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Zentrum für Karriereplanung (ZfK)
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Portraits von Ehemaligen der HAW Hamburg

Elina Artis

„Hätte ich in meinem ersten Studium nicht etwas Kreatives studiert, hätte ich es im zweiten Studium getan.“ Elina Artis – Alumna des Departments Design

Gerade diese Verbindung von Kreativität und Betriebswirtschaft zeichnet Elina Artis aus. Im Alter von 18 Jahren siedelte sie von Kasachstan nach Deutschland um, lernte hier die Sprache und machte ihr Abitur. Sie studierte Modedesign an der HAW Hamburg und baute ihre eigene Firma, „Kleidkunst“ auf. Mit Kleidkunst organisierte sie Verkaufsausstellungen für junge Modelabels. Nur kurze Zeit später wurde die Firma um „Pumproom“ erweitert, www.Pumproom.de ist ein Portal um Designer und Hersteller, wie z.B. Lohnnäherreien zusammenzubringen. Nach mehreren erfolgreichen Veranstaltungen wuchs ihr die Firma buchstäblich „über den Kopf“, es fehlte die betriebswirtschaftliche Basis, um das Unternehmen zu strukturieren.

Frau Artis beschloss diese Lücke in einem weiterführenden betriebswirtschaftlichen Studium zu schließen und begann das Masterstudium - Multichannel Trade Management in Textile Business - an der HAW Hamburg. In diesem Studium lernte sie, wie ihr Unternehmen hätte anders laufen müssen. Noch während des Studiums wurden neue „Kleidkunst“-Konzepte ausprobiert. All diese Konzepte dienten dazu, den Wissenstransfer in der Branche zu verbessern und Erfahrungen an Modedesigner/innen weiterzugeben. So wurden zahlreiche Workshops und Seminare unter dem Namen „Modestadt und ihre Macher“ in Berlin initiiert und parallel die Plattform Pumproom weiter ausgebaut.

Nach Ansicht von Frau Artis müsste ein Austausch zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen bereits im Studium beginnen. An der HAW gab es in der Vergangenheit gemeinsame Projekt zwischen Modedesignern/innen und Bekleidungstechnikern/innen, es wäre sinnvoll diese wieder ins Leben zu rufen. In diesem Projekt mussten sich die Studenten/innen  beider Fachdisziplinen auf die jeweilige andere Seite einlassen und in der Praxis die Zusammenhänge und Abläufe der späteren beruflichen Arbeitsweise erfahren.

Neben dem Wunsch, solche praxisbezogenen Projekte zu begleiten, wünscht  sich Frau Artis ein offizielles Netzwerk für Modedesigner/innen und Modeschaffende in Hamburg. Eine zentrale Anlaufstelle würde das Netzwerken fördern, die Informationen filtern, bündeln und den Suchenden zur Verfügung stellen. Junge Modedesigner/innen könnten von den Erfahrungen der gestandenen Designer/innen profitieren. Das würde selbständige Unternehmer/innen stärken, Existenzgründer/innen aufklären und Designer/innen auf deren Berufseinstieg vorbereiten.

Um ihre Erfahrungen an andere Modedesigner/innen der HAW Hamburg weiterzugeben und den Schritt in eine evtl. Selbstständigkeit zu erleichtern, führte sie verschiedene  Workshops in Zusammenarbeit mit dem CareerService der HAW Hamburg durch.  Seit kurzem ist Frau Artis überdies als Existenzgründungsberaterin bei der KfW-Beraterbörse gelistet.

Es sind noch weitere Workshops und andere  Formate gemeinsam mit dem CareerService der HAW Hamburg geplant. Also lassen Sie sich überraschen.

Das aktuelle Programm des CareerService finden Sie hier.

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Bild: Marina Rochna
Marina Rochna

Marina Rochna – Alumna des Dep. Soziale Arbeit: Eine Arbeit macht mich glücklich, wenn ich gestalten und damit die Welt etwas besser machen kann.

Diese Möglichkeiten hat Marina Rochna beim Malteser Hilfsdienst e.V., beim dem sie als Abteilungsleiterin Kinder, Jugend und Schule, regionale Präventionsbeauftragte sowie als Verantwortliche für „Balu und Du“ arbeitet.

Frau Rochna studierte in Münster Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Jugend- und Erwachsenenbildung. Nach dem Studium begann sie ihre Tätigkeit beim Malteser Hilfsdienst e.V. in Hamburg. Sie wollte sich jedoch noch weiterbilden und schwankte zwischen einer Berater-Qualifikation und einer Erweiterung ihrer  Führungskompetenzen und der  Anwendung des Wissens in der Praxis.

Sie entschied sich für letzteres und nahm 2008 ihr MBA-Studium im Sozial- und Gesundheitsmanagement an der HAW Hamburg auf, welches sie 2010 erfolgreich abschloss. Dieses Studium ermöglichte es ihr, einen stärkeren Blick auf Organisationsstrukturen zu gewinnen und verschiedene Perspektiven in das Handeln einzubeziehen. Dieser Studiengang war sehr anwendungsorientiert und die gewonnenen Erkenntnisse sind für ihre tägliche Arbeit äußerst hilfreich.

Als Abteilungsleiterin beim Malteser Hilfsdienst e.V. zeichnet sie u.a. für das Projekt „Balu und Du“ verantwortlich, in dem sich erwachsene „Balus“ zwischen 18 und 30 Jahren um Grundschulkinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren („Moglis“) kümmern, indem sie diesen als Freund, Berater und Unterstützer zur Seite stehen. Nach dem äußerst erfolgreichen Start in Hamburg soll dieses Projekt nun auch in Mecklenburg implementiert werden. Begeistert erzählt Frau Rochna uns, dass die „Balus“ und „Moglis“ oftmals auch nach der aktiven Laufzeit von einem Jahr weiterhin als „Senior-Balu“ und „Senior-Mogli“ in Kontakt bleiben.

„Balu und du“ wird sie in das neue CareerService-Angebot „Engagier dich!“ mitnehmen genauso wie eines der ersten Praxisprojekte im Angebotsportfolio. Unter der Überschrift „Engagier dich!“ werden neben Beratungsangeboten zum persönlichen Engagement Einsatzmöglichkeiten von unterschiedlicher Art und Dauer aufgezeigt, bei denen Einrichtungen/Projekte aktiv und effektiv unterstützt werden können - punktuell, individuell, im Projekt/Team, als Mentor/in. Als Projekt wird Rochna hier „Die Konzeption einer Elternküche“ anbieten, bei dessen Ausgestaltung die Studierenden, aber auch Alumni sehr viel Gestaltungsfreiheit haben. Im Rahmen der Info-Veranstaltung „Engagier dich!? Hier geht’s zum Engagement!“ wird sie „Balu und du“ vorstellen und mit gewohnt viel Begeisterung von den vielen tollen Begegnungen und schönen Erfahrungen mit „ihren“ Balus berichten in den ehrenamtlichen Projekten, so wie bspw. der Ausflug auf die Eislaufbahn mit den „Balus“ und „Moglis“ in Hamburg.

 Ausgleich für ihre anspruchsvolle Tätigkeit sind u.a. Triathlon und Langlauf.

Was möchte Frau Rochna allen Alumni mit auf ihren Weg geben? „Jeder sollte sich ein Tätigkeitsfeld suchen, in dem er gern arbeitet und seine Interessen und Begabungen einbringen kann. Und bei dieser Suche darf man nicht aufgeben.“ Im Gespräch mit Frau Rochna ist zu spüren, dass sie das gefunden hat, was ihr Freude bereitet und wo sie gestalten kann. Man spürt ihre Begeisterung für die nächste große Herausforderung, nämlich die Übernahme des Hauses der Jugend in Volksdorf durch den Malteser Hilfsdienst e.V. und ihre maßgebliche Rolle bei der Konzeption und der Umsetzung. 

