„Wir freuen uns sehr über diese Förderung. Die Transfer- und Koordinierungsstelle wird die Arbeit mit der Zivilgesellschaft und die Präventionsarbeit vor Ort unterstützen und so dazu beitragen, eine zentrale Forderung der Istanbul-Konvention umzusetzen“, sagt Sabine Stövesand, Professorin an der HAW Hamburg, die das Konzept entwickelt hat. Die Entscheidung fiel wenige Tage nach Bekanntgabe der neuen alarmierenden Zahlen von Bundesinnenministerium und BKA, die im vergangenen Jahr einen weiteren Zuwachs von Gewalt in Partnerschaften und häuslicher Gewalt verzeichneten.
Die neue Transfer- und Koordinierungsstelle soll die Erfahrungen und die Expertise aus den bisher 24 örtlichen StoP-Projekten bundesweit systematisch aufbereiten und für weitere Träger und Kommunen nutzbar machen. Damit wird ein entscheidender Schritt zur Verbreitung des wissenschaftlich fundierten und praktisch erprobten Präventionskonzepts getan.
StoP schließt eine Lücke im Gewaltschutz. Es setzt direkt dort an, wo Frauen Gewalt erfahren – im häuslichen Umfeld und Wohnquartier. Im Mittelpunkt stehen die Menschen vor Ort und ihr Potenzial zu helfen, Zivilcourage zu zeigen und für nachhaltige Veränderung zu sorgen. StoP adressiert Betroffene ebenso wie die direkte Nachbarschaft. Mit Aktionen vor Ort, Gesprächen, Veranstaltungen und praktischer Unterstützung leistet StoP Aufklärung und Ermutigung, stärkt Betroffene und begleitet sie auf dem Weg ins Hilfesystem. Damit erfüllt StoP die wesentliche Forderung der Istanbul Konvention, die von den Mitgliedsstaaten eine stärkere Fokussierung auf präventive Maßnahmen fordert.
Die Mittel für StoP e.V. sind Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets des Bundes für einen verbesserten Schutz von Frauen. So sind bis einschließlich 2029 auch 150 Millionen Euro für die Sanierung bestehender Frauenhäuser vorgesehen sowie eine App „Gewaltfrei in die Zukunft“.
