„Sie suchen den AStA? Der sitzt da oben“, sagt der freundliche Student und zeigt auf das Backsteingebäude, in dem sich die Maschinenhalle befindet. Es ist Hamburgs bisher heißester Sommertag, doch im Dachgeschoss des Berliner Tor 11 wird fleißig gearbeitet. Seitdem Maike Voß und Patricia Sadre Dadras im Juni zum neuen AStA-Vorstand gewählt wurden, haben sie sich eingearbeitet, viele Gespräche geführt und das zukünftige Konzept besprochen.
„Die HAW, das ist mehr als das Berliner Tor.“
„Unsere Aufgabe ist es, die Interessen der Studierenden herauszufinden und zu vertreten“, erklärt Maike. Dabei verstehen sich die AStA-Vorsitzenden als Partnerinnen der Studierenden auf Augenhöhe. Schließlich studierenden sie – wie alle ihre Kollegen und Kolleginnen im AStA – selbst noch: Maike Voß im 5. Semester Gesundheitswissenschaften, Patricia Sadre Dadras im 6. Semester Pflegeentwicklung und Management. „Trotzdem siezen uns Studierende sogar manchmal. Aber wir sind alle auf einem Level!“, betont die 26-jährige Patricia. Wichtig ist den beiden, in ihrer Arbeit alle Fakultäten und Standorte miteinzubeziehen. „Die HAW, das ist nicht nur das Berliner Tor, sondern auch Bergedorf, die Armgartstraße, die Finkenau und die Alexanderstraße.“
Maike hat schon in der letzten AStA-Amtszeit an der Seite des Vorstands gearbeitet. Patricia war vorher Referentin für politische Bildung im AStA. Als sie im letzten Jahr die Demonstration gegen Studiengebühren zusammen mit anderen Studierenden organisierten, stellten sie schnell fest, dass sie gut zusammenpassen. Jetzt leiten sie den AStA gemeinsam – und sehen sich dabei weniger als „Vorstand von oben“ als vielmehr „Koordinationsstelle" aller Aktivitäten im AStA.
„Der Campus ist bislang kein Ort der Begegnung.“
Auch ihr Konzept haben sie in Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom alten und aktuellen AStA sowie mit Studierenden erstellt. „Das ist das Tolle daran – von jeder Person steckt quasi ein Teil darin“, sagt Maike. Besonders wichtig ist der 22-Jährigen die Förderung der Campuskultur an der HAW Hamburg. „Im Moment ist das hier kein Ort der Begegnung. Die Veranstaltungen der einzelnen Departments und Fakultäten liegen zeitlich so versetzt, dass die Studierenden sich kaum noch treffen“, klagen die AStA-Vorsitzenden. Sie wollen mehr Plätze schaffen, an denen Studierende sich auch außerhalb der Vorlesungen begegnen können.
Hochschule soll grüner und gesünder werden
Außerdem wünschen sich Patricia Sadre Dadras und Maike Voß eine grünere Hochschule. Zusammen mit interessierten Studierenden wollen sie analysieren, wie die HAW Hamburg energieeffizienter und umweltfreundlicher werden kann. „Dazu gehören Themen wie Wärmedämmung, Mülltrennung, Papierverschwendung oder auch, ob man Lichtschalter durch Bewegungssensoren ersetzt“, „Umwelt und Nachhaltigkeit“ soll als neuer Arbeitsbereich in das Referat Soziales eingegliedert werden, genauso wie „Gesundheit und Sport“. Dort will sich der AStA zum Beispiel mit dem Essens- und Platzangebot in den Mensen auseinandersetzen sowie mit psychischen Belastungen von Studierenden. „Wir wollen uns anschauen, inwieweit durch den Bolognaprozess und die Regelstudienzeit das Studium stressiger geworden ist. Hier geht es uns nicht nur darum, Symptome zu bekämpfen, sondern Ursachen“, so Patricia.
Dazu schließen sie sich auch mit den ASten anderer Hamburger Hochschulen zusammen. Gemeinsam mit ihnen haben sie im September einen Termin mit der Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt. Dabei soll es auch darum gehen, dass Studierende mehr Mitsprache- und Bestimmungsrecht erhalten bei der Verwendung der Kompensationszahlungen für die weggefallenen Studiengebühren.
Eine ganze Reihe von Themen kommt also in der nächsten Zeit auf die beiden Vorsitzenden zu. „Wir haben ein tolles Team, ich freue mich total!“, strahlt Patricia. „Bei uns sind Leute aus allen Fakultäten, von Informatik über Umwelttechnik bis hin zu Gesundheitswissenschaft.“ Rund 40 Studierende engagieren sich zurzeit im AStA der HAW Hamburg.
„Wir sind viel näher dran am Geschehen!“
Wie kommt es, dass die beiden auch neben dem stressigen Studium noch etwas für ihre Hochschule tun wollen? „Bei der Demo gegen die Studiengebühren habe ich gemerkt, wenn wir laut sind, können wir etwas erreichen. Wir haben es geschafft, dass tausende Studierende auf die Straße gegangen sind und Studiengebühren abgeschafft wurden!“, erzählt Maike mit Begeisterung in der Stimme. Ihre Kollegin Patricia ergänzt: „Es ist unsere Hochschule. Ich habe die Möglichkeit, etwas zu verändern und das will ich auch! Und zwar zusammen mit anderen Studierenden – denn wir sind viel näher dran am Geschehen!“
Homepage des AStas der HAW Hamburg:
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Aktuelles Konzept:
<link http: www.asta.haw-hamburg.de files konzept_asta.pdf _blank external-link-new-window>www.asta.haw-hamburg.de/files/Konzept_AStA.pdf
Öffentliche AStA-Sitzung für alle Studierenden:
Jeden Donnerstag um 11 Uhr im Dachgeschoss, Berliner Tor 11 (auch während der vorlesungsfreien Zeit).
Informations- und Beratungszentrum (IBZ) des AStA
Campus Berliner Tor
Lübeckertordamm 2-4
Tel: 040 28 46 456-70
Öffnungszeiten vom 16.07. bis 16.09.2012:
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 12 - 16.30 Uhr
Kontakt, Anregungen und Fragen:
AStA der HAW Hamburg
Patricia Sadre Dadras und Maike Voß
<link mail>vorstand@asta.haw-hamburg.de