 

Wenn Sie beim Lesen Lust bekommen haben, sich selbst zu engagieren, finden Sie |hier| Anregungen.

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Portrait -  Prof. Dr. Michael Stawicki
Prof. Dr. Michael Stawicki (Foto: A. Borchert)

Portrait eines Fast-Alumnus – Prof. Dr. Michael Stawicki, Präsident der HAW Hamburg zum Ende seiner Amtszeit

Zwei Hypothesen standen am Anfang  des Interviews. Erstens um Präsident einer Hochschule zu werden, muss man seine Karriere von Anfang an gezielt planen. Zweitens – wenn man  10 Jahre die  Geschicke einer Hochschule geführt hat, ist man irgendwann froh, dass es bald hinter einem liegt. Beide wurden widerlegt.  Lesen Sie selbst.

Wie man Präsident wird …

Geboren und aufgewachsen ist Michael Stawicki in Marl im Ruhrgebiet. Ein Studium sollte folgen. Im letzten Schuljahr schwankte er zwischen Mathematik und Germanistik hin und her. Bei Germanistik war dann die „Angst“ zu groß, nie wieder ein Buch genießen zu können, weil man im Anschluss an das Studium vielleicht jeden Text analysieren muss. So fiel die Entscheidung dann nach dem Abitur auf ein Mathematikstudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo Michael Stawicki 1976 auch in einem Gebiet der Reinen Mathematik promovierte. Das hat ihm nach eigener Aussage viel Spaß gemacht, wenn er auch während des Studiums nie eine klare berufliche Vorstellung hatte.

Man stellt sich vor, dass es einer gezielten Karriereplanung bedarf, um Präsident einer Hochschule zu werden. Aus Stawickis Sicht hat sich das eher so ergeben.

Es fällt auf, dass er sich immer wieder zusätzlich engagiert. Das zieht sich so durch sein Leben  durch …, er hat Lust zu gestalten: Jugendgruppen, Schülerzeitung, Tutorentätigkeit, Fakultätsrat in Bochum. Es musste nie sein, kam aber immer wieder so.

Die Promotion in Münster wurde ihm angeboten. Eine Uni-Professur war nicht geplant, da Michael Stawicki aus seiner Sicht  das Leidensvermögen für langjähriges Nachdenken in der mathematischen Forschung fehlte. Fachhochschulen waren nicht in seinem Fokus und ihm damals noch unbekannt.

Es folgten 9 Jahre als wissenschaftlicher Assistent an der Fakultät für Mathematik der Ruhr-Universität Bochum. Das Ende seines Vertrages führte ihn für 6 Jahre in die Wirtschaft zur mpb Software & Systems GmbH nach Dortmund, wo er als Produktmanager tätig war, drei Jahre davon mit Aufsichtsrat-Tätigkeit. Damit war die Formalvoraussetzung für eine FH-Professur erfüllt.

Umstrukturierungen im Unternehmen und Vorbilder im Kollegenkreis weckten dann das grundsätzliche Interesse für eine FH-Professur. Als er zufällig eine Anzeige  für eine Stelle im Mittelbau an der FH Flensburg sah, hat er sich dort beworben, wurde dann aber zu einer Probevorlesung für eine Professur eingeladen. Es ergab sich, dass die Ausrichtungen der Profile von Stelle und Bewerber in diesem speziellen  Fall nicht genau passten. Jedoch riet man ihm nachdrücklich, sich unbedingt weiter auf Professuren zu bewerben, was er, ermutigt durch diese Empfehlung,  erfolgreich tat – er nahm 1991 eine Professur für Mathematik an der FH Wiesbaden an.

Es blieb nicht allein bei einer Professur. Zusätzlich war Michael Stawicki eine Weile Prodekan seiner Fakultät, hatte den Vorsitz im Konvent inne, und wurde dann auch Vizepräsident der Hochschule. In Wiesbaden im Präsidium gab es bereits viel Gestaltungsspielraum. Dennoch war es auch zum Ende seiner Zeit als Vizepräsident nicht sein primäres Ziel, irgendwo Präsident zu werden.  Auch eine Rückkehr in die Mathematikprofessur wäre schön gewesen. Dennoch, er war neugierig, verfolgte die Ausschreibungen und stieß auf jene für den Präsidenten der HAW Hamburg.

Natürlich ist er immer wieder mal gefragt worden, wie man denn Präsident einer Hochschule wird. Die schlichte Antwort: Indem man Zeitung liest und sich einfach bewirbt.

So kam er in den Norden…

Hier liegt es nahe, mit einer Spontanfrage einzusteigen. „Denke ich an Hamburg, denke ich an…“  Herr Prof.  Stawicki sagt sofort „Elbe“. Am Wochenende geht es oft mit der Hafenfähre nach Finkenwerder, nur um auf der Elbe zu sein, einfach so, ohne auf der anderen Seite ein Ziel zu haben.

Er mag den Norden Europas überhaupt gern, der für ihn zwischen Lüneburger Heide und Nordkap liegt. An seinem letzten Wohnort in Hessen dachten die Leute, in Hamburg sei das Wetter schlecht.  „Wie  kannst du da nur hingehen?“ Die seien noch nie in Hamburg gewesen, meint er, denn er habe – oft in einer Fernbeziehung mit seiner Ehefrau lebend – lange Jahre immer zwei Wohnsitze gehabt und konnte vergleichen. Aus seiner Sicht ist das Wetter überall gleich gut.

Der Präsent Stawicki…

Hier bot sich eine weitere Spontanfrage an: „Denke ich an die HAW Hamburg, denke ich sofort an …“. „…unendlich  viel Spaß und ganz viele interessante Leute!!!“ Was für ein Satz… nach 10 Jahren an der HAW Hamburg.

Mit einer festen Agenda ist er nicht gekommen. Das wäre auch gar nicht dran gewesen. Erste große Aufgaben standen bereits fest: Fakultätsbildung, Umstellung auf Bologna.

Stawicki erinnert sich: „Es tauchten immer wieder Leute auf, die zu gewissen Dingen Lust hatten etwas zu tun. Man kann ja die klügsten Ideen haben, sie nutzen nichts, wenn sie keiner umsetzt. Ein Präsident bzw. ein Präsidium kann ja nur ganz wenig selbst tun. Man kann ein paar Ideen entwickeln, braucht dann aber Leute, die es anpacken. Und dass sich Vieles umsetzen ließ, lag daran, dass es Leute gab, die sich haben begeistern lassen und dann mitgemacht haben.“

Ob er sich das Präsidentendasein so vorgestellt hat? Er hatte sich vorher kein Bild gemacht, hatte  eher eine Idee, wie sich das anfühlt. Aber was dann alles gemacht wurde, war nicht von vorn herein geplant.

 Und er betont: „Wenn man mit Leuten von anderen Hochschulen spricht, merkt man, dass man es hier gut hat! Ganz wenige disziplinarische Auseinandersetzungen; fast keine ideologisch begründeten Kämpfe in den Gremien; sehr viele Personen, denen das Wohl der HAW sehr am Herzen liegt; und auch viel Stolz auf diese Hochschule.“

Und sein Leben nach der HAW Hamburg…

Ganz sicher wird er in Hamburg bleiben. Das war von vorn herein klar – auch für seine Ehefrau, die seit nunmehr einem Jahr auch ihren ersten Wohnsitz in Hamburg hat. Das Ehepaar Stawicki genießt den Luxus der „Wahlfreiheit“ – sie können ungebunden entscheiden, wo sie leben wollen, da es keine familiären Bindungen zu beachten gibt.

Stawicki wörtlich: „Das ist total klasse. Wenn man irgendwo gern ist und sich wohl fühlt, ist das Heimat  genug.“

Noch verdrängt er, dass er die HAW Hamburg Ende Februar 2014 verlassen wird. Und wenn er geht, dann schließlich auch mit einer großen Portion Wehmut. Diese zehn Amtsjahre waren und sind sehr  intensiv. Dadurch ist die HAW Hamburg für ihn temporärer Lebensmittelpunkt geworden.

