„Vertrauen ist ein hohes Gut“

Holger Sterzenbach war elf Jahre Vorsitzender des Personalrats (PR) der HAW Hamburg. Seit Anfang Juni rücken – nach dem Rücktritt vom Vorsitz – andere Themen an der Hochschule in seinen Fokus. Wir haben mit Holger Sterzenbach zurück und nach vorn geschaut.

Porträt von Holger Sterzenbach© Holger Sterzenbach

Holger Sterzenbach war elf Jahre Vorsitzender des Personalrats und widmet sich nun anderen Themen an der Hochschule.

Sie waren 13 Jahre im Personalrat und seit 2014 PR-Vorsitzender – damit haben Sie das Miteinander an der HAW Hamburg geprägt und die Hochschule Sie sicherlich auch…
Ja, insgesamt bin ich schon 20 Jahre an der HAW Hamburg und habe hier sogar studiert - ich identifiziere mich sehr mit dieser Hochschule. Als Vorsitzender des Personalrats habe ich seit 2014 fünf Präsident*innen sowie viele Höhen und Tiefen der HAW Hamburg erlebt. Besonders einschneidend oder anders gesagt, sehr prägend, sind die Jahre der angespannten Finanzlage und der Corona-Pandemie gewesen und sind es immer noch – die haben das Miteinander an der HAW Hamburg nachhaltig verändert.

In den Höhen ist das Zusammenarbeiten meist entspannt – wobei das Spannungsfeld des Co-Managements, also welche Entscheidungen der Leitung tragen wir als PR mit, auch wenn sie nicht unserer Ansicht entsprechen, immer vorhanden ist. Aber in den „Tiefen“ ist es wichtig, sich auf eine gemeinsame Basis verlassen zu können. Und das ist bei mir Vertrauen: Wir müssen uns gegenseitig vertrauen können und lösungsorientiert arbeiten, nur dann bewegen wir gemeinsam etwas – Vertrauen ist ein hohes Gut und muss immer wieder erarbeitet werden.

Diese Maxime ist sicher nicht immer leicht, aufrecht zu halten.
Natürlich gab es intensive Diskussionen und strittige Themen. Aber nur ein Beispiel: Mit unserem ehemaligen Kanzler, Wolfgang Flieger, hatte ich wirklich fordernde Gespräche. Aber gleich wie die Diskussion gelaufen ist, wir haben uns am Ende die Hand gegeben und immer wieder den Weg auf die Sachebene gefunden. Als PR-Vorsitzender war es mir wichtig, stets Kooperationsbereitschaft zu signalisieren und gleichzeitig deutlich zu machen, dass wir als Personalrat klare „rote Linien“ haben, die wir nicht überschreiten werden.

Wir müssen uns gegenseitig vertrauen können und lösungsorientiert arbeiten, nur dann bewegen wir gemeinsam etwas – Vertrauen ist ein hohes Gut und muss immer wieder erarbeitet werden.

Holger Sterzenbach, ehemaliger Vorsitzender des Personalrats

Das führte dann zum Teil zu sehr langen Diskussionen, aber das zeigt für mich nicht nur die Diskussionsfreude hier an der Hochschule, sondern insbesondere das Engagement, das sehr viele Kolleg*innen einbringen und das sich aktuell auch im Strategieprozess „HAW Hamburg 2030“ zeigt – viele möchten etwas bewegen und Verantwortung übernehmen. Dafür braucht es neben dem guten Miteinander Wertschätzung: Jede*r möchte als Mensch mit ihren oder seinen jeweiligen Kompetenzen gesehen und wertgeschätzt werden.

Schauen wir nach vorn: Welchen Aufgaben werden Sie sich ab sofort an der HAW Hamburg widmen?
Ich freue mich sehr, seit Juni im Team Personalentwicklung zu arbeiten – es ist ein tolles Team, das großartige Arbeit leistet und sehr strukturiert sowie zielorientiert ist. Ich bin in dem Team für das Konfliktmanagement – hier bin ich die erste Anlaufstelle bei Konflikten und vermittle Unterstützung weiter –, das Betriebliche Eingliederungsmanagement, kurz BEM, und Gesundheitsförderung zuständig. Die beiden ersten Bereiche kann ich direkt zu 100 Prozent übernehmen, da ich hier viel Erfahrung habe und auch durch meine Tätigkeit als PR-Vorsitzender ein gutes Netzwerk in die Hochschule hinein mitbringe und zudem als Vertrauensperson bekannt bin. In die Gesundheitsförderung arbeite ich mich gerade intensiv ein.

Auch beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement geht es um Vertrauen: Ich möchte alle BEM-Berechtigten ermutigen, unser Beratungsangebot anzunehmen, damit wir die Beschäftigten nach längerer Arbeitsunfähigkeit gut dabei unterstützen können, wieder in den Arbeitsprozess hineinzufinden.

Holger Sterzenbach

Auch beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement geht es um Vertrauen: Ich möchte alle BEM-Berechtigten ermutigen, unser Beratungsangebot anzunehmen, damit wir die Beschäftigten nach längerer Arbeitsunfähigkeit gut dabei unterstützen können, wieder in den Arbeitsprozess hineinzufinden. Zugleich freue ich mich, die BEM-Dienstvereinbarung nun auf der Seite der Dienststelle in die Überarbeitung zu bringen und mit den Kolleg*innen aus dem Personalrat abzustimmen.

Insgesamt ist es ein sehr gutes Gefühl, wieder inhaltlich zu arbeiten und deutlich weniger Termine im Kalender stehen zu haben.

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