Betriebliches Gesundheitsmanagement
Begleitung von trauernden Mitarbeitenden und Teams
Die folgenenden Texte sind dem Buch "Trauer verstehen" von Kerstin Lemmer (2007) entnommen.
Den Tod beim Namen nennen
................................................................................................................................................................................................
„Tot“ und „gestorben“ zu sagen, hilft den Tod zu begreifen. Damit signalisieren Sie dem Gegenüber, dass Sie nicht ausweichen, sondern bereit sind, über Tod und Trauer zu sprechen.
Trauerreaktionen fördern, nicht fordern
................................................................................................................................................................................................
Raum, Zeit und Gelegenheit zum Trauern geben, der Trauer einen Erlebnis- und Erlaubnisraum öffnen, aber nicht dazu drängen.
Lindern heißt behindern
................................................................................................................................................................................................
Gefühle nicht beschwichtigen, nicht schmälern, nicht beschönigen, weil Sie gern trösten möchten. Den Verlust nicht verharmlosen, sondern würdigen.
Ich- statt Du-Botschaften
................................................................................................................................................................................................
Eigene Gefühle und Mitgefühl äußern, aber niemals meinen oder sagen „Ich weiß genau, wie du dich fühlst.“
Deine Trauer ist nicht (wie) meine
................................................................................................................................................................................................
Nicht erwarten, dass die Person so reagiert, wie ich in derselben Situation reagieren würde, sondern die Reaktionen meines Gegenübers sorgfältig wahrnehmen. Nicht „wissen“, sondern fragen, wie es geht. Alle trauern anders!
Zuhören und erzählen lassen, auch zum 1001. Mal
................................................................................................................................................................................................
Durch Erinnern und Wiederholen der Geschichte mit den Verstorbenen verarbeiten Trauernde ihren Verlust. Situationen, die immer wieder erzählt werden, haben dabei Schlüsselfunktion.
Hilfe entgegenbringen, nicht nur anbieten
................................................................................................................................................................................................
Rückzug liegt in der Natur der Trauer, deshalb nicht warten, dass Trauernde sich melden, sondern selber hingehen. Anrufen, nicht sagen: Ruf mich an, wenn du mich brauchst. Sich nicht bitten lassen, sondern da sein.
Einmal ist keinmal
................................................................................................................................................................................................
Bei Hilfsangeboten und Versuchen, mit Trauernden in Kontakt zu treten, mit Ablehnung rechnen und sie trotzdem (ohne gekränkt zu sein) mehrmals wiederholen. Die ausgestreckte Hand, die ihnen zeigt, dass sie nicht vergessen und verlassen sind, tut Trauernden gut, auch wenn sie nicht einschlagen. Was vorgestern noch abgelehnt wurde, wird morgen vielleicht gern genommen.
Beim ersten Mal tut´s weh
................................................................................................................................................................................................
An Fest-, Jahres-, Geburts- und Todestagen an die Trauernden denken und sie dann nicht allein lassen – alles, was sie zum ersten Mal ohne die Verstorbenen erleben müssen, ist besonders schwer.
Den Verlassenen verlässlich sein: klare Ansagen
................................................................................................................................................................................................
Trauernde sind Verlassene, daher klare und zuverlässige Verabredungen treffen, statt neue Ungewissheiten und Enttäuschungen zu produzieren. Keine vagen Zusagen machen, sondern sagen, was und wann ich kann, und deutlich ankündigen, wann ich kommen oder was ich tun werde bzw. wo meine eigenen Grenzen sind.