Studenten der HAW Hamburg machen Coca-Cola Konkurrenz

Lorenz Hampl (26), Student der Medientechnik im dritten Semester, und Mirco Wolf Wiegert (27), Student der Außenwirtschaft im neunten Semester, haben eine eigene Brause entwickelt, die nun die neue Nummer eins werden soll. "fritz-kola" heißt das Produkt und wird bereits in 30 Hamburger Kneipen verkauft. Sie kostet zwar zehn Cent mehr als die übliche Cola, dafür beinhaltet fritz-kola den erlaubten Höchstgehalt an Koffein (250 mg/l - entspricht ca. 4 Tassen Kaffee… - normal sind 40 mg/l) und einen Spritzer Zitrone.


Keine Allerweltscola

Die beiden Studenten scheuen sich nicht, selbstbewusst ihr Produkt zu vermarkten. So werben Sie auf ihrer Homepage mit dem Spruch: "Das Ende des Monopols der Allerwelts-Cola ist gekommen! Die neue Kola für Hamburg ist da! fritz-kola, die Kola fürs Hamburger Freizeit- und Nachtleben." Zusätzlich sind die Flaschen mit ihren Gesichtern beklebt. Der Einstieg ins Geschäft der Brause-Welt hat geklappt: Seit Februar gibt es nun die fritz-kola und sie wird bereits in über 30 Kneipen und 10 hochwertigen Feinkostläden verkauft. Durch den wesentlich höheren Koffeingehalt und den Spritzer Zitrone unterscheidet sie sich im Geschmack deutlich von der weit verbreiteten Coca-Cola. Außerdem gibt es fritz-kola nur pur und in Glasflaschen, denn Lorenz und Mirco mögen weder Plastikflaschen noch Light-Produkte. Zusammen mit einer kleinen Brauerei stellen sie die Kola für Hamburg her. Natürlich haben sich die Macher ihr Produkt patentieren und markenrechtlich schützen lassen. Im Moment "trägt sich die Sache, aber reich werden wir nicht", sagt Mirco. Was nicht ist, kann ja noch werden.


Eine "Schnapsidee"

Angefangen hat alles mit einer Idee am Küchentisch. Die beiden Freunde wollten sich selbständig machen und überlegten schon lange, womit. Lorenz Hampl erinnert sich an Ideen wie eine Bar oder sogar einen Schuhladen. Doch irgendwie war das nicht das Richtige. Ihr Blick fiel auf eine Colaflasche, die auf dem Tisch stand, und beide hatten den gleichen Gedanken: Eine bessere Cola soll her! Lorenz Hampl meint: "Das war eigentlich eine Schnapsidee". Mit erspartem Geld bauten sich die zwei Studenten nebenbei das "Brause-Unternehmen" auf. Dass viele Firmen Konkurs gingen, war ihnen egal. "Wir wollten damit auch lernen, wie man sich selbständig macht", meint Mirco Wiegert. Die Erfahrungen aus dem Studium halfen ihm ein wenig weiter. Aber dennoch war es nicht leicht, eine Brauerei zu finden, die mit den beiden Jungunternehmern zusammenarbeiten wollte. "Wir haben bei 30-40 Brauereien angefragt, aber die großen schieden gleich alle aus, weil wir zu kleine Mengen brauchten." Es fand sich ein kleines Unternehmen mit ca. 15 Mitarbeitern, die sich auf "Kola" einließen. Von der ersten Idee bis zur ersten Flasche fritz-kola dauerte es insgesamt eineinhalb Jahre. Kaum einer ihrer Bekannten wusste davon, deshalb sind jetzt alle überrascht. "Meine Profs finden das klasse, die sind total begeistert", freut sich Mirco Wiegert.



fritz-kola - ein Erfolg

fritz-kola - das ist "witzig, frech und ein Herausforderer", so die beiden Erfinder. Die Freunde regeln alles neben dem Studium und Job selbst: Vertrieb, Homepage, Werbung, Produktion etc. Gelagert werden die Flaschen bei den Eltern im Keller. Bisher gibt es die Kola zwar nur in Hamburg, Wentorf und Lüneburg zu kaufen, aber Fans und Interessierte melden sich bereits deutschlandweit. Im Gästebuch der zwei Studenten häufen sich Anfragen aus süddeutschen Städten. Auch die Medien berichten von der Cola-Konkurrenz. So ist es nicht verwunderlich, dass sich fritz-kola auch ohne Werbung schnell herumspricht. Mirco und Lorenz haben viel vor: "In Hamburg wollen wir die Nummer eins werden." Allerdings legen die zwei großen Wert darauf, kein Ramschprodukt zu verkaufen. Als Supermärkte kommen nur hochwertige Läden in Frage. fritz-kola soll sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda herumsprechen und eine echte Marke werden. Lorenz Hampl und Mirco Wiegert sind zuversichtlich: "Inzwischen wird es soviel, dass wir es nicht mehr schaffen, jeder Bar die Flaschen zu liefern und alles alleine zu machen. Deshalb müssen wir langsam was abgeben." Das fällt zumindest Lorenz Hampl schwer, denn der Kontakt zu den Leuten war für ihn immer spannend. Nur durch Aufgabenverteilung könne die Firma jetzt noch wachsen. Und das soll sie: Die Studenten wollen nach ihrem Abschluss an der HAW Hamburg in ihrem Unternehmen weiterarbeiten und Gewinne einfahren.


Übrigens wird es die Fans der fritz-kola freuen, dass weitere Getränke in Planung sind. Natürlich alles noch geheim, aber auf jeden Fall sollen sie sich wieder von den alteingesessenen Produkten unterscheiden und für Spaß sorgen.


Mehr Informationen über fritz-kola erhaltet ihr unter:

www.fritz-kola.de

 

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