Modul 2: Laborräume

Neben der Feststellung des bedarfsgerechten Umfangs experimenteller Flächen geht es auch in diesem Modul um die Konzeption von Laborräumen im Sinne einer hohen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Forschung wird sich in immer kürzeren Zeitabständen ändern und hiermit auch die Anforderungen an den Raum.
Die HAW Hamburg ist daran interessiert, einen Überblick über die Entwicklungen von Forschungslaboren und Praktikumslaboren bzw. deren Konzeption und Gestaltung zu erhalten. Anhand von Praxisbeispielen soll aufgezeigt werden, wie moderne Labore aussehen können. In einer Informationsveranstaltung für die Nutzer:innen, deren Arbeitsweisen experimentelle Flächen erfordern, sollen Praxisbeispiele vorgestellt werden. Auch entsprechende Ergänzungsflächen sowie Synergien in der Nutzung von experimentellen Flächen sollen in diesem Kontext betrachtet werden. Hier geht es in erster Linie um Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und damit auch ein Stück weit um Systematisierung in Bezug auf das Layout (Raumhöhen und Raumtiefen) derartiger Flächen.

Der Teilnehmer:innen-Kreis für das Modul 2 umfasste die zukünftigen Nutzern vom Campus Oberbillwerder, da die laborlastigen Departments am Campus Berliner Tor schon Raumprogramme haben und sogar teilweise schon Raumbücher erstellt haben. Das Leistungsziel war eine Herausarbeitung von Synergien in der Laborarbeit und die Ermittlung der dafür notwendigen Rahmenbedingungen.

Nach Einzelgesprächen um die fachlichen Schwerpunkte zu verstehen, veranstaltete HIS-HE am 09.03.2021 eine digitale Informationsveranstaltung. Es wurden Beispiele moderner Laborarbeit und entsprechender Flächenkonzepte vorgestellt. Ebenfalls wurde als Good-Practice-Beispiel das Physiklabor in Bergedorf von Herrn Westarp vorgestellt.

HIS-HE stellte sechs Laborkonzepte vor:

  • Departmentlabor
  • Kommunikationslabor
  • Kombilabor
  • Zentrallabor
  • Büro-Labor-Mix
  • Skills Lab

Aufbauend auf der Informationsveranstaltung fand direkt im Anschluss eine digitale Werkstatt zu Laborkonzepten statt. Neben Good-Practice Beispielen wurde in Break-Out-Rooms in Zoom in mit dem Online-Kollaborationstool Conceptboard interaktiv in Arbeitsgruppen an folgenden Fragestellungen gearbeitet und diskutiert:

  • Welche Anknüpfungspunkte der Zusammenarbeit können sich in Zukunft ergeben?
  • Welche Labor-und Laborergänzungsmodule sind hierfür notwendig?
  • Wie sollten diese Raummodule räumlich zueinander angeordnet sein? Was sollte in räumlicher Nähe zueinander liegen?
  • Welche Module können durch wen gemeinsam genutzt werden?
  • Welche Anforderungen ergeben sich für die gemeinsam zu nutzenden Raummodule?

 

Ergebnis-Zusammenfassung von HIS-HE

Die mit Vertreter:innen der Departments geführten Gespräche und der daran anschließende Workshop verdeutlichten, dass bei allen Beteiligten generelles Interesse an und eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Bereich der Labore bestehen.

Der Workshop legte grundlegende Potentiale für eine Vernetzung der Departments offen. Mögliche Synergien werden dabei von den Teilnehmenden sowohl in Bezug auf die Infrastruktur als auch in der inhaltlichen Vernetzung gesehen.

Insbesondere in den Departments der Fakultät Life Sciences liegen bereits konkrete Planungen hinsichtlich einer gemeinschaftlichen Nutzung von Laborflächen vor (Labor Ernährung und Gesundheit, Notaufnahmen-Simulationslabor), die im Rahmen des weiteren Vorgehens Berücksichtigung finden sollten.

Aufgrund der Heterogenität der zu berücksichtigenden Fachrichtungen empfiehlt sich insgesamt eine Clusterung der Departments nach Arbeitsweisen, ähnlich wie im Zuge des Workshops bereits durch Einteilung in die Gruppen 1 und 2.1/2.2 geschehen.

Innerhalb der gebildeten Cluster und ggf. im Rahmen weiterer Workshops mit ausgewähltem Teilnehmer:innenkreis sollten konkrete Kooperationskonzepte und deren räumliche Rahmenbedingungen erarbeitet werden.

Auf dieser Basis können in der Folge clusterbezogene Gesamtkonzepte für die Laborflächen erstellt werden.

Weiterführende Links (von HIS-HE)

Terkowsky, C.; May, D., Frye, S.; Haertel, T.; Ortelt, T. R.; Heix, S., Lensing, K. (2020): Labore in der Hochschullehre: Didaktik, Digitalisierung, Organisation. Bielefeld: wbvMedia GmbH & Co. KG.
https://www.wbv.de/openaccess/themenbereiche/hochschule-und-wissenschaft/shop/detail/name/_/0/1/6004804w/facet/6004804w///////nb/0/category/1754.html

ARUP (2020). Future ofLabs. London. https://www.arup.com/perspectives/publications/research/section/future-of-labs

LABO Messe München (2020): Labor 4.0. Das digitale Labor zum Anfassen. https://www.labo.de/it-im-labor/labor-der-zukunft-in-einer-sonderschau-erlebbar.htm

Hegger, Prof. M., (2008): Das intelligente Labor. Laborarbeit und Laborgebäude im Wandel. EUROLABORS Integrated Laboratory Planning. http://www.vision-stadt21.de/hegger.pdf

Lüttmann, C. (2018): Forum Laborbau zum Biozentrum I der Uni Mainz. Die Kunst des Laborbaus. https://www.laborpraxis.vogel.de/die-kunst-des-laborbaus-a-762945/

Herzig, T.; Kruse, A. (2017): Das Skills-Lab-Konzept. Perspektiven auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Chancen in der beruflichen Bildung der Gesundheitsberufe https://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/material/Skills_Lab_Konzept-_T._Herzig_A._Kruse.pdf