Michael Stawicki lässt seinen Ruhestand auf sich zukommen, auch wenn Freunde ihm raten, man müsse das vorbereiten.  Dazu blieb aber bisher wenig Zeit. Seine Prognose:  er wird erst mal vier Wochen lang jeden Tag ausschlafen und ganz viel lesen – Zeitungen und Bücher. Und dann wird er wahrscheinlich feststellen, dass das auf Dauer langweilig ist – und dann eventuell in ein Loch fallen, um im Anschluss langsam wieder nach oben zu klettern.

Er freut sich, bald wieder mehr Zeit für Kultur zu haben. Konzerte und Theater stehen bei ihm hoch im Kurs. Er ist ein Jazz-Fan, aber leider seit 10 Jahren so gut wie nicht mehr in Konzerten gewesen. Das wird sich nun wieder ändern. Vorfreude empfindet er in Bezug auf die Wiedereröffnung des Schauspielhauses, eine von zwei großen Bühnen in Hamburg. „Dann kommt der Planungsmarathon, um Termine für die Aufführungen zu finden, die man gern sehen möchte.“

Auch zum Reisen möchte er die wieder mehr vorhandene Zeit nutzen: gemeinsam mit seiner Frau größere Fahrradtouren unternehmen, am liebsten durch Italien oder Frankreich, weil es wärmer und wetterbeständiger ist als beispielsweise Irland oder Schweden, die er in der Vergangenheit auch schon bereist hat. Und weil das Essen in diesen beiden Ländern einfach gut ist. Vielleicht geht es auch mal in den Schnee…

Und dann kommt die Alumni-Frage, ob  er denn mit der Hochschule weiterhin in Verbindung bleiben möchte? Schlagfertig folgt die Antwort. Wenn er den Aufnahmeantrag bekäme, würde er wohl unterschreiben. Auf jeden Fall bleibt die Verbindung über die CC4E Windenergie UG bestehen, die die geplanten Windenergieanlagen in Bergedorf betreiben wird. Und weit ist es auch nicht für ihn. Er meint, wenn es was Interessantes gäbe, könne er ja rüber kommen. Die räumliche Nähe der Wohnung zur HAW Hamburg wird sowieso weiterhin den Blick auf die Hochschule ermöglichen.

Sein Wunsch für  die Zukunft der HAW Hamburg…

„Ich wünsche mir, dass die Hochschule sich weiter um die Themen kümmert – und mit Engagement kümmert, die sie gut kann, und das sind eine ganze Menge. Und dass sie weiterhin vermeidet, sich mit sich selbst und mit Ihrem Bauchnabel zu beschäftigen. (…) Es gibt genügend Leute, die Themen gefunden haben, die interessant sind, wo andere mitmachen. Und das, was jetzt schon gut anläuft, noch weiterführen (…) , nämlich zu gucken, wie können wir die Vielfalt, die wir in unseren Mauern haben, so zusammenbringen, dass was Produktives raus kommt, was ohne die Vielfalt nicht möglich wäre. Also Interdisziplinarität und Transdisziplinarität weiter ausnutzen. Da sind schon ganz viele schöne Sachen entstanden. Und man kann noch viel mehr machen.“

Alumni können dabei die Praxis einbringen. Sie vertreten das wirkliche Leben und können es als Impulse in die Hochschule einbringen. Alumni können andere als Alumni hinzu gewinnen. Auch ein Alumni-Ball wäre perspektivisch schön. Oder auch ein Homecoming-Wochenende – zusammen mit  den Alumni-Vereinigungen der Departments.

Alumni HAW Hamburg wünscht Herrn Prof. Dr. Stawicki alles Gute für den Rest seiner Amtszeit und vor allem für die Zeit, die dann kommt; dass nur ganz wenig Wehmut bleibt und die Vorfreude auf die neu gewonnene Zeit überwiegt. Herzlichen Dank für das Interview! (ab)


Aktuelles für Alumni/ae finden Sie |hier|.

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Portrait -  Silke Kracht

Über die Selbständigkeit in die Forschungsunterstützung – Silke Kracht, Diplomingenieurin Umwelttechnik

Silke Kracht freut sich, dass die Anzahl der durch die HAW Hamburg eingeworbenen Drittmittelprojekte immer größer wird und die Stabsstelle Forschung und Transfer dabei eine maßgebliche Rolle hat.

Seit 2009 arbeitet sie in der Stabsstelle, bearbeitet dort die Antrags- und Förderberatung, übt die stellvertretende Leitung aus und  ist Expertin in diesem Bereich.

Ihren Weg zu dieser spannenden Tätigkeit erzählt sie uns in diesem Interview.

Angefangen hat sie mit einer Ausbildung zur Hauswirtschafterin und arbeitete als Hauswirtschaftsleiterin. Sie suchte  nach einer neuen Herausforderung und entschied sich, zu studieren, allerdings sollte es etwas sein, was sie wirklich interessierte. Da sie in einem landwirtschaftlichen Betrieb auswuchs, lag ihr schon immer viel an den Zusammenhängen und dem Zusammenspiel im Umweltbereich, und so entschied sie sich für ein Studium der Umwelttechnik an der HAW Hamburg, welches sie 1998 erfolgreich abschloss. Sie erinnert sich heute noch gern an die relativ festen Lerngruppen, die eine wichtige Hilfe auf dem Weg zum Diplom waren.

Nach dem Studium gründete sie gemeinsam mit Kommilitonen ein Ingenieurbüro und bekam hier 2006 die Chance, an der HAW Hamburg ein eigenes Drittmittelprojekt durchzuführen. Von diesem Projekt ausgehend ist sie seit 2009 in der Stabsstelle Forschung und Transfer der HAW Hamburg tätig und gibt bescheiden zu, dass sie am Aufbau der Stabsstelle gemeinsam mit Ralf Behrens und Andreas Fritzsche beteiligt war.

Heute berät Silke Kracht u.a. Professoren/innen, die eine Idee haben und bringt diese mit den Mittelgebern und die Mittelgeber untereinander zusammen. Ihr Wunsch ist es, alle Projekte an einer Stelle zentral zusammenzuführen, damit alle Seiten voneinander profitieren.

Durch ihre praxisnahe Ausbildung bietet die HAW Hamburg die Möglichkeit, Projekte mit einem hohen Praxisbezug durchzuführen, davon viele im technischen Bereich. Daher ist sie dankbar für ihre Ingenieursausbildung, die ihr viele Zugänge zu den Inhalten der Projekte schafft.

Welchen Ratschlag möchte sie an andere weitergeben?
„Jeder muss Eigeninitiative beweisen, muss schauen, wo gibt es Projekte, die man an Land ziehen kann, wo gibt es Arbeit und Themen, die man bearbeiten kann?“

Gerade im Bereich der Umwelttechnik gibt es viele Themen, die zu bearbeiten sind, man muss jedoch Netzwerke bilden, sich mit Projektträgern auseinandersetzen und vor allem flexibel reagieren. All das waren die Grundlagen für ihren jetzigen beruflichen Weg.            pp


Mehr zur Forschung an der HAW Hamburg finden Sie |hier|.

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Foto - Michael Krooss

Jeder braucht im Leben ein realistisches Ziel und einen Job, der Spaß macht - Michael Krooss, Absolvent der Sozialen Arbeit

Fragt man Michael Krooss, Absolvent der Sozialen Arbeit an der HAW Hamburg mit dem Studienschwerpunkt Erwachsenenbildung, ob er sich seinen beruflichen Werdegang so vorgestellt hat, verneint er dies vehement.

