Transgenerationale Geburtserfahrungen besser verstehen - sensibler Umgang mit familiären Belastungen
Berufspädagogische Fortbildung für Praxisanleiter*innen
Viele Schwangere bringen Vorerfahrungen mit, die im Kontext von Schwangerschaft und Geburt erneut berührt und aktiviert werden können. Dazu zählen eigene belastende Geburten, sexualisierte oder körperliche Gewalt, medizinische Grenzverletzungen sowie Flucht- oder Kriegserfahrungen – aber auch Erfahrungen, die transgenerational, etwa von der Mutter oder Großmutter, epigenetisch weitergegeben worden sein können und den Verlauf von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett beeinflussen. Dieses Wissen kann Hebammen und Studierenden helfen, starke Reaktionen von Schwangeren besser zu verstehen, und die Begleitung entlasten. Sorgen, Ängste und Blockaden im Geburtsverlauf können sich durch das Erkennen dieser Zusammenhänge mitunter lösen.
Diese Fortbildung vermittelt Grundlagen zu familiensystemischen Dynamiken und Ordnungsmustern in der Geburtshilfe und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Praxisanleiter*innen solche Situationen einschätzen, deeskalieren und für die Lernprozesse der Studierenden nutzbar machen können.

Fünf gute Gründe für diese Weiterbildung
Sie verstehen, wie transgenerationale Geburtserfahrungen in geburtshilflichen Situationen wirken, entstehen und sichtbar werden können.
Sie erhalten praxisnahe Tools (Handwerkszeug), um unbewusste Dynamiken frühzeitig zu erkennen, präventiv zu begleiten und Wiederholungen möglichst zu vermeiden.
Sie stärken Studierende in herausfordernden Situationen fachlich und emotional.
Sie entwickeln transgenerational-systemische Kommunikations- und Anleitungsmuster für den Praxisalltag – als Ergänzung zur traumasensiblen Basisqualifikation.
Sie erhalten ein anerkanntes Weiterbildungszertifikat für Ihre berufspädagogische Fortbildung als Praxisanleiter*in.
Kontakt
HAW Hamburg
Campus Weiterbildung
Stiftstraße 69
20099 Hamburg
T + 49.40.21904 3910
| Termin | Teil 1: 14.09.2027 von 15.00 bis 18.30 Uhr Teil 2: 28.09.2027 von 15.00 bis 18.30 Uhr | |
| Umfang | 7 Zeitstunden (8 Unterrichtseinheiten) (Live-Online-Seminar) | |
| Kosten | 190,00 Euro | |
| Hinweis | Es handelt sich um eine anerkannte berufspädagogische Fortbildung in zwei Teilen. Teil 1 und Teil 2 können nur zusammen gebucht werden. |
Alle Informationen zu diesem Angebot
Worum es geht
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Für Hebammenstudierende sind Begegnungen mit Sorgen, Ängsten oder Blockaden, die von familiären Geburtserfahrungen etwa der Mütter oder Großmütter geprägt wurden und stärker wirken, als es die aktuelle Situation erwarten lässt, fachlich wie emotional anspruchsvoll: Sie wollen korrekt handeln, gleichzeitig sensibel bleiben und müssen oft spontan auf komplexe, teils generationsübergreifende Dynamiken reagieren. Praxisanleiter*innen haben hier eine Schlüsselrolle: Sie geben Orientierung, erklären Hintergründe und unterstützen Studierende darin, professionell, sicher und empathisch zu agieren.
Diese Fortbildung macht deutlich, wie transgenerationale Geburtserfahrungen epigenetisch weitergegeben werden können und wie eng sie – oft im Zusammenhang mit Trauma – mit dem Geburtsverlauf verknüpft sind. Damit unterscheidet sich diese Fortbildung von der Fortbildung „Traumasensible Anleitung“: Dort steht die aktuelle, individuelle Trauma- und Schamreaktion einer Schwangeren im Vordergrund; hier richtet sich der Blick zusätzlich auf die generationsübergreifende, familiensystemische Herkunft solcher Reaktionen. Das kann die geburtshilfliche Betreuung belasten und die Handlungsfähigkeit einschränken – und ist damit auch für die Praxisanleitung bedeutsam. Praxisanleiter*innen lernen, wie sie Studierende in emotional belasteten Situationen sicher begleiten, Belastungen erkennen und mit einer klaren, respektvollen Haltung dazu beitragen können, dass sich Schwangere gesehen und geschützt fühlen.
In zwei Modulen à 3,5 Stunden erhalten Sie fachliches Hintergrundwissen, Fallbeispiele aus der Praxis, konkrete Formulierungs- und Reflexionshilfen sowie Raum für Austausch über eigene Erfahrungen in der Anleitung.
