„CARE! Wenn aus Liebe Arbeit wird“ – so lautet der Titel der Ausstellung im Museum der Arbeit, die sich mit der aktuellen Situation in der Pflege beschäftigt. Was sich dahinter verbirgt und wie die Außenperspektive auf den Pflegeberuf und die Gesundheitsfürsorge aussieht, erkundeten am Freitag, dem 12. Dezember 2025, 17 Studierende der Masterstudiengänge Health Sciences und Pflege gemeinsam mit ihren Studiengangskoordinatorinnen Dr. Claudia Terschüren und Dr. Katrin Blanck-Köster.
Die Ausstellung verdeutlicht einmal mehr anhand vielfältiger Bilder und Objekte, dass unbezahlte Care-Arbeit in Familien nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet wird. Etwas mehr als 70 Prozent der pflegenden Angehörigen sind Frauen, doch die Fürsorgearbeit für Kinder und die Gesundheit der Familie wird weder als Arbeit noch als wirtschaftliche Leistung anerkannt – und bleibt damit unsichtbar. Sichtbar hingegen wird anhand gestickter Sinnsprüche auf Geschirrhandtüchern und Vorhängen, wie Frauen diese Aufgaben verinnerlichten und das „traute Heim“ mit der Nadel zur Zierde „stechen“ durften. Dieses traditionelle Rollenbild aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ist bis heute in unserer Gesellschaft tief verankert und verpflichtet Frauen als Mütter und Töchter häufiger zur unbezahlten Care-Arbeit.
Auch die professionelle Pflege kommt nicht zu kurz: Der Applaus, der ihr während der Pandemie zuteilwurde, ist längst verklungen, während sich der Pflegenotstand weiter verschärft hat. Die Ausstellung stellt die Frage: Wie reagiert unsere Gesellschaft auf immer mehr Pflegebedürftige bei gleichzeitig immer weniger Pflegekräften? Die Antworten lauten: Migration und Digitalisierung. Dabei wird deutlich, dass Migration keine neue Lösung ist: Bereits in den 1960er Jahren wurden gut ausgebildete Pflegekräfte aus Korea angeworben, um den damaligen Pflegenotstand zu lindern. Schon damals galt die Anwerbung ausländischer Fachkräfte als Ausweg – ein Muster, das sich bis heute fortsetzt. Viele dieser Pflegekräfte aus Asien, der Türkei oder Osteuropa lassen ihre Familien zurück, denen wiederum eine fürsorgliche Person fehlt.
Die zweite Antwort lautet: Digitalisierung – etwa durch den Einsatz von Robotern wie der Therapie-Robbe Paro. Dass die kleine Robbe „wirkt“, konnte die Gruppe selbst erfahren: Ihre großen, schwarzen Kulleraugen, hinter denen sich Kameras verbergen, ihre freundlichen Laute und die Bewegungen, die durch Streicheln ausgelöst werden, zauberten allen, die sie halten durften, ein Lächeln ins Gesicht – auch wenn wir sie eigentlich mit einem wissenschaftlich prüfenden Blick betrachten wollten.
In der anschließenden Diskussion kam die Exkursionsgruppe zu dem Schluss, dass die Sicht der Kurator:innen die Situation in der bezahlten und unbezahlten Care-Arbeit treffend darstellt und die Besucher:innen zum Nachdenken anregt. Ermöglicht wurde diese Exkursion durch die finanzielle Unterstützung der Gleichstellung. Wir sagen Danke!
Claudia Terschüren & Katrin Blanck-Köster