Schon im Alter von 18 Jahren hatte er die Idee, Dozent zu werden, bis dahin war es aber noch ein langer Weg.

So begann er eine ganz klassische Ausbildung zum Bürokaufmann und war danach jahrelang als Personaler tätig. Nachdem er merkte, dass ihn dieser Beruf nicht ausfüllte, entschloss er sich, seine Fachhochschulreife zu machen und zu studieren.

Er entschied sich für das Studium der Sozialen Arbeit an der HAW Hamburg. Während seines Studiums absolvierte er ein einjähriges Praktikum bei einem Bildungsträger, welches seinen beruflichen Werdegang in der Sozialen Arbeit maßgeblich positiv beeinflusst hat. Bereits während dieses Praktikums wurde er als Trainer und Coach  tätig und führte Trainingsmaßnahmen zur Berufsorientierung sowie Bildungs- und soziale Beratung für Jugendliche und Erwachsene durch. Diese Tätigkeit setzte er auch nach seinem Studium fort.

Seit 2009 engagiert er sich als Lehrbeauftragter an der HAW Hamburg. Ihn fasziniert die Arbeit mit den Erstsemestern, die absolut neugierig sind, genauso wie die mit den höheren Semestern, die die ihr gewonnenes Wissen kritisch anwenden.

Den vorerst letzten großen Schritt tat Herr Krooss in die Selbstständigkeit, als er 2011 Trainer und Dozent wurde. Die Selbstständigkeit verbindet er mit der Freiheit, seinen Ideen zu folgen und unabhängig von Vorgesetzten Projekte anzustoßen. So viele Vorteile das Angestelltenverhältnis auch bietet, schränkte ihn dieses doch an der einen oder anderen Stelle ein, sagt Krooss. So führte er größtenteils dieselben Seminare immer und immer wieder durch, was ihn auf Dauer nicht befriedigte.

In seiner Tätigkeit als Trainer und Dozent möchte Michael Krooss Menschen fördern und unterstützen, so auch in den Workshops im CareerService der HAW Hamburg, indem er Studierende und Absolventen/innen darin unterstützt, berufsbiografische Strategien zu finden und umzusetzen.

Er bestärkt Studierende und Absolventen/innen, ihren Zielen treu zu bleiben und sich nicht so schnell entmutigen zu lassen.

Und er rät allen, ständig an ihren Netzwerken zu  arbeiten, dauerhafte Netzwerke zu suchen. Dazu gehört natürlich auch, sich zu trauen, Kontakte zu knüpfen. Diese sind für die Erreichung von Zielen unumgänglich. Also „erzählen Sie Jedem, was Sie machen!“.

Es gibt viele Wege zum Traumjob, Ihren finden Sie |hier|.

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Julia Voigt an ihrem Arbeitsplatz beim DESY
Foto: A. Borchert

Portrait einer Alumna – Julia Voigt, Diplomingenieurin für Elektrotechnik

Am Rande von Hamburg Othmarschen – vor mir öffnet sich das weitläufige Gelände des DESY – Deutsches Elektronen-Synchrotron. „DESY ist eines der weltweit führenden Beschleunigerzentren und gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft. Bei DESY werden große Teilchenbeschleuniger entwickelt, gebaut und betrieben, um damit die Struktur der Materie zu erforschen. Das breit gefächerte, international ausgerichtete Forschungsspektrum von DESY beruht auf drei Schwerpunkten: Entwicklung, Bau und Betrieb von Beschleunigern, Forschung mit Photonen sowie Teilchen- und Astroteilchenphysik.“ (http://www.desy.de/ueber_desy/index_ger.html)

Der Pförtner gibt mir eine präzise Wegbeschreibung zu Haus 1. Hier treffe ich Julia Voigt,  Diplomingenieurin für Elektrotechnik, Leiterin des Elektronik-Prüffelds beim DESY und: Absolventin der HAW Hamburg. Sie führt mich in einen Raum, dessen Ambiente ihren Arbeitsalltag charakterisiert: eine Vielzahl verschiedenster Messgeräte und Kabel auf der einen Seite, auf der anderen Seite aufgereiht etwa ein Dutzend gleicher Geräte, eigentlich Bausätze, noch nicht fertig montiert. Auf meine Frage hin, was denn nun genau ihre Tätigkeit sei, skizziert sie mir kurz und anschaulich die Aufgabe ihrer Abteilung innerhalb des DESY: interne Kunden aus anderen Abteilungen benötigen spezifische Geräte, in diesem Fall Steuerungsgeräte für Motoren. In der Arbeitsvorbereitung erfolgen die Abstimmung mit der beauftragenden Abteilung und die Materialbeschaffung. Anschließend werden die Geräte in der Werkstatt montiert. Dabei werden auf Platinen winzigste Bauteile montiert, kaum zu sehen und für den Laien rätselhaft. Vor der Auslieferung wird jedes einzelne Gerät auf Herz und Nieren geprüft – mit einem Messgerät, das ebenfalls eigens zu diesem Gerät passend gefertigt wird, in einem Prüffeld. Letzteres verantwortet Julia Voigt. „Eigentlich ist das alles ganz einfach …“ Sie erklärt mir ein Messgerät. Ich bekomme eine vage Ahnung. „Wer jeden Tag etwas Neues tun möchte, ist hier genau richtig.“ Sie sagt das mit Begeisterung.

Ich frage sie nach ihrem Werdegang, Schule, Studium, Beruf. Anschließend weiß ich, dass sich Begriffe wie Zielstrebigkeit und Umweg oder Vielfalt und Gradlinigkeit nicht ausschließen. Mit einer 5 in Mathe und einer 4 in Physik verlässt Julia Voigt das Gymnasium und wechselt auf  die Gesamtschule, um dort ihr Abitur zu machen. Beinahe hätte sie sich an dieser Stelle ganz anders entschieden – für eine Ausbildung  zur Tischlerin, aber eben nur beinahe. Nach dem Abi folgen mehrere Stationen an verschiedenen Hamburger Hochschulen. Es gab den Wunsch, Mathe und Physik auf Lehramt zu studieren, wäre da nicht der NC gewesen. Die  Fächer sollten es aber sein, also studierte sie  zunächst „Theoretische“ Elektrotechnik an der TU Harburg, bis sie schließlich an der HAW den für sie richtigen Studiengang Elektrotechnik fand. Der Fachrichtung bleibt sie dabei stets treu. Sie studiert, was  verpflichtend ist, und darüber hinaus, was sie fasziniert – immer wieder auch geprägt durch die Persönlichkeiten der Lehrenden. Die Gradlinigen, die Anspruchsvollen, die Didaktiker, die mag sie, aber auch die „Bösen“. Fächer, zu denen sie keinen Zugang findet, lässt sie sein. Unterwegs engagiert sie sich …, jede Menge Studentenjobs, Tutorien, Prüfungsrechts-beratungen für Studierende. In 2007 schließt sie mit dem Diplom ab.

Und danach …  ein paar Jahre  bei NXP Semiconductors und dann der Wechsel zum DESY.  Man merkt ihr an, dass sie hier gern arbeitet. Frauen trifft man in ihrer Abteilung sonst nicht. Dass sie da ist, ist gut. Fasziniert und beeindruckt ist sie von der Erfahrung und der praktischen Herangehensweise ihrer Kollegen im Werkstattbereich. „Ich kann Fehler herleiten. Sie wissen aus Erfahrung schon vorher, was kaputt ist.“ Ob denn das Studium für ihre jetzige Tätigkeit überhaupt nötig gewesen wäre? Sie wägt ab. Für die Tätigkeit eigentlich nicht.  Aber für den Gesamtüberblick und das Wissen um Zusammenhänge und Methoden schon, da ist ein Studium viel wert.

