Fachgebiete der Modulgruppe Kunst
Die Kenntnisse und Praktiken der Bildenden Kunst werden durch Kunstkurse vermittelt. Sie ermöglichen einen großen Freiraum zur Erfahrung und Wahrnehmung von künstlerischen Methoden, praktischen Arbeitsweisen und einem eigenen künstlerischen Problembewusstsein.
Bleisatz / Buchdruck
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In der Buchdruckwerkstatt lernen Studierende, typografisch mit Blei- und Holzbuchstaben sowie dem Hochdruckverfahren zu experimentieren. Das Labor verfügt über eine umfangreiche Schriftensammlung mit seltenen Exemplaren. Texte und Wörter werden aus beweglichen Lettern zu einer Druckform zusammengesetzt und im Hochdruckverfahren gedruckt. Die Bleisatzschriften sind Originale und dienen bis heute als Vergleichs- und Bezugspunkt für zeitgenössische Digitalschriften. Auf den Andruckpressen können neben gängigen Papiersorten auch experimentellere Bedruckstoffe wie handgeschöpfte Papiere, Kunststofffolien und viele weitere Materialien verarbeitet werden. An den Hochdruckpressen lassen sich außerdem Holzschriften und Klischees sowie weitere Druckstöcke wie Linol- und Holzschnittplatten drucken. Die Werkstatt bietet Beratung bei diversen Druckprojekten – vom Einzelblatt bis zum Buch. Auch buchbinderische Beratung und Betreuung werden angeboten. Hier werden Projekte von Editionen und Plakaten bis hin zu umfangreichen Buchprojekten in Kleinauflagen umgesetzt.
Computergestützte Kunst
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Ausgehend von der malerischen Geste untersucht das computergestützte Experiment digitale und analoge Bildwelten. Im Rahmen zeitgenössischer Kunst erforschen die Studierenden spielerisch digitale Medien und Werkzeuge. Es können zum Beispiel durch den Computer inspirierte Malereien, Animationen, Skulpturen oder Rauminstallationen entstehen.
Creative Writing
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Durch Erfahrung mit der Arbeit an eigenen Texten und der Analyse anderer entsteht ein lustvoller, bewusster Umgang mit Sprache. Die Studieren-den erwerben die Fähigkeit, Wahrnehmung in ein sprachliches Konzept zu übersetzen, erhalten elementare Einsichten in das literarische Handwerk, erwerben Kenntnis von literarischen und sprachlichen Stilmitteln und er-weitern den Spielraum ihrer Ausdrucksfähigkeit. Sprache wird als Inspirationsquelle der künstlerischen Arbeit entwickelt.
Dreidimensionales Gestalten
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Im dreidimensionalen Gestalten werden praktische Anwendungen skulpturaler Techniken vermittelt und skulpturale Konzepte hinterfragt. Neben traditionellen plastischen Objekten bekommt die dreidimensionale Gestalt auch eine zeitliche Komponente und das Prozesshafte gewinnt an Bedeutung. Skulpturale Handlungsprozesse bilden einen Schwerpunkt in der bildhauerischen Lehre. Eine Infragestellung der kunstgeschichtlichen Gattung der Plastik mit ihren dauerhaften festen Bildwerken sind Inhalt eines zeitgenössischen skulpturalen Diskurses. In diesem Zusammenhang ist die Erforschung von traditionellen und flüchtigen Materialien ein Thema in der Lehre.
Druckgrafik
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Druckgrafik als Ausdruckmöglichkeit auf der Basis handwerklicher Disziplinen erweitert das bildnerische Formvokabular. Die Tradition der Druckgrafik schafft Gestaltungsfreiräume für neue Bildpoesien. Bildfindung und -erfindung, das Entwickeln von Entwurfsstrategien sind weitreichende Möglichkeiten neben dem Edieren von Originalen.
Die Erfahrung des jeweiligen Materialwiderstandes spielt in den verschiedenen Techniken eine entscheidende Rolle. Die Erfahrung von Entschleunigung im Arbeitsprozess wird einbezogen. Dafür stehen 5 professionell eingerichtete Labore für Druckgrafik bereit.
- Holzschnitt (Hochdruck)
- Radierung (Tiefdruck)
- Steindruck (Flachdruck/ Lithographie)
- Siebdruck (Durchdruck/Seriegraphie)
- Buchdruck/Bleisatz (Hochdruck)
In allen Techniken werden Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene angeboten. Neben der praktischen Vermittlung werden der aktuelle Kunstkontext und die geschichtliche Herkunft der jeweiligen Technik reflektiert. Durch vertiefendes und experimentelles Arbeiten sollen die Studierenden die Befähigung zu eigenverantwortlichem und professionellem Arbeiten erlangen. Bibliophile Ausgaben von Büchern (Künstlerbuch), Heften, Plakaten und freie Grafik entstehen, werden ediert und auf Buchmessen und Ausstellungen veröffentlicht.
