Fachkräftemangel

Gemeinsam werben für den Maschinenbau

Das Department Maschinenbau und Produktion möchte intensiver mit der Industrie zusammenarbeiten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und mehr junge Menschen für ein Maschinenbaustudium zu begeistern. Der VDMA Nord und das Department Maschinenbau und Produktion der HAW Hamburg geben den Startschuss für eine gemeinsame Initiative.

Neue Ingenieure braucht das Land – darüber sind sich Dr. Jörg Mutschler und Prof. Dr. Enno Stöver einig. Mit einem Ingenieurgipfel möchten sie dem Fachkräftemangel begegnen und mehr junge Menschen motivieren, Maschinenbau zu studieren.

Bundesweit sinken an Hochschulen in den Ingenieurwissenschaften die Bewerberzahlen – auch die Industrie und das Handwerk leiden zunehmend unter dem Fachkräftemangel. Dr. Jörg Mutschler, Geschäftsführer des VDMA Nord(Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und Prof. Dr.-Ing. Enno Stöver, Leiter des Departments Maschinenbau und Produktion, haben sich zusammengetan, um dies zu ändern. Sie möchten eine neue Initiative in der Öffentlichkeit anstoßen, um die Chancen des Ingenieursstudiums wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Mit einem Ingenieurgipfel gegen den Fachkräftemangel
„Schulen, Hochschulen, Universitäten, Verbände und Wirtschaft müssen vermehrt zusammenarbeiten, um Schülerinnen und Schüler für das Berufsbild des Ingenieurs zu begeistern“, unterstreicht Stöver. Beispielhaft hierfür seien auch Aktivitäten in anderen Bundesländern, die vor ähnlichen Herausforderungen stünden. In ersten Gesprächen mit Vertretern von Industrie und Verbänden wurde deutlich, dass es gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um dem Trend entgegenzuwirken.
Stöver und Mutschler planen einen Hamburger Ingenieurgipfel unter Beteiligung der Berufsverbände, der Hochschulen und Universitäten, der Schulen sowie der Industrie, um konkrete Initiativen zu starten und unterstützend Forderungen an die Politik zu formulieren. „Die aktuellen Herausforderungen, vor denen die Industrie und der Mittelstand stehen, sind nur mit exzellent ausgebildeten Fachkräften auf gewerblicher Ebene und im Bereich der Ingenieure zu lösen“, erklärt Mutschler.

 

Die Herausforderungen zur Entwicklung bahnbrechender Innovationen und zum nachhaltigen Produzieren mit regenerativen Energien braucht kluge und unkonventionelle Köpfe. Nur so können wir im weltweiten Wettbewerb bestehen und die Klimaziele auch weltweit erreichen.

Dr. Jörg Mutschler, Geschäftsführer VDMA Nord

Industrie und Handwerk: Nachwuchs dringend gebraucht
Seit Jahren warnen Stimmen aus Industrie, Mittelstand und Handwerk vor einem Nachwuchsmangel, der sich weiter verschärfen wird; auch die Handwerkskammer machte jüngst erneut auf den Fachkräftemangel im Handwerk aufmerksam. „Im Maschinen- und Anlagenbau werden junge Menschen dringend gebraucht“ sagt Mutschler. Das Problem allerdings: Zurzeit interessieren sich nur wenig Schülerinnen und Schüler für technische Berufe. Das Wissen um das Berufsbild des Ingenieurs sei diffus, Vorbilder seien wenig präsent, so der Geschäftsführer des VDMA-Nord.
Allerdings verlangen gesellschaftliche Herausforderungen wie die Klimakrise neben rechtlichen Rahmenbedingungen, Verhaltensänderungen sowie Betrachtung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen vor allem auch technische Lösungen. Nur im Zusammenspiel aller Disziplinen wird der gesellschaftliche Wandel gelingen, kann Zukunft neugestaltet werden. „Die Herausforderungen zur Entwicklung bahnbrechender Innovationen und zum nachhaltigen Produzieren mit regenerativen Energien braucht kluge und unkonventionelle Köpfe. Nur so können wir im weltweiten Wettbewerb bestehen und die Klimaziele auch weltweit erreichen“, so Mutschler.

Mit technischen Entwicklungen den Herausforderungen der Zukunft begegnen
Die Umsetzung erneuerbarer Energien und der Elektromobilität, die Entwicklung der Wasserstofftechnologie, die Konzeptionierung neuer Logistikketten in einer globalisierten Welt sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz als Grundlage für die Eindämmung des Klimawandels bedeutet auch immer wieder die Konstruktion und den Einsatz maschinenbaulicher Produkte.
„An den Hochschulen und Universitäten werden aktuell die Studiengänge inhaltlich stärker auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet, wobei natürlich die Grundlagen der Mathematik, Mechanik, Elektrotechnik, Thermodynamik, Produktentwicklung und Fertigungstechnik nicht vernachlässigt werden. Sie bilden weiterhin ein gutes Rüstzeug für die gesellschaftlichen Herausforderungen und sind Basis für technische Entwicklungen“ erklärt Stöver. Die Weiterentwicklung der Lehre schließt neue Lehr- und Lernformate mit ein, um auch in hybriden Formaten und mit einer starken Interaktion von Lehrenden und Studierenden die jungen Menschen gut für die berufliche Zukunft vorzubereiten. Mit einer stärkeren Vernetzung in Richtung der Schulen möchte die Hochschule Schülerinnen und Schüler zu einer Bewerbung für ein Ingenieurstudium begeistern.

(Text: Stöver/Hiller)

Kontakt

Prof. Dr. Enno Stöver
Leiter, Department Maschinenbau und Produktion

enno.stoever (@) haw-hamburg.de
mobil: 0176 428 642 94

 

Dr. Jörg Mutschler
VDMA Nord

joerg.mutschler (@) vdma.org
tel: 040 50 72 07 15

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