Inhalte
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Grundlagen familiensystemischer Dynamiken und Trauma im geburtshilflichen Kontext
Typische Auslöser, Reaktionsmuster und Auswirkungen auf die Interaktion mit Hebammen und Studierenden; Grundlagen der Genogrammarbeit sowie familiärer
Sensibilität im Umgang mit Schwangeren
Haltungen, Sprache und Vorgehensweisen, die Sicherheit und Vertrauen fördern; achtsames und systembezogenes Eingehen auf Signalwörter und Reaktionen; Gestaltung von Wahlmöglichkeiten und Transparenz.
Professionelle Anleitung in sensiblen Situationen
Wie erkläre ich Studierenden die emotionalen Reaktionen einer Schwangeren? Wie leite ich sie an, feinfühlig und fachlich korrekt zu handeln? Wann ist es sinnvoll, dass die Praxisanleitung übernimmt – und wie wird das respektvoll kommuniziert?
Fallarbeit und praktische Beispiele
Arbeit mit dem Genogramm, Erkennen transgenerationaler Dynamiken, Unterscheiden von sogenannten „Fremdgefühlen“ (übernommenen Gefühlen), Reflexion eigener Geburtserfahrungen – auch der des Partners bzw. der Partnerin – sowie pädagogische Nachbesprechung ohne Schuldzuweisung.
Kommunikations- und Anleitungstools
Stabilisierende Formulierungen, Reflexionsmethoden und Gesprächsstrukturen für Studierende.
Reflexion und Transfer
Entwicklung individueller Leitlinien für eine transgenerational-systemische, präventiv wirkende Anleitungspraxis im eigenen Arbeitsfeld.
Zielgruppe
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Praxisanleiter*innen in allen geburtshilflichen Settings, insbesondere Hebammen-Praxisanleiter*innen, die mit Studierenden und Auszubildenden arbeiten und ihre berufspädagogische Kompetenz im Umgang mit transgenerationalen, oft traumatisch geprägten Geburtsdynamiken vertiefen möchten – auch als Ergänzung zur Fortbildung „Traumasensible Anleitung“.
Termin/Kosten
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Teil 1: 14.09.2027 von 15.00 bis 18.30 Uhr
Teil 2: 28.09.2027 von 15.00 bis 18.30 Uhr
Kosten: 190,00 Euro (für Teil 1 und Teil 2)
Lehrende
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Kola Brönner ist Diplom-Sozialarbeiterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie mit eigener Praxis für körperorientierte Psychotherapie, Traumatherapie und systembezogene Therapie in Aachen. Sie ist Mitgründerin des Integrativen Gesundheitszentrums Aachen (IGZ) sowie Ausbildungsleiterin im Bereich prä- und perinataler Therapie und Geburtsvorbereitung. In ihrer Arbeit verbindet sie körperpsychotherapeutische und traumatherapeutische Ansätze mit einem besonderen Schwerpunkt auf Schwangerschaft, Geburt und frühen Bindungserfahrungen. Präsidentin ISPPM (Internationale Gesellschaft für Prä- und Perinatale Psychologie und Medizin e.V.).
Voraussetzungen für die Teilnahme
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- Abgeschlossene Berufsausbildung als Hebamme oder ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss im Bereich der Hebammenwissenschaft/Hebammenkunde
- Berufserfahrung im Umfang von mindestens 18 Monaten
- Abgeschlossene Zusatzqualifizierung „Praxisanleitung im Hebammenstudium" oder Ermächtigung nach § 56 HEbStPrV
Technische Voraussetzungen
Unsere Live-Online-Seminare leben von aktiver Beteiligung, Austausch und gemeinsamer Arbeit – genau wie Präsenzveranstaltungen. Damit dies gelingt, benötigen alle Teilnehmenden:
- Eine stabile Internetverbindung
- Ein funktionierendes Mikrofon
- Eine funktionierende Kamera/Webcam
Abschluss
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Nach vollständiger Teilnahme erhalten Sie einen Weiterbildungsnachweis der HAW Hamburg
Die Fortbildung ist als berufspädagogische Weiterbildung zur Rezertifizierung als Praxisanleiter*in anerkannt.
Lernen mit Zoom
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Wir arbeiten mit der Lernplattform Zoom FAQ.
Ihr Live-Online-Seminar findet in einem virtuellen Seminarraum statt, in dem sie mit den Lehrenden und den anderen Teilnehmer*innen in Echtzeit lernen und sich live austauschen.
Kontakt
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Inhaltliche Fragen
Heike Klopsch, T + 49.40.21904 3814 heike.klopsch (@) haw-hamburg.de
Organisatorische Fragen
T + 49.40.21904 3910 weiterbildung (@) haw-hamburg.de
HAW Hamburg
Campus Weiterbildung
Stiftstraße 69
20099 Hamburg