
Studierende auf dem Campus der North Carolina State University
Für Calé, Studentin im Studiengang Medien und Kommunikation (B.A.) an der Fakultät Management, Governance und Medien der HAW Hamburg, war es ein intensiver Perspektivwechsel: akademisch, kulturell und mit Blick darauf, wie gesellschaftliche Themen verhandelt und vermittelt werden.
Was Calé zuerst auffiel: die Dimensionen. Der Campus mit rund 40.000 Studierenden sei mit Buslinien, Einkaufsmöglichkeiten, Dining Halls und einem großen Sportangebot „wie eine eigene Stadt“ organisiert. Vor allem die Atmosphäre habe sie überrascht: ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl, das sich im Alltag zeigt. Inhaltlich war Calé vor allem von der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit bewegt. Neu war für sie der Begriff „Food Insecurity“, also der unsichere Zugang zu Lebensmitteln. In den USA sei das Thema komplex: Armut spiele hinein, aber auch Versorgungsprobleme und Logistik in ländlichen Räumen
Besonders hervor hebt sie die Interaktivität und den persönlichen Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden. Ein spezielles Element war das „Shadowing“: Am „First Day of Class“ begleiteten die Teilnehmenden lokale Studierende, um den Studienalltag direkt mitzuerleben.
Aus fachlicher Sicht blieb ihr ein Vortrag besonders im Gedächtnis: Prof. Serena Kim stellte eine Auswertung tausender Social-Media-Posts (2013–2022) vor. Die Auswertung fokussierte sich auf öffentliche Gefühlsäußerungen gegenüber Solarenergie und wurde differenziert nach Region, Stadt/Land und politischem Kontext vorgenommen. Für Calé verdeutlichte dies die Möglichkeit, gesellschaftliche Stimmungen systematisch zu erfassen und wie Datenanalyse in Kommunikationszusammenhängen dazu beiträgt, öffentliche Diskurse besser zu verstehen.
Als Studentin eines kommunikationswissenschaftlichen Studiengangs beobachtete Calé vor Ort besonders aufmerksam, wie stark mediale Bilder Erwartungen formen. Einige Motive, die in deutschen Berichten häufig vorkommen, erkannte sie wieder – zugleich erlebte sie viele Gespräche mit Menschen, die ihr Land kritisch reflektieren, sich engagieren und politische Entwicklungen aktiv diskutieren. Für sie bleibt: Ein differenziertes Bild entsteht erst, wenn man sich Zeit nimmt und Fragen stellt.
Solche Beobachtungen knüpfen an zentrale Fragen der Medien- und Kommunikationswissenschaft an: Wie entstehen Deutungen, welche Frames dominieren und was bleibt außerhalb des Bildausschnitts? Für Calé war der Aufenthalt daher auch ein Training im Perspektivwechsel: genauer hinsehen, nachfragen, einordnen.
Für Calé ist der wichtigste Punkt am Ende ganz pragmatisch: Solche Programme seien zugänglicher, als viele denken. Man brauche nicht den „perfekten Lebenslauf“, um profitieren zu können. Entscheidend sei vor allem Offenheit gegenüber Neuem. Gleichzeitig helfe das, was Studierende im Bachelor Medien und Kommunikation an der HAW Hamburg gezielt aufbauen: Medien- und Kommunikationsangebote strategisch zu konzipieren, Projekte sauber zu strukturieren und die eigenen Ideen sowie Lernerfahrungen überzeugend zu formulieren und zu reflektieren.

Rachel Calé studiert Medien und Kommunikation (B.A.) an der Fakultät Management, Governance und Medien. Sie bringt Berufserfahrung aus Redaktionen mit und arbeitet derzeit als Werkstudentin in der Redaktionsassistenz von Impulse Medien. Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich im Marketing eines gemeinnützigen Vereins.
Das Summer Institute ist ein vierwöchiges Programm von Fulbright Germany in Kooperation mit der North Carolina State University (NC State). Im Mittelpunkt stehen Nachhaltigkeit und interkultureller Austausch; Grundlage sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Bestandteil sind u. a. Kurse, Exkursionen sowie ein mehrtägiger Aufenthalt in Washington, D.C.
Die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission fördert seit Jahrzehnten den akademischen Austausch zwischen den USA und Deutschland. Mit Programmen wie „A Culture of Sustainability“ ermöglicht sie jungen Menschen, nicht nur ihr Wissen zu erweitern, sondern auch internationale Netzwerke zu knüpfen und interkulturellen Dialog zu fördern.
Webseite von Fulbright GermanyJan Homburg
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fakultät Management, Governance und Medien