Auftakt der Veranstaltung und ein Appell zur Zusammenarbeit
Prof. Dr. Ute Lohrentz, Präsidentin der HAW Hamburg, eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit Prof. Dr. Tankred Müller und Prof. Dr. Henner Gärtner. Die Botschaft war klar: Mobilität ist kein abstraktes Thema. Sie betrifft uns täglich, sie ist konkret: „Selten war Mobilität politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich so umkämpft wie heute. Wir brauchen neue Allianzen, mit denen wir Zukunft gestalten“, sagte Lohrentz.
Sie betonte die Rolle der HAW Hamburg als Hochschule, die anwendungsnah arbeitet, interdisziplinär denkt und den Anspruch hat, gesellschaftliche Herausforderungen nicht nur zu beschreiben, sondern aktiv an ihren Lösungen mitzuwirken. Diese seien im Bereich Mobilität zu komplex, um sie isoliert aus einzelnen Perspektiven zu betrachten. Es brauche einen engen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Formate wie der Kongress schaffen deshalb den notwendigen Raum für Austausch, in dem unterschiedliche Fachrichtungen zusammenkommen, um Lösungen interdisziplinär zu denken.
Vielfältiges Programm und breites Themenspektrum
Die Organisator*innen stellten ein vielfältiges Programm auf die Beine mit mehr als 20 Fachbeiträgen, zahlreichen Exponaten im Foyer, einem Roboter sowie zahlreichen Impulsen für die Stadt von morgen. In insgesamt vier parallelen Sessions wurden über den Tag hinweg die unterschiedlichen Facetten moderner Mobilität beleuchtet. Einzelne internationale Speaker brachten zusätzliche Perspektiven ein und erweiterten den Blick über nationale Ansätze hinaus. Das Themenspektrum reichte von klimaneutraler Schieneninfrastruktur bis hin zu digitalen Zwillingen und zeigte, wie breit und zugleich vernetzt die aktuellen Fragestellungen sind.
Was Verhalten wirklich verändert
Mark Hoelling von eScootee stellte eine bewusst provokante These vor: Mobilität lasse sich nicht allein durch technische Lösungen verändern, sondern werde vor allem durch Gewohnheiten, soziale Orientierung und Bequemlichkeit geprägt. Anhand verschiedener Beispiele zeigte er, wie stark die Wahrnehmung unsere Entscheidungen beeinflusst, etwa beim Thema E-Autos. Nach dem Wegfall der staatlichen Förderung entstand bei vielen der Eindruck, die Fahrzeuge seien deutlich teurer geworden, obwohl Hersteller ihre Preise bereits angepasst hatten. In diesem Zusammenhang brachte Hoelling auch die Idee ins Spiel, statt kurzfristiger Maßnahmen wie Tankrabatten stärker auf Kommunikation zu setzen, um solche Missverständnisse gezielt aufzuklären und neue Impulse im Alltag zu schaffen.
