Vorbereitung auf die Durchführung eines eigenen Conferencing-Verfahrens

Ziele

  • Sie erhalten eine Perspektive auf andere Arbeitsbereiche, tauschen sich interdisziplinär aus und erweitern ihr eigenes Netzwerk.
  • Sie gehen vorbereitet in die eigene Umsetzungsphase für Ihr erstes Conferencing-Verfahren.

 

Hinweis: Zwischen dem 3. Modul und dem Kolloquium findet erneut der Austausch in den Intervisionsgruppen statt. Zusätzlich werden zwei Skype-Termine (März und April) für offene Fragen aus den Intervisionsgruppen angeboten.


4.     Modul:  Abschlusskolloquium

Die Qualifizierung endet mit einem zweitägigen Prüfungsmodul (Abschlusskolloquium).  

Im Kolloquium haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, das von ihnen koordinierte Conferencing-Verfahren vorzustellen und in der Gruppe zu diskutieren. Die Vorstellung vieler einzelner Koordinationsprozesse von Conferencing-Verfahren soll allen Teilnehmenden einen vielschichtigen Praxiseinblick bieten und die Unterschiedlichkeit verdeutlichen. Grenzen, Stolpersteine, Anforderungen an die Koordination sowie deren Abgrenzung zu sonst gängigen oder üblichen Interventionen werden verdeutlicht und gemeinsam kritisch reflektiert.

Ziele des Kolloquiums

  • Sie setzen sich mit Ihrer Haltung auseinander und erhalten ein Feedback für Ihr erstes Conferencing-Verfahren in einem geschützten Rahmen.
  • Sie ordnen Conferencing-Verfahren im Rahmen von gesellschaftspolitischen Entwicklungen ein.

Weiterführende Informationen zum Familienrat finden Sie hier:

http://www.hamburg.de/contentblob/9383018/3f8576bb151cdc40434952115fd195c3/data/broschuere-familienrat.pdf

Antwort auf/zuklappen Teilnahmevoraussetzungen

Um an dem Weiterbildungsprogramm teilnehmen zu können, benötigen Sie eine abgeschlossene Berufs- oder Hochschulausbildung und eine mindestens einjährige Berufstätigkeit.

Antwort auf/zuklappen Zielgruppe

Mit dem Familienrat und den anderen vorgestellten Conferencing-Verfahren werden unterschiedliche Zielgruppen angesprochen:  

  • Der Familienrat richtet sich u.a. an Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, Familiengerichte.
  • Lifelong-Links ist geeignet für die Fremdunterbringung und Begleitung von Kindern und jungen Erwachsenen in der Pflegefamilienarbeit und stationären Jugendwohngruppen.
  • Der Zukunftsrat ist für Fachkräfte interessant, die mit jungen Erwachsenen, Care Leavern und Angehörigen oder zuwanderten Menschen arbeiten. Außerdem für Fachkräfte aus Seniorenzentren, bzw. -heimen, Pflegestützpunkten und Pflegediensten
  • Der Nachbarschaftszirkel ist spannend für die Arbeit in Quartieren, Stadtteilen, mit kleineren Einheiten bei Nachbarschaftskonflikten, für Wohnungsbaugenossenschaften und Baugruppen, Polizeidienststellen.

Grundsätzlich gilt: Conferencing - Verfahren können für eine Vielzahl von Krisenthemen oder radikalen Umbrüchen im Laufe eines Lebens eigesetzt werden, so zum Bespiel auch bei der Begleitung von stark belasteten Personen (z.B. Trauerprozesse). 

Antwort auf/zuklappen Zeitaufwand und Kosten

Zusätzliche Leistungen:

Intervision

Neben den Modulen gehört der Austausch in selbstorganisierten Intervisionsgruppen im Umfang von 4 Stunden zur Weiterbildung. 

Supervision

Zusätzlich werden Fragen zu eigenen Umsetzungsideen durch die Kooperation mit den Hamburger Familienratsbüro supervidiert. Inklusive der zusätzlichen Skype-Termine mit den Dozent*innen umfasst die Supervision 4 Stunden.

Gesamter Umfang

Die Weiterbildung umfasst drei thematische Module (48 Präsenzstunden) sowie ein zweitägiges Kolloquium (16 Stunden). Darüber hinaus gehören der Austausch in Intervisionsgruppen im Umfang von 4 Stunden, die Supervision in verschiedenen  Familienratbüros im Umfang von 4 Stunden sowie die Durchführung, Dokumentation und Präsentation eines Familienrats oder eines anderen Conferencing-Verfahrens als Praxisteil mit 36 Stunden zur Weiterbildung.

