Medizin und Ethik werden viral

Ethik in Zeiten der Corona-Pandemie - Ein globales Mapping von bioethischen Perspektiven

COVID-19 auf der globalen Karte

Seit dem Frühjahr 2020 hat sich das Corona-Virus Sars-Cov-2 weltweit ausgebreitet und verursacht seitdem global dramatische Folgen bezüglich medizinischer, politischer, wirtschaftlicher, kultureller und bioethischer Dimensionen. Obwohl sich die daraus resultierenden Konflikte anfangs recht ähnlich erwiesen, deuten sie bei genauerer Betrachtung auf eine länder- und kulturspezifische Zuspitzung und Differenzierung der Problemthemen hin.

Mithilfe einer qualitativen Expert*innen-Interviewstudie (30-40 Interviews) ermitteln wir die globalen Gemeinsamkeiten und Unterschiede bioethischer Konflikte aufgrund der Corona-Pandemie. Dabei konzentriert sich der gewählte empirisch-ethische Forschungsansatz auf die Darstellung bioethischer Konfliktpotentiale in den Bereichen Public Health und Gesundheitskompetenz, medizinisch-klinischer und der Pflegebereich. Die gewählte Methode beschreibt eine Kombination aus empirischer Forschung und ethischer Analyse und gestaltet sich somit kontextsensitiver als die rein normative Ethik. Ziel der Studie ist es, über eine Reflexion die kulturellen Kontexte und die Situierung von bioethischen Konflikten  ein ethisches „Global Mapping“ zu erarbeiten.

In einem weiteren Schritt extrahieren wir aus der Gesamtzahl der durchgeführten Interviews ca. 30 Kurzpodcasts, die als virtuelle Zusammenschau einen Beitrag zur für die interessierte Öffentlichkeit  sowohl im Rahmen einer Website als auch in einer realen Ausstellung im Forum Wissen (https://www.uni-goettingen.de/de/forum+wissen/521321.html) leisten sollen.
Das Projekt stellt somit eine Möglichkeit dar, Bioethiker*innen und weiteren Personen aus Medizin, Public Health und Pflege aufzuzeigen, welche bioethische Konflikte im Zusammen-hang  mit der Corona-Pandemie bestehen. Es soll dazu beitragen, das ethische, kulturelle und soziale Verständnis über aktuelle und auch zukünftige ethische Herausforderungen im Zu-sammenhang mit epidemischen und pandemischen Krisensituationen zu erweitern und au-ßerdem als Material für die Lehre der Bioethik zur Verfügung gestellt werden.

Gesamtprojektleitung: Prof. Dr. Silke Schicktanz (Uni Göttingen) und Prof. Dr. Sabine Wöhlke (HAW Hamburg)

Projektwebsite: Medizin und Ethik werden viral

Unsere virtuelle Projektausstellung ist Online:  
Die Website ist kostenlos zugänglich und zeigt mehr als 20 Video-Podcasts zu den unterschiedlichsten Aspekten der Pandemie. Angesprochen wurden u.a. die Ressourcenknappheit in klinischen und pflegerischen Einrichtungen, psychische Probleme vor dem Hintergrund sozialer Isolation oder etwa die Arbeitsbedingungen während der Pandemie.

Das Material ist frei zugänglich und kostenlos abrufbar.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.ethicsgoviral.com oder im Ausstellungsflyer

Das Projekt möchte die Besucher*innen auch zum Mitmachen anregen. Diese können beispielsweise Teil unserer Online-Ausstellung werden, indem sie einen Beitrag zur virtuellen Objektsammlung einreichen. Dazu müssen diese einfach ein Foto hochladen, das sie persönlich mit der Pandemie verbinden und eine kurze Begründung für ihre Auswahl beifügen. Unseren Kolleg*innen aus dem Bereich Medizin-, Pflege-, und Public Health-Ethik bieten wir auf der Webseite zudem in Kürze Lehrmaterial für die Ethiklehre an.

 

Projektlaufzeit
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ProjektBudget
12.000
Mittelgeber
VolkswagenStiftung
Einrichtungen
CCG - Gesundheit Fakultät Life Sciences
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