Tipps & Tools zur Antragstellung
Mit diesen "Tipps &Tools" zur Projektantragstellung möchten wir Ihnen Material zur Unterstützung Ihrer Projektplanung zur Verfügung stellen. Die eigentliche Projektvorbereitung läuft aber unabhängig davon weiter über Forschung und Transfer.
Differenzierung nicht-wirtschaftliche (Zuwendung) und wirtschaftliche (Auftragsforschung/wissenschaftl. Dienstleistung) Tätigkeit
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Hochschulen werden öffentlich aus sogenannten „hoheitlichen Mitteln“ finanziert. Bei Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft kann dies eventuell zu Verzerrungen des wirtschaftlichen Wettbewerbs führen. Aus diesem Grund werden Forschungsvorhaben der sogenannten „EU-behilferechtlichen Prüfung“ unterzogen. Dabei werden sie entweder dem Bereich der nicht-wirtschaftlichen Tätigkeit (Zuwendungsforschung) oder dem der wirtschaftlichen Tätigkeit (Auftragsforschung/wissenschaftl. Diensleistung) zugeordnet.
| nicht-wirtschaftliche Tätigkeit | wirtschaftliche Tätigkeit |
| Projekte der Zuwendungsforschung sind ziel-, ergebnis- und methodisch offen. Mittelgeber finanzieren direkte Kosten sowie ggf. indirekte Kosten in Höhe der gewährten „Projektpauschale“ (in der Regel beträgt diese 20-25% der direkten Kosten). |
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Kalkulation
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Diese Checkliste soll Sie dabei unterstützen, alle kostenrelevanten Aspekte VOR der Antragstellung oder Angebotserstellung im Blick zu behalten. Sie soll es Ihnen darüber hinaus ermöglichen, erste Abschätzungen der Kosten vorzunehmen. Bitte wenden Sie sich frühzeitig an die Kolleg*innen von Forschung und Transfer, damit Sie die bestmögliche Unterstützung zur Projektkalkulation erhalten.
- Checkliste mit Hinweisen zur Kalkulation (wirtschaftliche und nicht-wirtschaftliche Tätigkeit)
Kooperationsverträge/-vereinbarungen (Zuwendung)
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Im Formularschrank des Bundes wird ein "Merkblatt für Antragsteller/Zuwendungsempfänger zur Zusammenarbeit der Partner von Verbundprojekten" (Merkblatt 110) angeboten. Es enthält Informationen und Hinweise zu den wichtigsten Themen und Fragen einer Kooperationsvereinbarung im Rahmen eines Verbundforschungsprojekts.
Verbundprojekte entstehen, wenn mindestens zwei Verbundpartner (z.B. Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, wissenschaftliche Einrichtungen) projektbezogen zusammenarbeiten. Die Partner eines Verbundprojekts regeln ihre Zusammenarbeit in einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung.
Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft kann ganz unterschiedlich ausgestaltet werden, daher kommen an der HAW Hamburg keine allgemeingültigen Musterverträge zum Einsatz. Wenden Sie sich daher im ersten Schritt an den Forschungsservice, um die projektspezifische und den jeweiligen Förderbedingungen entsprechende Erstellung und Aushandlung eines Kooperationsvertrags in die Wege zu leiten. Der Forschungsservice wird Ihnen mitteilen, welche Informationen hierfür notwendig sind.
- Bitte bedenken Sie, dass hierfür ausreichend Zeit eingeplant wird!
- Bitte informieren Sie Ihre Verbundpartner über die oben genannten Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit in einem öffentlich geförderten Forschungsprojekt!
- Bitte halten Sie sich mit Zusagen, (Einzel-)Absprachen o.ä. gegenüber Ihren Forschungspartnern zurück. Oftmals sind solche Erklärungen im Nachhinein hinderlich bei den Vertragsverhandlungen.
Datenschutz und Forschung
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Datenschutzrechtliche Anforderungen beeinflussen die Forschungspraxis in vieler Hinsicht und in unterschiedlichen Phasen eines Forschungsprojektes. Die Einhaltung dieser Anforderungen im Forschungsprozess ist eine zentrale Voraussetzung dafür, die erhobenen Forschungsdaten im gewünschten Sinne nutzen zu dürfen.
