Die Dissertation von Aurelio Olivares Ferrer baut wesentlich auf seinen Forschungstätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im Projekt Delaware "Delaminationswachstum in schlaggeschädigten Carbonfaser verstärkten Kunststoffen nach Re-Infiltrierung der Schadensstelle" (finanziert durch die HAW Hamburg) an der Fakultät Luftfahrt- und Fahrzeugsysteme (LFS) der HAW Hamburg auf. Im Mittelpunkt stand das Thema Delaminationswachstum in schlaggeschädigten Faserverbundkunststoffen nach Re-Infiltrierung. Ein großer Teil der experimentellen Untersuchungen wurde im Leichtbaulabor von LFS durchgeführt – unterstützt unter anderem durch die engagierte und ideenreiche Mitarbeit von Labormitarbeiter Herbert Theilen. Neben seiner Forschung war Herr Olivares Ferrer auch in der Lehre aktiv und unterrichtete an der Fakultät LFS Technische Mechanik A im Studiengang Mechatronik sowie Mathematik 1 in den Studiengängen Fahrzeugbau und Flugzeugbau. Seine wissenschaftliche Tätigkeit wurde zusätzlich durch das spanische Ministerio de Ciencia e Innovación (Förderkennzeichen PID 2019-108807RB-I00), das ERASMUS+ Mobility Programm, den Mobility Grant der UPV und durch die Fakultät LFS mit Zuschüssen zu Konferenzteilnahmen gefördert.
Bereits während eines Praktikums an der HAW und später in seiner Masterarbeit beschäftigte sich Aurelio Olivares Ferrer intensiv mit Delaminationsschäden in Faserverbundwerkstoffen. In seiner Dissertation widmete er sich einer Reparaturtechnik für Carbonfaser verstärkte Kunststoffe der zivilen Luftfahrt, bei der kaum sichtbare Schlagschäden (als BVID „Barely Visible Impact Damages“ bezeichnet) nicht wie üblicherweise entfernt und dann durch ein sogenanntes Reparaturpflaster ersetzt werden, sondern mittels Harzinfiltrierung so stabilisiert werden, dass kein weiteres Schadenswachstum mehr auftritt. Es handelt sich um ein minimal-invasives Verfahren, das enormes Potential zur Kosten- und Zeitersparnis bei der Reparatur von modernen Passagierflugzeugen besitzt. Im Rahmen seiner Arbeit konnte er die Re-Infiltrationstechnik entscheidend weiterentwickeln und die Qualität der Reparaturen im Labormaßstab deutlich verbessern. Zudem hat er wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung von Nachweisverfahren für statische Belastungen bei solchen Reparaturen geleistet.
Heute arbeitet Aurelio Olivares Ferrer als Forschungs- und Lehrtechniker an der Universidad CEU Cardenal Herrera in Castellón, Spanien. Dort unterrichtet er Physik, Statistik sowie 3D-Design und mechanische Simulation. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Rotorblatterosion von Windkraftanlagen und deren Einfluss auf Effizienz und Lebensdauer.
Text: Prof. Dr. Markus Linke