Julia Voigt an der Bass-Gitarre
Foto: J. Voigt

Meine Neugierde treibt mich. Ich will wissen, was aus der Tischlerin geworden ist. Ja, die lebt auch noch. Das Tischlern hat Julia Voigt sich autodidaktisch beigebracht, es ist jetzt eines ihrer Hobbies. Sie hat zu Hause eine klappbare Werkbank, und wo andere ihren Abstellraum haben, ist ihr Werkzeuglager. Und das in einer Altbauwohnung in Moorfleet direkt am Deich, gemeinsam mit ihrem Partner und dessen Sohn, der ihre gemeinsamen Wochenenden bereichert. Ich staune über solche Vielfalt. Irgendwie kommen wir dann noch auf Musik. Ja, Gitarre spielt sie, vor allem E-Bass, nicht nur so für sich, sondern auch in zwei Bands. Ach ja, und Musikschüler hat sie. Die unterrichtet sie im heimischen Wohnzimmer. Ihr Partner macht mit, auch auf der Gitarre. Apropos Schüler: Nachhilfe in Mathe und Physik gibt sie auch. Das geht wohl nicht anders, wenn man selbst – nach einer 5 in Mathe und einer 4 in Physik – irgendwann beim DESY landet. Wer könnte besser motivieren? Auf meine Frage hin, was sie der HAW Hamburg mit auf den Weg geben möchte, zögert sie kurz. Aber dann ist klar: Sie möchte Studierenden eine Erfahrung weitergeben, die sie selbst gemacht hat, bzw. eine Perspektive eröffnen, dass sich nämlich Ingenieurswesen und Handwerk – so wie hier am DESY – in wundervoller Weise ergänzen.

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655 Treffer – einer davon ist der Technische Informatiker Hans-Uwe Petersen Abschlussjahrgang 2000

Wer in Norddeutschland lebt und Petersen mit Nachnamen heißt, der ist im Telefonbuch nicht leicht zu finden. Allein in Hamburg gibt es 655 Treffer. Der Absolvent der Technischen Informatik aber ist der HAW Hamburg treu geblieben und arbeitet bereits seit 9 Jahren im IT-Service Center am Campus Berliner Tor. Die gewöhnlich ungewöhnliche Geschichte des Hamburgers Hans-Uwe Petersen stellen wir in diesem Alumni-Portrait vor.

Der gelernte Funkelektroniker hatte 1990 bereits Familie als er sich an der an der HAW Hamburg eingeschrieben hat. Damals betreute er die Seeschiffe im Hafen – ein sehr fordernder Beruf, in dem viele Kollegen/innen einen Herzinfarkt erlitten. Petersen entschied sich für das Nachholen des Abiturs an der Fachoberschule und das Studium der Technischen Informatik. Seine Affinität zur Technik war vorhanden, auch wenn die Dotcom-Blase zu Studienbeginn noch keiner jemals hätte erahnen können. Persönlich beschäftigte Petersen viel mehr seine schwierige finanzielle Situation. Hätte er die vorher genauer abschätzen können, so sagt er heute rückblickend, hätte er ein Studium wahrscheinlich nicht gewagt. So verzögerte sich sein Diplomstudium auf insgesamt 9 Jahre, die er unter anderem als HiWi bei Carus berufstätig war, um für seine Familie zu sorgen. Dem heutigen dualen Studium war das eigentlich ziemlich nahe. Die heute 15- und 21-jährigen Söhne haben ihren Vater noch paukend an einem improvisierten Arbeitsplatz in der Küche kennen gelernt. „Das war natürlich nicht die perfekteste Lösung damals“, so Petersen.

Wenn man Hans-Uwe Petersen nach einem Tipp für die heutigen Studierenden fragt, so erzählt er von „seiner“ Arbeitsgruppe mit dem Spitznamen „SAU-chip“. Die Initialien der drei Mitglieder ergab genau diese Kombination, aber auch fachlich ergänzte sich das Team gut. In der Arbeitsgruppe konnten die Studierenden die Sichtweisen anderer kennen und nutzen lernen – ein Plus für die Teamfähigkeit der angehenden Technischen Informatiker. Mit Nachdruck in seinem Blick betont er die Notwendigkeit eines stimmigen Teams in der IT; „gerade die müssen Teamplayer sein“. Bis zur Abgabe der Diplomarbeit ging es für Petersen noch in der Zweier-Konstellation weiter. Sein Studienkollege und er arbeiteten bei Carus an der Einführung der elektronischen Zeiterfassung für die Mitarbeiter/innen. Mit zurückhaltender Freude klärt er das kleine Missverständnis auf, das die beiden zu Beginn ihrer Abschlussphase begleitete. Sie dachten sie würden das Gerät für die erwähnte Zeiterfassung bauen. Letztendlich wurde das Gerät eingekauft und installiert. Die Arbeit, die die Fast-Absolventen sich teilten hieß: Auswahl des Gerätes, Applikation schreiben, Datenbank aufbauen und Implementierung überwachen. Auch das war spannend und wurde erfolgreich gemeistert.

Als 43-jähriger hatte er sich damals auf die im Hamburger Abendblatt ausgeschriebene Stelle beworben und sich gegenüber einer großen Anzahl an Mitbewerbern durchgesetzt: „Es war schon ein komisches Gefühl sich an der eigenen Hochschule zu bewerben“. Heute beschäftigt sich Hans-Uwe Petersen im Team Infrastruktur mit dem Wissenschaftsnetz der HAW Hamburg. An einer Flipchart konnte ich erste Skizzen der Anbindung des Netzwerkes vom Campus in Bergedorf zum Hauptcampus sehen. Erkannt hätte ich aber ohne fachkundige Erklärung nur Quadrate und Linien. Auch wenn Studierende nicht mit ihrem VPN-Client zurechtkommen klingelt das Telefon bei ihm im Büro. Spannend wird es für ihn wahrscheinlich in 2012, wenn er sich genauer mit der Thematik IPv6 befassen wird. Die Adressen der derzeitig noch überwiegend eingesetzten Version 4 des Internet Protocols (Ipv4) drohen zu erschöpfen, sodass eine Weiterentwicklung der Adressverwaltung (vereinfacht gesprochen) notwendig wurde. Was zwar bereits in den Hörsälen bei uns gelehrt wird, muss auch in der HAW Hamburg Stück für Stück Einzug finden. Weiter von seiner täglichen Arbeit berichtend, bewertet Petersen vor allem die sehr selbstständige Arbeitsweise als sehr positiv. Einen Arbeitgeberwechsel kann er sich daher eigentlich nicht mehr vorstellen. „Dafür gefällt mir mein Job zu gut“. (jk)


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Daniele Diekmann und Jan-Ole Diekmann
Daniele Diekmann und Jan-Ole Diekmann (© SKEED Gesellschaft für soziale Innovationen mbH, 2011)

Kann man mit einem Avatar die Soziale Arbeit nachhaltig verändern? Den ersten Schritt haben die Gründer Daniele und Jan-Ole Diekmann mit SKEED® bereits getan

Spätestens seit „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ 2009 auf der Kinoleinwand zu sehen war sind blau-grüne künstliche Personen in aller Munde. Schon sechs Jahre zuvor nahm die Idee solch grafische Stellvertreter von echten Personen in der virtuellen Welt im Arbeitsfeld der Sozialpädagogik einzusetzen erste Formen an. Daniele und Jan-Ole Diekmann, die Gründer jener Idee stellen wir diesmal in unserem Alumni-Portrait vor.

Screenshot der Software SKEED®
Screenshot der Software SKEED® (© SKEED Gesellschaft für soziale Innovationen mbH, 2011)

Die beiden haben Soziale Arbeit studiert  und 2008 (Daniele Diekmann) bzw. 2009 (Jan-Ole Diekmann) an der HAW Hamburg abgeschlossen, waren aber zusammen gerechnet bereits über 25 Jahre als Familientherapeutin bzw. Erzieher im Bereich Soziale Arbeit. Erste Parallelen zum Themenfeld Softwareunterstützung im pädagogischen Alltag  machte Jan-Ole Diekmann in einer psychiatrischen Einrichtung, dort konzipierte er eine Software mit deren Hilfe die Klienten gemeinsam mit den Pädagogen Stimmungstagebücher führen konnten. „Uns ging es um Partizipation“ und “darum, Menschen Hilfen verständlich zu machen“, ergänzen sich Diekmanns.