Forschungsdaten (Daten, die bei der Durchführung von empirischen Forschungsvorhaben wie Beobachtungen, Erhebungen, Befragungen etc. entstehen) können personenbezogene Daten umfassen. Datenschutz wird immer und nur dort relevant, wo personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Das MMKH (Multimedia Kontor Hamburg gGmbH) www.mmkh.de bietet für die Hamburger Hochschulen weitreichende Informationen zum Thema Datenschutz:
- Datenschutzportal des MMKH https://hh-datenschutz.de/themen/forschung
- regelmäßige (Online-)Schulungen zum Mitmachen (meist kostenfrei)
- In der Infothek werden auch Checklisten für Forschung und Datenschutz, ein Leitfaden zum Datenschutz für Umfragen oder Interviews oder Schulungsvideos zu unterschiedlichen Themen angeboten.
Beratungsangebote des MMKH
- Datenschutz-Beratung in Präsenz an der HAW Hamburg (ab 2.4.2025) - z. Zt. Mittwochs ab 9:30 Uhr
- Zur Eröterung aktueller Datenschutzprojekte oder datenschutzrelevanten Prozesse.
- Wir unterstützen Sie dabei, alle Arbeitsprozesse zu identifizieren, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, und helfen Ihnen bei der systematischen Erfassung der Datenverarbeitungsvorgänge.
- Die Beratungstermine sind jeweils 30 Minuten lang und finden am Berliner Tor 5 im Raum 8.25 statt. Wenn Sie eine andere Zeitspanne benötigen, lassen Sie es uns bitte wissen. Tragen Sie sich bitte hier ein: https://terminplaner6.dfn.de/b/a2895a985a10896d94cfa3ccc2a1da3e-1158303
- Wenn Sie möchten, können Sie uns Ihr Anliegen auch vorab per E-Mail an m.hentschel (at) mmkh (dot) de und d.kragulj (at) mmkh (dot) de senden.
- Datenschutz-Sprechstunde (Online) - immer Montags
- Zwischen 10:00 und 12:00 Uhr stehen Ihnen die Jurist*innen zur Seite. Wir beantworten Ihre Fragen und helfen Ihnen bei Ihren Vorhaben. Nutzen Sie den Austausch mit anderen Hochschulen. Keine langen Wartezeiten, kein kompliziertes Anmelden – schalten Sie sich spontan dazu.
- Link zur Sprechstunde per Zoom-Meeting
HAW-spezifische Informationen finden Sie im Beschäftigtenportal:
Auch die Zentrale Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten (ZENDAS) bietet Informationen rund um das Thema Datenschutz. Lizenzierten Zugang dazu erhalten Sie unter DBIS - Suche ZENDAS
Wirtschaftliche Tätigkeit im Bereich Forschung
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- Eine wirtschaftliche Tätigkeit ist dann gegeben, wenn der Gegenstand der Tätigkeit im Anbieten von Waren und Dienstleistungen auf einem Markt besteht.
- Beispiele sind Auftragsforschung und wissenschaftliche Dienstleistungen
- Allen wirtschaftlichen Projekten ist gemeinsam, dass die Hochschule eine Leistung erbringt und dafür eine Gegenleistung (Vergütung) erhält = Leistungsaustausch.
Kontaktieren Sie den Forschungsservice, um sich generell über das Vorgehen an der HAW bei wirtschaftlicher Tätigkeit zu informieren oder ein konkretes Vorhaben zu besprechen.
Wissenschaftskommunikation
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Wissenschaftskommunikation umfasst alle Aspekte der Kommunikation wissenschaftlicher Arbeit und wissenschaftlicher Ergebnisse, sowohl innerhalb der Wissenschaft als auch bei der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
- Wissenschaftskommunikation.de ist ein zentrales Informations- und Diskussionsportal für diejenigen, die Wissenschaft kommunizieren (Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Klaus Tschira Stiftung)
- www.nawik.de/1x1/ - das kleine 1x1 der Wissenschaftskommunikation mit ersten Tipps zur Orientierung - mit Videos mit Dr. Mai Thi Nguyen-Kim und Animationen
- Wissenschaftskommunikation in der BMBF-Förderpraxis - Wissenschaftskommunikation soll systematisch in der Forschungsförderung verankert werden. Auf dieser Seite finden sich praxisrelevante Orientierungshilfen sowie Tipps und Empfehlungen für die einzelnen Phasen der Projektförderung – von der Integration von Wissenschaftskommunikation in Förderrichtlinien über die Begutachtung von Konzepten zur Wissenschaftskommunikation und Formulierungen in Zuwendungsbescheiden bis hin zur Evaluation der Maßnahmen.
- BMBF Wissenschaftskommunikation - Erkenntnisse aus der Wissenschaft sind für Politik und Gesellschaft wichtig, um gute Entscheidungen treffen zu können. Damit steht die Wissenschaft in besonderer Verantwortung und hat die wichtige Aufgabe, mit den Bürgerinnen und Bürgern den Dialog auf Augenhöhe zu suchen.
