Modul 1: Büroräume
In einer agilen Arbeitswelt mit eigengetriebenen Innovationen und Entscheidungsfindungen, zunehmender Komplexität, selbstorganisierten Teams sowie weiter zunehmender Bedeutung von Austausch, Kommunikation und Zusammenarbeit geht es um Räume, die neue Arbeitsweisen ermöglichen. Bisherige Erfahrungen in Unternehmen zeigen, dass ein solcher Wandel nicht durch bauliche Änderungen erzwungen werden kann. Zudem können Anforderungen an moderne Arbeitsplätze je nach Bereich unterschiedlich sein. Die HAW Hamburg wünscht sich den Einstieg in eine Information der und Diskussion mit den Nutzer:innen, wo und in welchem Umfang neue Büroraumkonzepte möglich und umsetzbar sind.
Das Leistungsziel war u.a. eine Bereitstellung eines Portfolios an modernen und zukunftsfähigen Bürokonzepten - mit den dazugehörigen Vor- und Nachteilen und die Diskussion darüber.
In Form einer digitalen Informationsveranstaltung am 02.03.2021 wurde eine Einführung in das moderne Verständnis von Büroarbeit und die entsprechenden Flächenkonzepte gegeben. Mit dem Abstimmungstool Mentimeter wurde das persönliche Empfinden zu den gezeigten Inhalte abgefragt.
HIS-HE stellte vier Bürokonzepte vor:
- Desksharing
- Kombi-Büro
- Open-Space-Büro
- Non-territoriales Büro
Aufbauend auf der Informationsveranstaltung wurde am 16.03.2021 ein digitaler Workshop Bürokonzepte durchgeführt. Dieser Workshop fand in Form einer Zukunftswerkstatt mit Break-Out-Rooms in Zoom in mit dem Online-Kollaborationstool Conceptboard statt. Im Fokus standen folgende Fragestellungen:
- Welche Arbeitsweisen müssen Bürokonzepte zukünftig unterstützen?
- Welche Flächenmodule werden hierfür benötigt?
- Welche Synergieeffekte sind innerhalb der sowie zwischen den Einrichtungen erzielbar?
- Welche spezifischen Anforderungen müssen berücksichtigt werden?
Ergebnis-Zusammenfassung von HIS-HE
Die Auswertung der Workshopergebnisse zeigt, dass das Konzept des Kombi-Büros den Vorstellungen der Workshopteilnehmer:innen am nächsten kommt. Dieses sieht persönlich zugewiesene Büroarbeitsplätze in Form von Einzel- oder Doppelbüros vor, die ergänzt werden durch eine Vielzahl von gemeinschaftlich genutzten Flächen, die unmittelbar an diese Büros angrenzen.
Open Space-Büros oder Desksharing-Modelle finden seitens der Teilnehmer:innen aktuell kaum Akzeptanz, da diese nicht dem derzeitigen Arbeitsverhalten der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer:innen entsprechen. Im Rahmen des Workshops konnte nicht ermittelt werden, ob und inwieweit eine Veränderungsmöglichkeit oder -bereitschaft bezüglich des Arbeitsverhaltens seitens der Hochschulmitarbeiter:innen besteht.
Die Arbeit an der Hochschule ist in vielen Fällen gekennzeichnet durch engen Kontakt zu Studierenden und Studieninteressierten sowie durch ein Nebeneinander von Büroarbeit und anderen Arbeitsweisen innerhalb des Hochschulalltags, die eine Präsenz weitestgehend erfordern. Dies sind z.B. das Veranstalten von Vorlesungen und Seminaren, das (persönliche) Begleiten der Studierenden im Rahmen ihrer praktischen Ausbildungsbereiche sowie die Arbeit in (Foschungs-)Laboren. Es ist zu vermuten, dass alle diese Arbeitsweisen zeitlich eng miteinander verflochten sind, so dass sich Büroarbeit innerhalb der Hochschule durch einen höheren Präsenzanteil als in außerhochschulischen Unternehmen auszeichnet.
Es wäre zu prüfen, inwieweit das aktuelle Arbeitsverhalten an der HAW Hamburg auch künftig fortbestehen wird oder ob ggf. Gelegenheit und Bereitschaft besteht, sich neuen Arbeitsweisen und den dafür erforderlichen Arbeitsumgebungen zu öffnen. HIS-HE schlägt in diesem Zusammenhang eine Bereitstellung von temporären modernen Bürokonzeptflächen vor, die von verschiedenen Teams über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten ausprobiert werden können. Dies können z.B. Projektbüros, Open Space-Flächen oder Desksharing-Flächen sein.
Derzeit befindet sich das Lernen, Lehren und Arbeiten an den Hochschulen pandemiebedingt in einer Umbruchphase. Es ist denkbar, dass aufgrund neu etablierter Arbeitsmethoden und -strukturen künftig veränderte Anforderungen in Bezug auf die Nutzung von Flächen und Räumen bestehen. In diesem Zusammenhang wäre ein späteres erneutes Durchführen eines entsprechenden Workshops (möglichst in Präsenz, mit kleiner ausgewählter Teilnehmer:innenzahl und ggf. veränderter Methodik) überlegenswert.
Fazit und Verwendung der Ergebnisse
Das Ergebnis zeigt, dass auch Zellenbüros weiterhin wichtig sind. Desk-Sharing bzw. Open-Space Büros (Großraumbüros) finden wenig Akzeptanz. Die BWFGB hat für Oberbillwerder schon angefragt, wie hoch die "Home Office Quote" ist, um die Anzahl der Arbeitsplätze zu reduzieren und somit Flächen zu sparen. Dieser Ansatz wird seitens FM nicht befürwortet. Desk-Sharing hat einen höheren Bedarf an Kommunikationsflächen generiert und somit keine Flächen eingespart werden können.
Weiterführende Links (von HIS-HE)
- Fraunhofer IAO: Teamarbeit und ihre Umgebung
- Gensler: U.S. Work From Home Survey 2020 Briefing 1
- Gensler: U.S. Workplace Survey Summer/ Fall 2020
- Steelcase: Aktive Lernumgebungen
- Steelcase Global Report: Veränderte Erwartungen & die Zukunft der Arbeit.
Fallbeispiele:
- 360° Rundgang Otto-Campus
- ETH Zürich, Gebäude Octavo
- Universität Witten/ Herdecke, Neubau Campuserweiterung in Holzbauweise (Video ab Minute 4:50)
Letztes Abrufdatum: 02.07.2021