Gemeinsam blättern wir in den handgezeichneten Skizzen, stellen fest, wie neben den charakteristischen Kulleraugen mehr und mehr Details hinzu kommen und springen so durch die Zeit: Von der allerersten Idee bis zur Gründung von SKEED Gesellschaft für soziale Innovationen mbH im April 2011 und dem damit verbundenen Produktlaunch im Mai vergehen knapp acht Jahre. Nie hätten die beiden gedacht, dass das so lange dauert, aber hierzu später mehr.

Das gemeinsam entwickelte Grundgerüst wurde mit der Diplomarbeit von Jan-Ole Diekmann konkretisiert. obwohl beide von Anfang an mit Widerständen in der Branche gerechnet haben. Gerade aber erfahrene Pädagogen erkannten den Wert sofort und mit Prof. Dr. Harald Ansen, Prof. Dr. Jens Weidner und Prof. Dr. Jürgen Hille als frühe Befürworter der Produktidee konnte der Startschuss fallen. Anfang 2009 hieß es dann zum ersten Mal Zahlen vorweisen, Business Plan schreiben etc.. Daniele Diekmann beschreibt die Zeit als „Paradigmenwechsel“, denn plötzlich waren sie Geschäftsleute, die den Hamburger Innotech- und HEP-Sonderpreis gewannen. Bis dato ging es den beiden primär um die Entwicklung von SKEED und über Nacht war es den beiden als würden sie kraulen. Man hält den Kopf unter Wasser, aber legt immer weiter nach und zieht seine Bahnen. Aber was ist SKEED nun?

Die SKEED®-Software ist eine mietbare Software zur Unterstützung des strukturierten Kompetenzerwerbes in der Kinder- und Jugendhilfe. Mit Unterstützung eines 3-D-Avatars können Kinder und Jugendliche und Pädagogen gemeinsam am Computer den Kompetenzerwerb z.B. im Feld Soziale Kompetenzen, begleiten. Der Avatar stellt zum Beispiel Thesen in den Raum wie „Ich komme zuverlässig und pünktlich in den Unterricht“. Darüber tauschen sich Adressat und Pädagoge aus, bewerten den IST-Zustand in optisch ansprechenden Dokumentarfeldern und vergeben Punkte, und erhalten sogenannte Coins, für erreichte Ziele. Die Coins dienen spielerisch der Belohnung, denn für den Einsatz von Coins heißt es: Ab zum Kleiderschrank! Und dem Avatar kann ein neues Shirt angezogen werden. Gleichzeitig übernimmt die webbasierte Software Verwaltungsaufgaben für die Fachkräfte. So sind zum Beispiel keine Gedächtnisprotokolle mehr anzufertigen. Dies geschieht quasi per Knopfdruck.

„Wir begreifen uns und SKEED als Baby der HAW Hamburg“, betont der Geschäftsführer (Link zur Darstellung auf Seiten des GründungsService |mehr...|). Dennoch hätte man das eine oder andere weniger dem Zufall überlassen können. Frucht bringende Kontakte wie zum Beispiel BWLer Robin Harries, der nur zwei Türen weiter auf dem Flur sein Büro hat, wurde nicht müde ob Diekmanns Fragen zu verschiedensten Kennzahlen im Business Plan. Ihm und manch anderen aus der Praxis haben die beiden vieles zu verdanken. „Wir wollen die Diskussion und den Kontakt“ beschreibt Jan-Ole Diekmann, den für sie so bedeutsamen Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft.

Ein weiteres Aha-Erlebnis aus den acht Jahren will erzählt werden: „Die Kommunikation mit Programmierern ist ganz anders als Kommunikation unter Sozialpädagogen!“, feixt Daniele Diekmann und führt aus, wie schwierig es anfangs war, einem Programmierer den Beratungsprozess, die verschiedenen Sichtweisen von Klient und Therapeut als auch die Sensibilität des Themas an sich näher zu bringen. Besonders gut klappt es im jetzigen Team mit den Brüdern Sebastian und Christian Meckelmann, die als Söhne einer Psychologin schon eher in der Materie sind. „Die haben uns endlich verstanden“, sagt sie und gleichzeitig konnten sie sich mit dem Konzept identifizieren.

Die nächsten Schritte für Jan-Ole Diekmann sind jetzt der Aufbau einer Vertriebsstruktur und das Knüpfen von Kooperationsbanden. Auch zukünftig werden die mitunter kritischen Rückmeldungen, die die beiden von Fachkräften erhalten, in die Weiterentwicklung einfließen. Nur so können sie hinter ihrem Produkt stehen, welches vielleicht in zehn Jahren Nachahmer findet oder „wenn man mal träumen darf – sogar ein Standard in der Sozialen Arbeit werden könnte“. Es liegt schon ein großer Stapel Ideen bereit. Auf gutes Gelingen! (jk)

Unterstützung während der Gründung finden Sie |hier|.

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 „Nichts ist, wie es scheint“ – ein Portrait der PuMa-Absolventin Maike Steinberg

Denkt die Alumna des Departments Public Management Maike Steinberg an die HAW Hamburg zurück, fallen ihr sofort die Mensa und die „Wissensstandabfragen“ ein. In der Mensa habe Sie über Jahre hinweg versucht einen Unterschied in Konsistenz und goût der Wok-Gerichte fest zu stellen – ohne Erfolg. Die sogenannten Wissensstandabfragen eines Professors hingegen waren einmalig. Wie in der Penne/Schule wurden während des Semesters schriftliche Kurzarbeiten abverlangt. Dass dies zum Glück eher die Ausnahme als die Regel war, quittiert die 24-Jährige mit einem Grienen.

Während ihres Studiums durchlief sie in diesem dual angelegten Studiengang diverse Praxisstationen: An der Universität Hamburg im Fachbereich Psychologie die Studierendenbetreuung als auch bei der Kasse.Hamburg im Organisationsreferat zuständig für Stellenbewertung. Wir vom Team Alumni HAW Hamburg haben Maike als geschätzte Kollegin von nebenan im CareerService kennen gelernt. Dort war sie von April bis September 2010 unter anderem verantwortlich für die Erstellung des „Leitfaden für Studierende und Absolvent/innen Studium-Beruf“ und hat uns regelmäßig mit ihrer Vorliebe für pink- und rosafarbenes den Arbeitsalltag versüßt. Für sie war es im Nachhinein spannend zu sehen, wie unterschiedlich ihre drei Praktika in Bezug auf Arbeitsweisen und Mitgestaltungsmöglichkeiten waren. Wo sie mit Routinetätigkeiten an der Kasse.Hamburg hauptsächlich entlang Richtlinien und Vorgaben ohne jeglichen Gestaltungsspielraum arbeitete, pflegte sie an der Universität und an der HAW Hamburg ständig den Kontakt zu Studierenden und erlebte damit einen lebhaften, abwechslungsreichen Arbeitsalltag, der ihr sehr viel Spaß brachte.

Seit Oktober 2010 ist die Motorradliebhaberin Maike in der Abteilung Leistungsbearbeitung im Job-Center der Agentur für Arbeit für rund 300 Arbeitslosengeld-2-Antragsteller/innen (Hartz IV) und deren fortlaufende Betreuung zuständig. Aus ihren bisherigen beruflichen Erfahrungen hat sie vor allem den geschickten Umgang mit verschiedensten Menschen mit genommen und dabei gleichzeitig ganz genau acht zu geben, was z.B. in welcher Verordnung steht und wie sie die vielen kleinen Teilschritte einer Antragstellung am besten koordiniert, sodass am Ende ein vollständiger Antrag vorliegt und es für den Kunden weiter gehen kann.

