| Campus

Von der Wolga zur Wissenschaft

Über die Leidenschaft für Sprachen kam die russische Masterstudentin Diana Zeinetdinova von Tscheboksary an der Wolga zum Studium an der HAW Hamburg. Im Studienkolleg entdeckte sie die Naturwissenschaften neu; an der HAW Hamburg ihre Leidenschaft für die Forschung. Aktuell arbeitet sie an ihrer Masterthesis in „Pharmaceutical Biotechnology“. Die Arbeit soll der nächste Baustein auf ihrem Weg zur Promotion sein.

Studentin im Labor© D. Zeinetdinova

Diana Zeinetdinova, MSc Pharmaceutical Biotechnology 2026

Bereits als Kind begeisterten sich Diana für Fremdsprachen. Als Neunjährige fing sie an Englisch zu lernen und mit vierzehn Jahren dann auch Deutsch. Im Jahr 2014 reiste sie für einen Sprachkurs nach Köln. Es war ihre erste Reise nach Deutschland und die Erfahrung hat sie nachhaltig geprägt. Ab dann stand für sie fest, dass sie in Deutschland leben und studieren möchte. „Damals war mein Ziel, Medizin zu studieren. In Russland ist bekannt, dass deutsche Ärztinnen und Ärzte sehr gut ausgebildet werden und Universitätskliniken wie die Charité in Berlin oder Heidelberg einen hervorragenden Ruf genießen.“

Mit diesem Ziel vor Augen nahm sie Privatunterricht, um so schnell wie möglich ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. 2016 machte sie Abitur und legte die B2-Sprachprüfung beim Goethe-Institut ab. 2017 zog sie dann nach Hamburg, um ein Jahr Studienkolleg zu absolvieren und ihre Deutschkenntnisse auf Niveau C1 zu erweitern. Das Ziel Medizinstudium blieb aber außer Reichweite, da ihr Notendurchschnitt nach dem Studienkolleg hätte besser sein müssen. Diana wollte nicht auf Wartesemester zählen, daher setzte sie sich ein neues Ziel: „Im Studienkolleg entdeckte ich meine Begeisterung für die Naturwissenschaften neu und stieß dabei auf den Studiengang Biotechnologie an der HAW Hamburg. Besonders faszinierte mich, dass Biotechnologie eine interdisziplinäre Wissenschaft ist, die Biologie, Chemie, Mathematik, Informatik und Verfahrenstechnik vereint.“

Im Jahr 2018 begann Diana mit dem Bachelorstudium der Biotechnologie an der HAW Hamburg und machte 2024 mit dem englischsprachigen Masterstudium „Pharmaceutical Biotechnology“ weiter. In beiden Studiengängen hebt sie die Praxisorientierung als Besonderheit hervor. Die Laborpraktika machten für sie die einzelnen Theoriekurse lebendig. „Obwohl ich eher theoretisch veranlagt bin, habe ich durch diese intensive Laborpraxis eine große „Hands-on“-Kompetenz entwickelt,“ sagt sie. „Die Praktika haben mich vor allem darin bestärkt, praktische Fragestellungen eigenständig zu lösen und im Team an komplexen Projekten zu arbeiten.“

Künftig möchte ich mich noch komplexeren Modellen wie Organoiden und 3D-Kulturen widmen. Mich interessieren insbesondere die Ursachen von Autoimmunerkrankungen und Krebserkrankungen sowie die Entwicklung neuer Immuntherapien. Mittelfristig strebe ich eine Promotion im Bereich der Immunonkologie an.

Dieses Wissen gab sie im Bachelorstudium auch als Tutorin für angewandte Mikrobiologie sowie für Fermentations- und Bioreaktortechnik weiter. Sie begleitete Studierende bei ihren ersten Laborübungen, half bei der Fehleranalyse und förderte ein strukturiertes wissenschaftliches Arbeiten. „Besonders wichtig war es mir, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln. Es hat mir große Freude bereitet zu sehen, wie anfängliche Unsicherheiten im Labor sich in Begeisterung und Selbstbewusstsein verwandelten.“

Praktische Erfahrungen gab es für Diana auch neben dem Studium als Werkstudentin bei GALAB Laboratories GmbH. Über zwei Jahre unterstützte sie eine Doktorandin bei der Durchführung experimenteller Arbeiten, indem sie Versuchsreihen plante, Protokolle optimierte und Ergebnisse diskutierte. Darüber hinaus führte sie eigenständig Klonierungen sowie die Synthese von DNA-Fragmenten durch, überprüfte Konstrukte mittels Sequenzierung und analysierte die gewonnenen Daten. Sie sagt von dieser Erfahrung: „Diese Tätigkeit hat mir einen realistischen Einblick in den Forschung- und Entwicklungsalltag in einem biotechnologisch orientierten Unternehmen gegeben und mich sowohl fachlich als auch organisatorisch sehr selbstständig gemacht.“

Aktuell schreibt Diana an ihre Masterarbeit in Kooperation mit der acCELLerate GmbH. Im Bachelorstudium sowie im Praxissemester setzte sie ihren Fokus auf Mikrobiologie und Molekularbiologie. Für ihre Bachelorarbeit beschäftigte sie sich mit der Optimierung eines Gegenselektionssystems zur genomischen Modifikation von E. coli. Im Masterstudium wollte sie sich neuen Herausforderungen stellen und entwickelt im Rahmen ihrer Masterarbeit eine zellbasierte Untersuchung neuer Insulinanaloga. „Künftig möchte ich mich noch komplexeren Modellen wie Organoiden und 3D-Kulturen widmen. Mich interessieren insbesondere die Ursachen von Autoimmunerkrankungen und Krebserkrankungen sowie die Entwicklung neuer Immuntherapien. Mittelfristig strebe ich eine Promotion im Bereich der Immunonkologie an.“ 

Im Wintersemester 2025/26 erhielt Diana zum zweiten Mal ein Leistungsstipendium der HAW Hamburg für ihre ausgezeichnete Leistungen im Masterstudium. „Das Stipendium bedeutet mir sehr viel. Es ist nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern vor allem eine Anerkennung der Leistungen internationaler Studierender. Durch das Stipendium konnte ich meine Masterarbeit unabhängig von finanziellen Zwängen wählen und mich für ein Unternehmen entscheiden, das fachlich optimal zu meinen Interessen passt.“

 

------------
Text: Ingrid Weatherall / Foto: Diana Zeinetdinova

Kontakt

Ingrid Weatherall
International Office

x