„Mit einfachen Worten schwierige Dinge ausdrücken.“

Amrei Jahn studierte Medien und Kommunikation an der HAW Hamburg mit Schwerpunktmodulen im Journalismus. Heute engagiert sie sich im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts in Panama für Transparenz bei öffentlichen Infrastrukturprojekten.

Schon vor meinem Studium haben mich zwei Fragen am Journalismus besonders interessiert: Wie wird man Journalistin in einer Zeit, in der immer weniger Menschen Qualitätsjournalismus vertrauen? Und wie kann Journalismus Menschen nicht nur informieren, sondern auch emotional erreichen? Ich fand die Idee spannend, dass eine gut erzählte Geschichte manchmal mehr in Menschen bewegen kann als eine Ansammlung von Fakten.

Im Studium an der HAW Hamburg habe ich gelernt, was es braucht, um aus Informationen eine gute Geschichte zu machen. Ein Satz eines Professors ist mir besonders geblieben: „Mit einfachen Worten schwierige Dinge ausdrücken.“ Er geht mir noch heute durch den Kopf, wenn ich an einer Reportage sitze. Gerade bei komplexen Themen ist es eine Herausforderung, verständlich zu schreiben, ohne sie zu vereinfachen.

In praktischen Projekten zu Reportage, Storytelling, Video, Podcast und Recherche konnte ich das immer wieder trainieren. Ergänzt wurde das durch ein von der HAW Hamburg ermöglichtes Erasmus-Auslandspraktikum in Barcelona sowie Praktika bei RTL und SPIEGEL TV.

Heute bin ich als weltwärts-Freiwillige von AFS, gefördert durch das BMZ, bei CoST – Iniciativa de Transparencia in Panama tätig. CoST schafft Transparenz bei Infrastrukturprojekten und macht sichtbar, wie öffentliche Gelder eingesetzt werden. Dabei begleitet mich vieles von dem, was ich an der HAW Hamburg gelernt habe: kritisch nachzufragen und sorgfältig zu recherchieren.

Besonders wertvoll ist für mich das gewonnene Selbstvertrauen. Die praktischen Projekte und Auslandserfahrungen haben mir gezeigt, dass ich mich auch in ungewohnten Situationen zurechtfinden kann. Mein Mantra lautet inzwischen: Einfach mal machen.

Nach meinem Freiwilligendienst möchte ich diesen Weg weitergehen und mit Unterstützung des DAAD einen Master in investigativem Journalismus in Kalifornien aufnehmen.