- Positionspapier des Wissenschaftsrats zur Wissenschaftskommunikation - Der Wissenschaftsrat konzentriert sich in diesem Positionspapier auf Analysen, Positionen und Empfehlungen – letztere grau unterlegt – und verzichtet darauf, das Feld der Wissenschaftskommunikation einführend zu beschreiben. (Stand: Oktober 2021)
- Guide der Europäischen Kommission „A step-by-step guide on communicating projects and their results”
- FAQ Wissenschaftskommunikation in der Projektförderung (BMBF)
Fokusseminar „Wissenschaftskommunikation in Forschungsprojekten“ am 29.6.2022 bei FuT
- Wissenschaftskommunikation in Forschungsprojekten mit Hinweisen auf die Anforderungen in Anträgen - Dr. Maren Adler und Kathrin Rath (FuT, Koordination Forschung International)
- Wissenschaftskommunikation mit Presse und Kommunikation - Dr. phil. Katharina Jeorgakopulos (Pressesprecherin der HAW)
Praktische Unterstützung bei der Wissenschaftskommunikation
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Die Hamburg Open Online Universität (HOOU) bietet Unterstützungsmöglichkeiten bei der Erstellung und Verbreitung von Videos im Rahmen der Wissenschaftskommunikation für ein Forschungsprojekt.
- Die Plattform hoou.de kann als Ort der Wissenschaftskommunikation genutzt werden. Auch von Ihnen produzierte Podcasts können wir veröffentlichen und an gängige Plattformen ausspielen.
- Wir unterstützen Sie auch dabei, mit einfachen Mitteln kurze Videos oder interaktive Informationsmaterialien zu erstellen, die Sie in Ihr Informationsangebot integrieren können. Wenn Sie Audio- oder Videoaufnahmen machen wollen, steht Ihnen unser voll ausgestattetes Studio am Steindamm zur Verfügung.
Publizieren
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- Bedenken Sie bei der Antragstellung bereits die Kosten für die Publikation Ihrer Forschungsergebnisse.
- Während eines Forschungsprojektes können z. B. die Kosten für eine Open Access-Veröffentlichung meist aus den beantragten Projektmitteln gedeckt werden.
- Bedenken sollten Sie auch die Kosten für z. B. Lektorat, Übersetzung (bzw. fremdsprachiges Lektorat).
- z. B. Gebühr Open Access Publikation (grobe Einschätzung)
- Zeitschriftenbeitrag - ca. 2.000 Euro brutto
- Monographie/Buch - ca. 6.000 EUR brutto
- Beachten Sie auch die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Publikationen im wissenschaftlichen Bereich.
- Informationen der HAW Hamburg zum Thema Publizieren:
- generelle Informationen zum Thema Publizieren
- HAW Hamburg Publikationsfonds
- Open Access Publizieren
- Die HAW Hamburg nimmt an den deutschlandweiten Publish&Read-Verträgen (Projekt DEAL) mit den Verlagen Springer Nature, Elsevier und Wiley teil. Mitgliedern der HAW Hamburg bietet sich damit die Möglichkeit in deren Zeitschriften Open Access zu publizieren. (siehe Verlagsangebote (DEAL und mehr))
FAQs Antragstellung BMBF-Projekte
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Der Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH bietet auf seiner Homepage eine Liste der Häufig gestellte Fragen (FAQ) für BMBF-Projekte an.
Ethik und Forschung
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In der Ethikkommission der HAW Hamburg können für alle Hochschulmitglieder zu ethischen Fragestellungen von Forschungsprojekten oder Qualifikationsarbeiten Ethikvoten ausgestellt werden.
KI-Verordnung (KI-VO)
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Ab 2025 greifen schrittweise die Vorgaben der europäischen KI-Verordnung (KI-VO), auch als AI Act (Artificial Intelligence Act) bezeichnet. Die Verordnung soll einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Entwicklung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) innerhalb der Europäischen Union (EU) schaffen.
Das Verbot bestimmter Anwendungen gilt schon ab dem 02.05.2025, die Regelungen zu KI mit allgemeinem Verwendungszweck ab dem 02.08.2026 und wesentliche Vorschriften für Hochrisiko-KI dann ab August 2026.
Text der Verordnung: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L_202401689
Bitte kontaktieren Sie den Forschungsservice bei Fragen oder Anmerkungen hierzu.
Künstliche Intelligenz (KI) und Forschung
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Die Europäische Kommission hat das European Research Area Forum Dokument "Living Guidelines on the Responsible Use of Generative AI in Research" publiziert. Diese Handreichung soll Forscher*innen dazu befähigen, KI-Technologie auf verantwortungsvolle Weise zu nutzen.