Der Gesamtumfang der Weiterbildung beträgt 108 Unterrichtsstunden.

Hinweis: Um die Zertifizierung zu erlangen, müssen die Teilnehmenden an 80% der drei Präsenzmodule aktiv teilgenommen haben. Die Teilnahme am zweitägigen Kolloquium ist neben den oben genannten inhaltlichen Anforderungen ebenfalls zur Erlangung des Zertifikats erforderlich.

Kosten: 1.550,- Euro

Antwort auf/zuklappen Abschluss

Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie ein Zertifikat der HAW Hamburg als „Koordination Familienrat / Conferencing-Verfahren “.

Hinweis: Um die Zertifizierung zu erlangen, müssen die Teilnehmenden an 80% der drei Präsenzmodule aktiv teilgenommen haben. Die Teilnahme am zweitägigen Kolloquium ist neben den oben genannten inhaltlichen Anforderungen ebenfalls zur Erlangung des Zertifikats erforderlich.

Die Grundlage der Zertifizierung bildet die Durchführung eines eigenen Familienrats bzw. eines anderen Conferencing-Verfahrens sowie die erfolgreiche Teilnahme am Abschlusskolloquium.

Antwort auf/zuklappen Terminplan

Modul 1:

02.10.2020         09.00 - 17.00 Uhr

03.10.2020         09.00 - 17.00 Uhr

Modul 2:  

10.12.2020         14.00 – 16.00 Uhr (Supervision in einem Familienratsbüro, Adresse folgt)

                           17.00 – 19.30 Uhr (Campus Weiterbildung, Alexanderstraße 1)   

11.12.2020         09.00 - 17.00 Uhr

12.12.2020         09.00 - 14.00 Uhr

Modul 3:

04.02.2021           14.00 - 16.00 Uhr (Supervision in einem Familienratsbüro, Adresse folgt)

                           17.00 - 19.30 Uhr (Campus Weiterbildung, Alexanderstraße 1)   

05.02.2021           09.00 - 17.00 Uhr

06.02.2021           09.00 - 14.00 Uhr

Modul 4: Kolloquium

4.06.2021           09.00 - 17.00 Uhr

5.06.2021           09.00 - 17.00 Uhr

Hinweis:

Alle Präsenzphasen sowie das Kolloquium der Weiterbildung finden im Campus Weiterbildung (Alexanderstraße 1, 20099 Hamburg) statt.

Die Adressen der Familienratsbüros für die Supervisionseinheiten werden rechtzeitig vor Beginn der Weiterbildung bekannt gegeben.  

Antwort auf/zuklappen Lehrende

Dr. Marlene-Anne Dettmann - Wissenschaftliche Leitung
M.A. Sozialökonomie, Diplom-Sozialpädagogin, wissenschaftliche Mitarbeiterin der HAW Hamburg

Martina Erpenbeck
Diplom-Sozialpädagogin, Supervisorin, Trainerin

Prof. Dr. Frank Früchtel
Diplom-Soziologe, Diplom-Sozialarbeiter

Tania Lauenburg
M.A. Bühnenbild, Supervisorin nach DGSv

Sina Adamy
Dipl.-Sozialpädagogin, systemische Beraterin 

Erzsébet Roth
Promovendin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Mediatorin

sowie Referent*innen und Praktiker*innen aus unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit.

Antwort auf/zuklappen Kontakt

Inhaltliche Fragen:

Heike Klopsch, T + 49.40.42875 - 7071, heike.klopsch(@)haw-hamburg.de

Organisatorische Fragen

T + 49.40.42875 - 7070, weiterbildung(@)haw-hamburg.de

Organisation und Veranstaltungsort
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Fakultät Wirtschaft und Soziales
ZEPRA – Zentrum für Praxisentwicklung
Alexanderstraße 1
20099 Hamburg

Antwort auf/zuklappen Informationsmaterial

Der Flyer „Familienrat" steht demnächst an dieser Stelle zur Verfügung.

Letzte Änderung: 07.01.20

An die Redaktion

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Organisatorische Fragen
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Fakultät Wirtschaft und Soziales
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Fördermöglichkeiten

Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten für Weiterbildung. Hier erfahren Sie
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Diese Weiterbildung wird unterstützt durch das Netzwerk Familienrat Hamburg.