Windlabor

Durch die direkte Anbindung des Windparks an das Technologiezentrum Energie-Campus können die realen Anlagen – mit ihren einzelnen Komponenten, Messwerten und dem Zusammenspiel dieser – direkt im Windlabor erforscht und Projekte zur Reduzierung von Lärmemissionen und Umweltauswirkungen realisiert werden.

  • Parklayout: Im Rahmen der Windparkplanung werden Nachlaufturbulenzen und damit die gegenseitige Beeinflussung von Windenergieanlagen untersucht. Ziel ist die Reduzierung von Belastungen auf nachfolgende Anlagen durch intelligentes Sektormanagement und die Optimierung des Windparklayouts.
  • Anlageneffizienz: Forscher haben einen Ermüdungsprüfstand für Rotorwellen von Windenergieanlagen im Maßstab 1:10 entwickelt. Ziel ist die Erhöhung der Anlagenzuverlässigkeit, bei gleichzeitiger Reduzierung des Materialeinsatzes sowie die Prognose von Schadenszuständen und Reduzierung von Ausfällen.
  • Anlagenbetrieb: Der Windpark ist mit einem Condition Monitoring System ausgestattet, sodass zahlreiche Sensoren den Zustand der Windenergieanlagen erfassen. Die Auswertung der Anlagenbetriebsdaten und Umgebungsbedingungen ermöglicht eine Fehlerfrüherkennung, eine effiziente Steuerung des Windparkbetriebs und eine Steigerung der Stromproduktion.
  • Winddatenerfassung: Mit unterschiedlichen Messgeräten wie dem Windmessmast und den auf den Windenergieanlagen installierten LiDARs (Windmessung mit Laserlicht) werden sowohl Nachlaufturbulenzen untersucht als auch Windprofile und Leistungskurven vermessen. Die gesammelten Daten wurden im Rahmen der Windparkplanung für eine möglichst genaue Ertragsabschätzung verwendet. Seit Fertigstellung des Windparks werden u.a. das Sektormanagement optimiert und die Belastungen der Anlagen untersucht. Auch die Messtechniken untereinander werden hinsichtlich ihrer Genauigkeit untersucht und miteinander verglichen.
  • Risikominderungsmaßnahmen zum Schutz von Fledermäusen: Im Fokus dieses Forschungsbereichs steht die Entwicklung von Methoden zur Reduzierung des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen. Hierbei wird auf eine innovative Gerätekombination aus Radaranlage, akustischer Erfassung und Wärmebildkamera zurückgegriffen. In diesem Zusammenhang soll auch eine fledermausfreundliche Befeuerung erforscht und entwickelt werden.
  • Akustikforschung: Forscher untersuchen mit Hilfe einer akustischen Kamera die von der Windenergieanlage ausgehenden Geräusche. Ziel ist die Erstellung einer Sound-Datenbank zur Simulation von Geräuschszenarien zukünftiger Windparks, die der optimierten Windparkplanung dient. Die Sound-Datenbank soll perspektivisch auch Fehlerfrüherkennungen durch veränderte Geräuschverhältnisse an defekten Anlagenteilen ermöglichen.

Kontakt

Sven Störtenbecker
T +49.40.428 75-5767

sven.stoertenbecker (at) haw-hamburg (dot) de