„Wir sind Deutschlandweit die erste Hochschule, die ein Weiterbildungsangebot in Außerklinischer Intensivpflege anbietet. Damit fördern wir die Professionalisierung der Pflegeberufe, indem erwartete Kompetenzen auf der Basis enger Verzahnung von Wissenschaft und Praxis vermittelt werden. Langfristig ist geplant, sich das Abschluss-Zertifikat als wissenschaftliche Weiterbildung in einem einschlägigen Studiengang, beispielsweise im Master Pflege, anerkennen zu lassen“, sagt Maya Maier. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin ist Fachkrankenschwester für Intensivpflege und hat an der HAW den Weiterbildungs-Master Pflege abgeschlossen. Sie ist gemeinsam mit Prof. Petra Weber vom Department Pflege und Management für die inhaltliche und konzeptionelle Ausgestaltung der neuen Weiterbildung zuständig.
Mit diesem Angebot leistet die HAW einen wichtigen Beitrag, um die Akademisierung der Pflege in Deutschland voran zu bringen. So haben die professionell Pflegenden dieses Berufsfeldes die Chance, sich eine neue berufliche Perspektive in der direkten Patientenversorgung zu eröffnen.
Mit dem Fortschreiten medizinischer und technischer Errungenschaften haben Patienten und Patientinnen heutzutage die Chance, ihr Leben in häuslicher Versorgung zu gestalten, auch wenn sie schwer intensivpflegebedürftig und von technischen Geräten abhängig sind. Die neue Weiterbildung in außerklinischer Intensivpflege ist genau auf diesen steigenden Bedarf ausgerichtet und richtet sich speziell an professionell Pflegende, die bereits in der außerklinischen Intensivpflege tätig sind und sich in diesem Bereich auf moderner wissenschaftlicher Basis weiterbilden wollen. Die Teilnehmenden müssen kein vorheriges Studium der Pflege absolviert haben. Allerdings besteht für Pflegende mit akademischem Hochschulabschluss die Möglichkeit, sich mit einem erfolgreichen Abschluss dieser wissenschaftlichen Weiterbildung für einen einschlägigen Studiengang zu qualifizieren.
Was ist das Ziel der Weiterbildung?
Die die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden durch die Weiterbildung befähigt, spezifische Pflegeinterventionen in ihr pflegerisches Handeln zu integrieren und intensivpflegebedürftige und beatmete Patienten und Patientinnen in außerklinischen Versorgungssituationen kompetent und eigenverantwortlich zu betreuen.
Als Referenten konnten sowohl Expertinnen und Experten aus der Praxis gewonnen werden, als auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der HAW Hamburg. Zum Beispiel: Prof. Petra Weber, Professorin für Pflegewissenschaften an der HAW Hamburg, Prof. Dr. phil. Uta Gaidys, ebenfalls Professorin für Pflegewissenschaften an der HAW Hamburg, Prof. Dr.-Ing. Thomas Netzel, Vizepräsident Forschung und Transfer, Dr. med. Martin Bachmann, Sektionsleiter Beatmungszentrum der Asklepios-Klinik Harburg, Dr. jur. Fabian-Simon Frielitz, LL.M., M.A., MBA, Lehrbeauftragter der HAW Hamburg und Sören Tiedemann, Atmungstherapeut (DGP) / Respiratory Therapist, BG Klinikum Hamburg.
Inhalte aus Praxis und Theorie
Aufgebaut ist die Weiterbildung in zwei Module. Das Modul 1 „Pflegeinterventionen der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege“ vermittelt Themen wie die Leitlinie „Nichtinvase und invasive Beatmung als Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz“ (DIGAB), Krankheitsbilder und Medikamentenmanagement, Schmerzmanagement, Gerätetechnik und Umgang mit Beatmungszubehör. Spezielle Szenarien aus der Praxis können die Teilnehmenden im Pflegelabor des Departments Pflege und Management realitätsnah und doch fern vom Alltagsstress erproben.
In Modul 2 werden Themen der „Entscheidungsfindung und Beratung in außerklinischen Versorgungsprozessen“ behandelt. Dabei geht es um Beratungs- und Unterstützungsprozesse zur Begleitung von Patientinnen und Angehörigen, Strukturen der Gesundheitsversorgung (Versorgungs- und Finanzierungsmodelle), themenrelevante Inhalte des Sozialgesetzbuches und auch ethische Theorien und Entscheidungsfindung.
Insgesamt hat die Weiterbildung einen Umfang von 300 Stunden. Davon sind 160 Stunden Präsenzzeiten, die an jeweils zwei bis drei Tagen im Monat ausgerichtet werden, ergänzt durch ein curricular geleitetes Selbststudium. Das Besondere an der Weiterbildung ist ein kompetenzorientiertes didaktisches Konzept für Pflegende mit unterschiedlichen Lern- und Bildungsbiographien, zu dem Katharina Straß (Department Pflege & Management) und Sabine Rasch (Arbeitsstelle für Studium und Didaktik) beratend zur Seite stehen.
Text: Ina Nachtweh
Weitere Informationen:
Maya Maier
ZEPRA, Bereich Wissenschaftliche Weiterbildung
Tel.: 040.428 75-7037
<link mail window for sending>maya.maier@haw-hamburg.de