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Erste geschützte Präsenzveranstaltungen in Laboren

Die Coronavirus-Pandemie brachte große Veränderungen für die Studierenden und Lehrenden mit sich. Der Wechsel von dem Präsenz- in den Online-Lehrbetrieb erfolgte abrupt. Seit dem 18. Mai sind die Türen für sogenannte geschützte Präsenzveranstaltungen wieder geöffnet. Wir haben uns an den einzelnen Standorten umgesehen.

Laboranalyse mit Maske

Studentin mit Maske im Labor der Lebensmittelchemie am Campus Bergedorf

Am Department Maschinenbau und Produktion

 „Wir freuen uns sehr, dass es bei uns im Labor für Produktionsmittel im Bereich Umformtechnik wieder weitergeht,“ sagt Enno Stöver, Professor am Department Maschinenbau und Produktion der Fakultät Technik und Informatik sowie stellvertretender Departmentsleiter. Die Lehre am Department Maschinenbau und Produktion konnte vollständig digital abgewickelt werden. „Aber es ist nicht das gleiche, ob man mit den Studierenden in Präsenz an der Hochschule interagiert oder per ZOOM oder MS Teams Vorlesungen hält“, sagt Stöver. Oftmals hätte er das Gefühl gehabt, in eine schwarze Box hineinzusprechen, denn die Studierenden würden das Mikrophon und die Kamera ausschalten. Aus guten Gründen, denn sonst läuft die Verbindung im Chat bei den zahlreichen Teilnehmern manchmal schlecht. „Am Anfang war das schon ziemlich anstrengend, ich war nach den Vorlesungen durchaus erledigt“, erinnert sich der Professor. „Ich wusste nicht, ob man mir zuhört und der Stoff vermittelt wird. Auch sind wir ja eine Hochschule für angewandte Wissenschaften mit hohem Praxisanteil, das lässt sich auf keinen Fall rein virtuell vermitteln!“ Aus diesem Grund sind diese ersten Präsenzveranstaltungen im geschützten Raum auch ein wahrer Segen. „Ein Stück Normalität kehrt an die Hochschule zurück“, freut sich Stöver.

Dennoch, so Stöver, sei nicht alles schlecht und sie hätten auch gute Erfahrungen in der Corona-Zeit gemacht. „Wir mussten unseren Lehrplan mit insgesamt über 50 Professoren bei Maschinenbau und Produktion auf den Prüfstand stellen.“ Interessant sei es, dieses für die Zukunft weiterzuentwickeln, zum Beispiel, „ob Veranstaltungen mit mehreren Kohorten (Studiengruppen) gemeinsam betrachtet und ein Mix aus digitaler und analoger Lehre angeboten werden kann“. Dabei seien die Professoren*innen im Digitalen oftmals Coaches oder Supervisor, „der Frontalunterricht kann ja derzeit so nicht stattfinden“. Das ändert nicht nur die Beziehung zwischen Lehrkräften und Studierenden, sondern auch die Beziehung innerhalb des Kollegiums. „Die Rückmeldungen waren aber auch gut!“, bilanziert der Umformtechniker Prof. Stöver, nicht alle Kritik kann er deshalb verstehen.

Am Department Ökotrophologie

Auch an der Fakultät Life Sciences werden wieder geschützte Präsenzveranstaltungen angeboten. Heute, am 4. Juni, soll im Labor Lebensmittelchemie eine Quarkprobe auf ihre vom Hersteller ausgewiesenen Bestandteile hin analysiert werden. Die Probenanalyse ist fester Bestandteil der Lehre. Virtuell kann sie nicht durchgeführt werden, denn auch die Sensorik (der Geschmack) wird eingesetzt. Der Laborleiter und Professor der Lebensmittelchemie, Dr. Michael Häusler, erteilt den Studierenden zunächst eine Sicherheitsunterweisung: Weißer Kittel, festes Schuhwerk, lange Hose und die Maske, die die Zeit über im Labor getragen werden muss, sind verpflichtend. Das muss von den Studierenden unterschrieben werden. „Das Praktikum findet dadurch in gewisser Weise unter erschwerten Bedingungen statt“, erklärt Häusler, „aber anders ist es eben nicht zu machen“. Dieses Mal arbeiten die insgesamt sechs Studentinnen an ihren Laborplätzen alleine, eine zweite Staffel an Studierenden übernimmt dann die Probenanalyse und führt diese zu Ende. „In Tandems darf nicht gearbeitet werden“, so Häusler. Die Studierenden tauschen sich über ihre Probenergebnisse über MS Teams aus. „Der Aufbau der Laborplätze ist dieses Mal sehr aufwendig“, erzählt der Professor, „wir müssen alles mehrfach desinfizieren und säubern“. Trotz dieser Erschwernisse sind aber fast alle Studierenden gekommen, nur eine Studentin fehlt, sie gehört zur Risikogruppe. „Das ist für uns ein gutes Ergebnis“, freut sich Häusler.

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