Derzeit finden 12 Lehrveranstaltungskurse in 5 Druckwerkstätten pro Jahr statt. Nach erfolgreicher Absolvierung eines Druckgrafikkurses sind die Werkstätten außerhalb der Kurszeiten für Studierende für eigene künstlerische Vorhaben in der jeweiligen Technik geöffnet. Die Arbeitsplätze und -abläufe sowie deren -stationen werden regelmäßig nach Kriterien der Arbeitssicherheit überprüft und optimiert. Jeder Studierende erhält eine Sicherheitseinweisung in der jeweiligen Technik.
Kunst im Master
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In den Kursen des Moduls Kunst wird aus künstlerischer Sicht über die Projekte und Arbeiten der Masterstudierenden in den verschiedenen Designdisziplinen fachübergreifend diskutiert. Interdisziplinäres Handeln und Denken ist unbedingt gewollt und wird gefördert. Die Sichtweisen der Studierenden werden im Spannungsfeld zwischen pragmatischer Orientierung an kommunikativen Wirkungen einerseits und freien künstlerischen Arbeitsweisen andererseits auf letztere hin geöffnet. Sie nutzen alle künstlerischen Techniken, Methoden und vernetzten Arbeitsweisen in der gestalterischen Praxis und beim Entwickeln von theoretischen Bezügen. Im experimentellen Arbeiten werden Innovationen freigesetzt und die Breite und Differenziertheit ihrer individuellen Repertoires ermöglicht es den Studierenden, besonders charakteristische Designlösungen zu entwickeln, sie kritisch einzuschätzen und ihre Wirkungen zu optimieren.
Kunst mit digitalen Medien
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Das Fach Kunst mit digitalen Medien befasst sich mit künstlerischen Praktiken im Kontext digitaler Entwicklungen der Gegenwart. Die Studierenden entwickeln Strategien zur kritischen Auseinandersetzung mit den Auswirkungen digitaler Technologien auf Gesellschaft, Öffentlichkeit und Privatsphäre. In digitalen, analogen und installativen Arbeiten formulieren sie komplexe Fragestellungen. Sie erwerben Kenntnisse im Umgang mit unterschiedlichen Software-Tools, um konzeptionell fundierte und ästhetisch anspruchsvolle Arbeiten zu realisieren. Das Spektrum der Arbeiten reicht von digitalen Formaten wie Websites, 3D, Games oder Online-Performances bis hin zu Video- und Rauminstallationen.
Malerei
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Bei der Beschäftigung mit der Malerei als zeitgenössischem Ausdrucks- und Gestaltungsmittel ist der direkte Umgang mit dem Material und der Wirkung von Farbe zentral. Die Oberflächenbeschaffenheit, Widerständigkeit und Haptik sowie die physische Unmittelbarkeit beim Akt des Malens, stehen im Mittelpunkt der Lehre. Die Studierenden intensivieren ihre gestalterischen Fähigkeiten der Bildkomposition, des Farbklangs sowie des Farbauftrags und konkretisieren darüber hinaus die Fragestellung von Form und Inhalt. Sie lernen die Malerei als Reflexionsmedium für die gesamte visuelle Kultur kennen, welches beispielhaft eine individuelle, unmittelbare Bildsprache durch die Imaginationsfreiheit und selbstbestimmtes Handeln nach subjektiven Regeln ermöglicht. Die Studierenden entwickeln eine reflektierte Haltung und daraus resultierend eine eigene malerische Ausdrucksform.
Zeichnen
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Im Mittelpunkt der Lehre steht der konkrete Akt des Zeichnens. Die Studierenden werden mit einem breiten Feld von grafischen Techniken, künstlerischen Stilmitteln des Zeichnens sowie zeichnerischen Wahrnehmungs- und Herangehensweisen konfrontiert und entwickeln dadurch eine reflektierte, analytische Haltung zu ihrem ureigenen künstlerischen Arbeitsprozess. Die Bandbreite der Erfahrung im Zeichnen reicht von der direkten Aufzeichnung der Beobachtungen und intensiven Recherchestudien über seriell-erzählerisches und abstrakt-formales Erkunden von Komposition und Bildsprache, über das Umsetzen mit primär im Zeichnen verwurzelten Drucktechniken und der dort erarbeiteten Materialerfahrungen im Umgang mit Druckgrafik für eine künstlerische Fragestellung bis hin zum Zeichnen als dreidimensionaler Erkundung im Raum.