Neues EU-Projekt: An der Schnittstelle von Heimerziehung und psychiatrisch-psychotherapeutischer Gesundheitsversorgung in Europa

19.03.2013

Im EU-Projekt RESME werden an der HAW Hamburg (Prof. Dr. Gunter Groen) und an fünf weiteren Hochschulen in Europa die Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie in den Mittelpunkt gestellt

Das wesentliche und übergeordnete Ziel des EU-Projektes „RESME” besteht darin, das Wohl und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu fördern, die in Heimen leben. Viele Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung sind auf Hilfe und Unterstützung beider Systeme, der Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, angewiesen. Trotz vorliegender Gemeinsamkeiten unterscheiden sich Anliegen, Konzepte, Methoden und Rahmenbedingungen beider Systeme in mancherlei Hinsicht. Reibungen und Irritationen in der Kooperation sind daher nicht selten. Allerdings zeigen sich in den letzten Jahren auch viele positive Entwicklungen auf unterschiedlichen Ebenen. Eine gelingende Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und Personen beider Systeme kann maßgeblich zum Erfolg von Hilfen und Maßnahmen beitragen.

 

RESME ist eine internationale Studie zur interdisziplinären Kooperation des Gesundheits- und des Jugendhilfesystem in sechs EU-Staaten. Betrachtet wird vor allem die Schnittstelle von kinder- und jugendpsychiatrischer Versorgung und der stationären Erziehungshilfe bzw. der Heimerziehung. Absicht des Projektes ist es, die besonderen Herausforderungen in der Zusammenarbeit beider Systeme zu beschreiben und in ihren Hintergründen besser zu verstehen. Erhoben wird, welches Wissen und welche Kompetenzen von Professionellen beider Systeme für die gegenseitige Kooperation als wichtig erachtet werden. Entwicklungsbedarfe aus Sicht der Praxis sollen genauer erfasst werden. Weiterhin sollen vor allem auch Beispiele erfolgreicher Praxis und gelungener Zusammenarbeit gesammelt werden.

 

Im EU-Projekt RESME werden damit folgende Ziele verfolgt:

  • Aus den gesammelten Erfahrungen, dem erhobenen Wissen und den Wünschen aus der   Praxis soll ein Weiterbildungskonzept entwickelt und erprobt werden.
  • Durch Austausch und Weiterbildung sollen interdisziplinäre Kompetenzen und die Kooperation der beteiligten Professionen und Personen gefördert werden.
  • Gelungene Praxisbeispiele bzw. Ideen, Konzepte und Strukturen, die sich in der interdisziplinären Zusammenarbeit bewährt haben, sollen in Europa verbreitet und zwischen den einzelnen Partnerländern ausgetauscht werden.
  • Durch nationale Kommissionen und ein europäisches Konsortium sollen die Schnittstellenarbeit und der Kooperation zwischen Jugendhilfe und psychiatrisch-psychotherapeutischer Gesundheitsversorgung weiter diskutiert und in ihrer Bedeutung hervor gestellt werden.
  • Letztendlich soll damit die Qualität der Betreuung und die psychische Gesundheit von Kinder und Jugendlichen in Heimen gefördert werden.

 

 

An dem Projekt sind neben der HAW Hamburg Hochschulen und Praxiseinrichtungen in Finnland (Turku), Schottland (Edinburgh), Litauen (Vilnius), Spanien (Oviedo) und Dänemark (Århus) beteiligt.

 

Prof. Dr. Gunter Groen, HAW Hamburg

Dipl.-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut

 

Astrid Jörns-Presentati

BA Psychologie, MA Soziale Arbeit

 

Kontakt:

Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Fakultät Wirtschaft und Soziales
Department Soziale Arbeit
Alexanderstr. 1
20099 Hamburg
gunter.groen(@)haw-hamburg.de