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Das Start-Up hoλos möchte durch eine dreidimensionale Optik Unfälle verhindern

Das junge Unternehmen hoλos an der HAW Hamburg möchte die Unfallzahlen durch Ablenkung vom Steuer mit einer neuen Softwarekomponente reduzieren. Alle relevanten Informationen werden als dreidimensionales Objekte auf der Scheibe eingespielt ohne den Fahrer abzulenken.

hoλos- Chief

Mohamad Hamed Jalalzada, hoλos-Chief Executive Officer, beim Tüfteln.

„Wir wollen Menschenleben retten und die Straßen sicherer machen!“ Das ist das Motto der drei Gründer von hoλos. Mit Augmented Reality, künstlicher Intelligenz und dem 3D-Parallaxeffekt entwickeln sie ein neuartiges und intelligentes System zur Reduzierung von Ablenkung am Steuer. Seit Anfang November arbeiten Marie-Christine König und Mohamad Hamed Jalalzada, die just ihr Masterstudium an der HAW abgeschlossen haben, mit Ekaterine Gelashvili zusammen an der Realisierung ihrer Vision. Für dieses Vorhaben erhalten sie ein Jahr lang Unterstützung des bundesweiten Gründungsprogramms EXIST vom Bundesministerium für Wirtschaft.

Die Vision: Keine Ablenkung vom Steuer

Ablenkung am Steuer ist die Unfallursache Nummer eins im Straßenverkehr. Jeder zweite Autofahrer nutzt während der Fahrt sein Navigationssystem oder Smartphone. Dabei kann das Abwenden des Blicks von der Straße und das Fokussieren auf ein Display tödlich enden! Schon  bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h fährt man bei einer Blickabwendung von einer Sekunde 14m Blindflug. Das Ziel von hoλos ist, ein intelligentes System zur Reduzierung dieser Ablenkung zu etablieren. Durch die Kombination der Softwarekomponenten ist es möglich alle wichtigen Informationen, die während der Fahrt benötigt werden, als dreidimensionale Objekte direkt auf der Straße zu erkennen – und das ohne, dass der Fahrer dabei weitere Hilfsmittel benutzen muss.

Erfolge und Niederlagen

Bereits zwei Wochen nach Start der Förderung hat das Team beim Ideenpreis „Nordpreneur 2019“ in Flensburg erfolgreich den dritten Platz in der Publikumswertung belegt und das beim ersten Pitch. „Das Team bringt mit seinem innovativen Produkt ein Hauch von Silicon Valley in den Norden!“, so ein Moderator.

Das klingt im ersten Moment vielversprechend, jedoch wurde das junge Startup schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: „Bei den ersten Präsentationen vor Vertretern der Automobilindustrie, teilten diese uns ihre Bedenken hinsichtlich der in Deutschland benötigten Zulassungen mit.“, so einer der Gründer Mohamad. „Bevor ihr in die Industrie einsteigt, geht ihr pleite“, waren die harten Worte eines Vertreters. Deshalb entschied sich das Team auf mehrere Standbeine zu setzen: Das Produkt wurde von Anfang an so konzipiert, dass eine Adaption auf mehrere Branchen möglich ist. So kann das hoλos-System in allen möglichen Transportmitteln eingesetzt werden, aber auch in der Werbeindustrie lassen sich zahlreiche Anwendungen finden.

Herausforderungen des Alltags

Wie das Wort „selbstständig“ beschreibt, erarbeitet sich das Team fast alles selbst und das "ständig". Neben den Kernaufgaben der einzelnen Teammitglieder, müssen auch neue und unbekannte Themengebiete untereinander aufgeteilt, besprochen und erfüllt werden – so wird das Team auch schon mal zum Kameramann. Kundenakquise, Unternehmensberatungen, Investorensuche und Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern bestimmen den Alltag. Dabei werden die Gründer durch die Angebote des Zentrums für Karriereplanung und den CareerService der HAW Hamburg gut unterstützt. Die dort arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben immer ein offenes Ohr und stehen bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

"Das hoλos-Team hat sich diese Aufgaben untereinander aufgeteilt, sodass jeder das macht was er am besten kann oder sich mit den ungeliebten Aufgaben zumindest arrangieren kann. Doch das Gefühl morgens in das eigene Büro des Gründungs Services in der siebten Etage der HAW zu kommen und den Ausblick über Hamburg zu genießen, motiviert uns jeden Tag aufs Neue. Mit dieser Motivation und dem Wissen alles für seinen eigenen Erfolg tun zu können, verfliegen die Stunden", sagt die Gründerin und Inhaberin von hoλos Marie-Christine.

Was wir grade tun ...

Mittlerweile konnte das Team eine Studentin des HAW-Bachelorstudienganges Mechatronik für das junge Unternehmen begeistern und für die Durchführung ihrer Studienarbeit gewinnen. Diese denkt inzwischen sogar darüber nach ihr Hauptpraktikum und die Bachelorarbeit in diesem Bereich zu schreiben.

Im Moment arbeitet das StartUp gerade in einem ersten Pilotprojekt an der Umsetzbarkeit ihrer Vision und wertet die Resonanz der Kunden aus. Ein weiteres größeres Projekt mit einem Prototypen soll im April diesen Jahres starten. Zudem wird kontinuierlich an der finanziellen Zukunft des Unternehmens gearbeitet, indem bereits jetzt Gespräche mit Experten von Förderprogrammen und möglichen Investoren stattfinden.

WEITERE INFORMATIONEN:

https://www.haw-hamburg.de/index.php?id=39511

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