Die HAW Hamburg setzt neue Akzente im Ingenieurstudium – und macht dabei ihre Studierenden von Beginn an zu aktiven Mitgestalter*innen. Mit dem Projekt „SDG NIW – Studierende gestalten nachhaltige Ingenieurwissenschaft“ hat die Hochschule die Stiftung Innovation in der Hochschullehre (StIL) in der Förderlinie „Die Welt ist mein Campus“ überzeugt. 3,28 Millionen Euro beträgt die Fördersumme, das Projekt startet am 1. Juli 2026 und läuft bis zum 30. Juni 2030.
Kern des Projekts an der Fakultät Nachhaltige Ingenieurwissenschaften (NIW) ist ein Kulturwandel in der Lehre, und zwar hin zu noch mehr projektorientiertem, forschendem und co-kreativem Lernen. Das grundlegende Ziel: Von Anfang an soll das Ingenieurstudium auf das Bearbeiten gesellschaftlicher Themen und nachhaltiger Problemstellungen ausgerichtet sein.
Die Fakultät NIW gestaltet dafür die Studieneingangsphase neu. Sie führt ein Pflichtmodul Nachhaltigkeit ein, verankert Nachhaltigkeitskompetenzen in bestehenden Modulen, entwickelt eine Studienrichtung Nachhaltigkeit und baut projekt- sowie forschungsorientierte Lernformate aus. Gleichzeitig schafft sie mit einem Innovation-Hub neue Räume für den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Von den Reformen profitieren konkret die Bachelorstudiengänge Maschinenbau und Produktion, Mechanical Engineering und Verfahrenstechnik sowie der Masterstudiengang Nachhaltige Energiesysteme im Maschinenbau. Sie sollen Prototypen für andere Studiengänge der Fakultät werden, in einem zweiten Schritt für andere Studiengänge der HAW Hamburg sowie schließlich für Ingenieurstudiengänge an anderen Hochschulen.
„SDG NIW‘ steht für einen Paradigmenwechsel im Ingenieurstudium“, sagt Prof. Dr. Frederike Masemann, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der HAW Hamburg. „Unsere Studierenden lernen nicht nur fachlich qualifiziert, sondern von Beginn an verantwortungsvoll, reflektiert und wirksam zu handeln. Sie arbeiten an realen gesellschaftlichen Herausforderungen, verbinden wissenschaftliche Methoden mit Nachhaltigkeitskompetenzen und gestalten ihr Studium aktiv mit. Genau diese Verbindung aus akademischer Qualität, gesellschaftlicher Relevanz und studentischer Mitverantwortung zeichnet das Projekt als zukunftsfähig für Studium und Lehre aus.“
Prof. Dr. Enno Stöver, Dekan der Fakultät NIW ergänzt: „Wir denken das Ingenieurstudium neu: ,SDG NIW‘ legt Nachhaltigkeit wie einen roten Faden in den Curricula aus, schafft Raum für noch mehr projekt- und forschungsorientiertes Lernen und versteht Studierende als Partner*innen in der Weiterentwicklung der Studiengänge. In Curriculumswerkstätten, Planungszellen, Fokusgruppen und dialogischen Evaluationsformaten arbeiten sie zusammen mit Lehrenden daran, Studieninhalte und Lehr-Lern-Formate zu verbessern. Die Ergebnisse fließen kontinuierlich in Gremien zurück und werden – wo erfolgreich – dauerhaft in Studien- und Prüfungsordnungen verankert.“
Das Projekt erreicht an der Fakultät NIW rund 2.400 Studierende. Doch „SDG NIW“ soll Transferpotenzial weit über die Fakultät hinaus entfalten – innerhalb der HAW Hamburg, in der Metropolregion Hamburg und auch bundesweit.