Der kleinste Teil ihrer Kunden, so betont sie, sind so, wie es uns die Medien glauben machen wollen. Viele ihrer Kunden/innen sind unverschuldet in „Hartz IV“ gerutscht. Da gibt es natürlich auch Fälle, bei denen ihr das persönliche Leid der Kunden/innen als junge Kollegin noch sehr nahe geht. Hier hilft ihr dann der Austausch mit erfahrenen Kollegen/innen in der Kaffeeküche, sonst würde man zuweilen die Belastungen nicht aushalten. Ihr direktes Umfeld aus Familie und Freunden war zunächst skeptisch, als sie die Zusage für den neuen Job erhalten hat. Vielen kommen sofort negative Assoziationen, wenn man an „Hartz IV“ denkt. Aus genau dem Grund hätte sie sich das Job-Center als Arbeitsplatz auch eigentlich nicht vorstellen können. Für sie bestand die Gruppe der Arbeitslosengeld-2-Empfänger – wie wahrscheinlich für viele von uns – mehrheitlich aus Menschen, die „so ganz anders sind als wir“, auch aus „Drückebergern“. Wer mit den Klischees aufräumen will, kann aber gerne die Studie zur Arbeitsmotivation und Konzessionsbereitschaft der ALG 2-Bezieher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lesen. |mehr...|

So fügt sich auch ihre Antwort auf die Frage was sie von ihren Kunden lernen kann in das neue Bild. Ganz spontan antwortet sie „Geduld“ und „dass Nichts so ist, wie es scheint“. Geduld erklärt sich von selbst, aber was meint sie mit dem zweiten Teil? Es geht in ihrem Beruf tagtäglich darum genau zu prüfen, ob die gemachten Angaben zu Einnahmen und Ausgaben der Antragsteller stimmen. So erfährt sie des Öfteren, dass diejenigen, die vorgeben sehr bedürftig zu sein zwar nicht in Goldstücken schwimmen wie Dagobert Duck, aber dennoch keinen Anspruch auf ALG 2 haben. Umgekehrt gibt es Fälle, bei denen erst durch hartnäckiges Nachfragen ans Tageslicht kommt, dass sie von ca. 100 € im Monat, nach Abzug von Miete und sonstigen Fixkosten, leben. Für genau „die Leute“ lohnt es sich dann, sagt die Pinnebergerin und freut sich, dass sie „wirklich helfen konnte“. (jk)

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Robin Harries und Kim Stahn
v.l.n.r. Robin Harries und Kim Stahn (© Teamsunited GmbH, 2010)

Robin Harries und Kim Stahn – Gründer der HAW Hamburg auf Erfolgskurs

Die Geschäftsidee kam ihnen beim „Gamen“, rekrutiert haben sie im Freundeskreis, und mit der Gründerwerkstatt im Rücken sagten sie sich:  „Packen wir´s an!“ - und das Start-Up war geboren.

Robin Harries und Kim Stahn sind Geschäftsführer und Gründer der Teamsunited GmbH, eines plattformübergreifenden Social Networks für Online-Gamer mit dem Schwerpunkt auf Teamgaming. Seit 2008 steckten die langjährig befreundeten Gründer und ihr Team jede freie Minute und viel Herzblut in ihre Leidenschaft: das Online-Gaming. Wer beim Stichwort Gaming jetzt den pubertierenden, einsamen Nerd mit einer Pizza vom Bringdienst tief nachts hinter dem PC vermutet, liegt allerdings falsch. Schon längst sind Online-Spiele wie World of Warcraft oder Counter Strike, welches auch Harries gerne „zockte“, Mainstream geworden.

Screenshot der Social Network Plattform
Screenshot der Social Network Plattform (© Teamsunited GmbH, 2010)

Harries verrät, dass bekannten Studien zufolge rund 10 Mio. Deutsche ihre Freizeit mit Online-Spielen verbringen. Was der Gamer-Community aber tatsächlich fehlte war eine Plattform, auf der sie sich außerhalb der eigentlichen Spiele organisieren und austauschen können. „Das ist wie bei einem Fußballverein. Dort muss man sich auch verabreden, Termine vereinbaren und eine Auswahl der Spieler treffen“, erläutert der 28-Jährige. Die Clans, Gilden, Allianzen oder auch Banden im Online-Gaming genannt können dank des Social Networks ihre gesamten Team-Aktivitäten völlig kostenfrei managen. Zudem hat jeder Spieler ein anonymes Profil und kann darstellen, welche Spiele er spielt und beispielsweise wie stark sein Charakter dort ist. Hinzu kommt etwas, auf das die Gründer besonders stolz sind. Auf Teamsunited können Teamseiten angelegt werden, mit denen sich Teams individuell darstellen und nach außen präsentieren können. Als Inhalte für Teamseiten können die User frei aus einem Pool an Team-Management Apps wählen, so dass sie sich zum Beispiel für den nächsten „Battle“ absprechen können, bevor sie in den Kampf ziehen.  Die Site ist dabei spielend einfach zu bedienen – alles funktioniert nach dem Bausteinprinzip binnen weniger Minuten.

Obwohl die BETA-Version erst seit kurzer Zeit online ist, haben sich bereits 700 Spieler registriert und nutzen Teamsunited. Die Geschäftsidee geht auf, daran glauben auch starke Förderer des Start-Ups, wie die MAZ level one GmbH mit dem Pro-Ideenfonds, und EXIST. Das ist vor allem auch der Tatsache geschuldet, dass die Gründer sich in ihrem Metier wirklich auskennen. „Von Gamern, für Gamer“ lautet die Devise. Und letztlich, so Stahn, spielte bisher auch der Zufall eine entscheidende Rolle: Per Mausklick landeten sie damals auf der Gründerwerkstatt-Webseite der HAW Hamburg und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Werner Krassau, Koordinator der Gründerwerkstatt, verhalf Teamsunited zu einem „ordentlichen Büro“ am Campus Berliner Tor, professioneller Beratung und öffnete den jungen Gründern die Tür zu einem funktionierenden Netzwerk – nur diesmal „in echt“, nicht online. Sie lernten die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt kennen und konnten so ihren Weg von der Idee bis zur Gründung ihres Start-Ups und dem jetztigen Live-Schalten der Plattform gehen.

Ausgezeichnet wurde Teamsunited erst vor drei Wochen mit dem Webfuture Award der Hamburger Behörde für Kultur und Medien und so richtig los gehen soll es dann 2011 mit Marketing und kontinuierlicher Weiterentwicklung der Team-Management-Funktionen. Harries persönlicher Nickname „McFlurry“ lässt darauf schließen, dass das Team auch weiter für Aufregung sorgen wird. Zwei neue Innovationen haben sie wohl bereits in der Schublade, von denen aber noch nichts verraten werden darf. (jk)


Weitere Informationen und Hilfe während der Gründung Ihres Unternehmens finden Sie |hier|.

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Michel Molenda
Michel Molenda (© Alumni HAW Hamburg, 2010)

Ausgerüstet mit Altbewährtem, über digitale Welten zur Pressestelle der HAW Hamburg – Der frisch gebackene Volontär Michel Molenda schlüpft vollen Mutes in seine neue Rolle

In der Beschreibung für das Berufsfeld des  Bachelorstudienganges „Medien und Information“ heißt es, man wird für den professionellen und bedarfsorientierten Umgang mit Informationen aus Medien, über Medien, für Medien ausgebildet. In der Realität heißt das, so könnte man persiflieren, dass „der MUI“ googlen kann. Was „den MUI“ Michel Molenda  antreibt und wo es hingeht, wenn man gerade den Bachelorabschluss in der tief sitzenden Hosentasche hat, erzählte er uns in einem Gespräch.

