„Not my business“ – mit diesem Satz stellt die 23-jährige Designabsolventin Meret Lafin die gesellschaftliche Erwartung infrage, dass Care-Arbeit für Frauen selbstverständlich sei. In ihrer Bachelorarbeit untersucht sie, wie sich unsichtbare Fürsorge, Überlastung und strukturelle Ungleichheit sichtbar machen lassen, und welche Rolle Schrift dabei spielen kann. Dabei verbindet sie gesellschaftliche Analyse mit einem eigenen gestalterischen Ansatz und fragt, wie Typografie soziale Dynamiken übersetzen und erfahrbar machen kann.
Woher stammt die Idee für deine Abschlussarbeit?
Meret: Ich wusste früh, dass ich meine Bachelorarbeit im Bereich Type Design machen möchte, nur das Thema war lange offen. Einen konkreten Auslöser gab es nicht, aber der Roman „Und alle so still“ von Mareike Fallwickl hat mich nachhaltig beschäftigt. Gleichzeitig ist Care-Arbeit natürlich auch in meinem eigenen Leben ein Thema. Ich bin groß geworden mit einer Mutter, die nach ihrem ersten Kind nicht in Vollzeit gearbeitet hat. Es geht mir aber nicht darum, individuelle Entscheidungen infrage zu stellen. Denn gerade bei diesem Thema scheint es kaum möglich, „alles richtig“ zu machen. Wer Elternzeit nimmt, riskiert Nachteile im Job. Wer schnell zurückkehrt, wird auch kritisiert.






