BlauPause: Herr Beyer, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem diesjährigen besonders guten Abschneiden des <link https: www.haw-hamburg.de news-online-journal newsdetails artikel hamburger-universitaeten-bei-technischen-studiengaengen-vorn-haw-hamburg-punktet-bei-der-verfahrenstechnik.html external-link-new-window external link in new>Studiengangs Verfahrenstechnik im CHE-Ranking. Der Studiengang steht bundesweit in der Beurteilung ganz weit oben, was sind die Gründe dafür?
Falk Beyer: Zunächst denke ich, dass wir hier im Department ein super Team sind. Wir zehn Professor*innen und drei Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen stimmen uns in der Lehre gut aufeinander ab. Jeden Mittwoch treffen wir uns zur Teambesprechung, bei der wir über die wichtigsten Punkte der Woche reden. Und, wenn es einmal nichts zu besprechen gibt, sitzen wir trotzdem zusammen, weil wir uns miteinander wohlfühlen und uns verstehen. Diese gute Atmosphäre trägt mit Sicherheit zum guten Gelingen des Studiengangs bei.
BlauPause: Was sieht das genau aus, wenn Sie sich in der Lehre aufeinander abstimmen?
Falk Beyer: Unsere Lehrveranstaltungen sind miteinander verzahnt. Es ist mit einem Konzert vergleichbar. Jedes Instrument trägt zum guten Gesamtergebnis bei. Wenn ich in einem Semester auf bestimmte Sachverhalte eingehe, greift ein Kollege oder eine Kollegin diese im nächsten Semester wieder auf, so dass es zu einem AHA-Effekt bei den Studierenden kommen kann. Bestimmte Zusammenhänge sind so besser zu verstehen und werden nachvollziehbar. Zudem ist unsere Lehre kompetenzorientiert auf praxisnahe Projekte ausgerichtet und die dafür notwendigen Labore und die Ausstattung sind absolut auf der Höhe der Zeit.
BlauPause: Das heißt ein besonderer Schwerpunkt in der Lehre ist die Projektorientierung?
Falk Beyer: Genau, im Ingenieursbereich geht es ja ganz besonders um Lösungskompetenzen: Ich habe ein Problem und muss wissen, wie gehe ich an diese Aufgabe heran. Wir lehren also zunächst die Grundlagen und deren Anwendung, anschließend müssen die Studierenden selbständig Aufgaben erarbeiten, zum Beispiel Seife, Chips oder Biokraftstoffe herstellen. Im höheren Semester sind es dann umfanreichere Projekte. In diesem Semester besteht ein Projekt zum Beispiel darin, eine Molkerei zu planen. Dabei fängt es damit an, zu überlegen, welche Technologien brauche ich, um Milch, Sahne und Yoghurt herzustellen. Wie konzipiere und berechne ich die Anlage und schließlich, was kostet das Ganze.
BlauPause: Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie auf ihr Department blicken?
Falk Beyer: Wie gesagt, wir arbeiten hier einfach sehr gut zusammen und das Resultat ist, dass die Studierenden gut betreut werden und sich gut betreut fühlen. Jeder und jede von uns ist ansprechbar und wir ergänzen uns, davon profitieren die Studierenden. Und die praktischen Möglichkeiten sind durch gute Labore, moderne CAD-Anwendungen und weitere einzelne verfahrenstechnische Anwendungsmöglichkeiten ausgezeichnet. Darüber hinaus initiieren wir viele Projekte mit Unternehmen, so dass die Studierenden bereits während des Studiums Kontakte in die Wirtschaft knüpfen können. Die Mehrzahl schreibt so auch ihre Abschlussarbeit bei einem Unternehmen.
Besonders schön ist, dass wir von unseren Absolventinnen und Absolventen positives Feedback erhalten. Das beflügelt natürlich enorm, wenn man persönliche Mails bekommt, in denen steht, ich bin jetzt hier gelandet und was ich im Studium gelernt habe, hilft mir wirklich in meiner beruflichen Praxis weiter, Danke dafür.
BlauPause: Bislang war es nur möglich, den Bachelor in Verfahrenstechnik zu absolvieren, aber im Sommersemester 2020 startet nun auch ein Masterstudiengang, wie ist dieser ausgelegt?
Falk Beyer: Der Master war für uns alle im Department eine Herzensangelegenheit. Denn bislang sind unsere Absolvent*innen nach dem Bachelor dafür an andere Hochschulen abgewandert. Unser Master-Studiengang ist wie auch der Bachelor breit aufgestellt und befähigt somit zu einem Berufseinstieg in den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen. Der Fokus liegt auf Digitalisierung und er ist Englischsprachig ausgelegt, womit wir der Internationalisierung gerecht werden. So können auch Studierende aus dem Ausland zu uns kommen. Unser Portfolio an Studiengängen bildet somit eine exzellente Basis für den Start unserer Absolventinnen und Absolventen in die berufliche Zukunft.
BlauPause: Dann wünschen wir Ihnen weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen. Vielen Dank für das Gespräch.
(Das Gespräch führte Ina Nachtweh)