Filofax von Michel Molenda
Filofax von Michel Molenda (© Alumni HAW Hamburg, 2010)

In nur wenigen Tagen übertritt der Absolvent gleich zwei unsichtbare Linien. Die eine, die jeder Absolvent überquert wenn er in das Berufsleben wechselt und noch eine zweite: Michel Molenda tritt seine Stelle als Volontär der Pressestelle der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg an und wechselt damit von der Studierendenseite zur Arbeitnehmerseite. Wie er damit umgeht? Der 24-jährige antwortet mit einem Lächeln und lässt erst mal alles „auf sich zukommen“. Wahrscheinlich ist er auch deswegen so ruhig und gelassen, da er bereits in der Medienbranche bei Hamburg 1 und bei der Pinneberger Zeitung, der Lokalausgabe vom Hamburger Abendblatt tätig war und daher Berufserfahrung mitbringt.

Auf die Frage, wer oder was bei ihm während des Studiums einen besonderen Platz im Erinnerungsregal erhalten hat, antwortet er unvermittelt mit Herrn Prof. Dr. Ludwig, den Initiator des DokZentrums. Der, so schwärmt er „ist kein Theoretiker, sondern hat schon richtig was gerissen“. Professor Ludwig hat dem Studenten Molenda auch viel mit diversen Recherchearbeiten abverlangt, doch waren dies wertvolle „Lehrjahre“ im (investigativen) Journalismus.

Doch von der stressigen Arbeit als „rasender Reporter“ schweifen wir ab, als Molenda sich im blauen Sessel nach hinten lehnt und die T-Shirt-ärmeligen Oberarme ein Tattoo Preis geben. Unverkennbar ist eine altmodische Kassette abgebildet und als ich genauer hinsehe, sogar eine mit Handschrift versehene. Seine Handschrift; verrät er mir. Man muss kein Sigmund Freud sein, um daraus ablesen zu können, dass er damit seiner Liebe zur Musik dauerhaft Ausdruck verleihen will und er zitiert die Band Olli Schulz & der Hund Marie „nich so schlimm das Mixtape muss stimmen“.

Ein Gegenstand, der wohl sein ganzes berufliches Leben ein treuer Begleiter sein wird ist das klassisch schwarze Leder-Filofax seines Vaters – inklusive Firmenstempel. Es illustriert gleichzeitig den enormen Termindruck und die Ordnung, die man, wenn nicht im Kopf, so wenigstens wo anders parat haben muss, wenn man sich von Story zu Story durch den Journalistenalltag hangelt. Während den Semesterferien, erzählt er schmunzelnd, lag es achtlos in einer Ecke vergraben, wurde aber pünktlich zum ersten Vorlesungstag an die Oberfläche befördert und überall mit hin genommen. Seltsam irgendwie, dass der ‚Digital Native‘ nicht ein Smartphone hat, welches ihm Kalender, Moleskine-Notizbuch und Kontaktdatenbank in einem sein kann, ihn dabei simultan mit der ganzen Welt vernetzt und neueste Tweets übermittelt. Aber so einer ist er nicht, denn er verlässt sich eben doch auf Altbewährtes. Michel Molenda ist mit dem 20 Jahre alten und demnach speckigen Terminplaner mehr als zufrieden und lässt, wie gesagt, jetzt beim neuen Job an der HAW Hamburg erst mal alle Eindrücke auf sich einwirken. Wenn die Ein- und Ausdrücke dann irgendwann nicht mehr hineinpassen, kann man ja immer noch über Digitalisierung nachdenken. (jk)

Offene Stellen der HAW Hamburg finden Sie |hier|.

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Philippa Lindenthal
Philippa Lindenthal (© P. Lindenthal, 2009)

„Drapieren geht auch ohne Falten“ – Portrait der Modedesignerin Philippa Lindenthal

Ein Läuten an der Klingel im Szeneviertel Ottensen öffnet uns die Tür in eine neue Welt. Die Welt der Couture von Philippa Lindenthal, Absolventin der HAW Hamburg. Casual und stilvoll gekleidet begrüßt sie uns herzlich und gewährt uns einen Einblick hinter die Kulissen der Concept Stores, Stoffmessen und Stecknadeln.

Angefangen hat alles damit, dass sie schon im Teenageralter ihre Hosen und andere Kleidungsstücke an ihre große Statur anpassen musste. Burda International half hier noch mit Schnittmustern, aber das sollte nicht lange so bleiben. Nach und nach fing sie an ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und entwickelte spätestens in ihrer Damenschneiderinnenlehre ein ganz eigenes Gespür für feinste Materialien. Das Reizvolle an der Arbeit, so Lindenthal, sind die exklusiven Stoffe und dabei fühlt sie die imaginäre Seide nach.

"Gewitterkleid"
"Gewitterkleid" (© P. Lindenthal, 2009)

Im Jahr 2003 schloss sie nach fünf Jahren Modedesignstudium an der HAW Hamburg mit Diplom ab und absolvierte zwei Jahre später mit dem Master of Arts des Royal College of Arts in England. Dem Traum vom eigenen Modelabel Philippa Lindenthal stand nichts mehr im Weg.

Einen routinierten Alltag zu skizzieren, wäre vergebens. Jeder Tag sieht anders aus und abends kann es schon mal sehr spät werden. Eher ist es eine rhythmische Bewegung im Jahresverlauf, die durch Sommer- und Winterkollektion bestimmt werden. Das Leben der 34-Jährigen spielt sich in einer Zeitspanne von unglaublichen vier Jahren ab: während noch die Einkommensteuererklärung für 2008 in Bearbeitung ist, wird bereits die Sommerkollektion für 2011 geplant und entworfen.

Ihren Kreationen sind von Naturphänomenen inspiriert, wirken feminin und feinsinnig. Wie vom Wind zerrüttet, luftig und leicht präsentiert sich das „Gewitterkleid“, wie rauschende Wellen umspielt der Rock das Knie bei jedem Schritt der Trägerin auf neue Art und Weise. Der wasserdichte Reißverschluss ist nicht nur ein optischer Clou, sondern übersetzt ihr Thema vom Konzept über die Stoffwahl und Schnittführung bis ins raffinierteste technische Detail.

Die Frage, ob Modedesign eher Kunst oder eher Handwerk ist steht im Raum und lässt sich nicht eindeutig beantworten. Je nach Arbeitsschritt und Einzelstück ist die Balance eine andere. Ihre Kreationen sind meist schlicht, wenig verspielt und durchaus für jeden Typ Frau, dennoch auf ihre Art Kunststück und handwerkliche Meisterleistung zugleich. Zu Lindenthals Handwerk gehört auch das Drapieren – eine Technik zum Entwerfen eines Musterstückes, bei der man den Stoff direkt an einer Schneiderpuppe ansteckt. Im Gegensatz zum zweidimensionalen Entwurf am Zeichentisch arbeitet man sich hier von der Vision im Kopf bis zum Gefühl des zu tragenden Einzelstückes.

Mit der Gründung des eigenen Modelabels im Jahre 2005 betrat Lindenthal Neuland. Bedächtig geht sie ihren Weg, Schritt für Schritt. Dazu gehört der im Jahre 2006 eröffnete Concept Store „sleeping dogs“ im Stilwerk Hamburg, welcher neben Philippa Lindenthal weitere Labels führt, die Lindenthals ausdrucksstarke Mode um Accessoires, Möbel und andere schöne Dinge ergänzen. Der langsam und stetige Ausbau ihrer Marke und ihres Kundenstammes stehen auch in Zukunft im Vordergrund. Alumni HAW Hamburg wünscht ihr dabei viel Erfolg und Kreativität! (jk)

Unterstützung während der Gründung finden Sie |hier|.

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Letzte Änderung: 20.07.18

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