| Campus
Jugend forscht

Hochschulfeeling für einen Nachmittag

Bereits im vergangenen März wurden erstmals zwei Projekte der 56. Wettbewerbsausgabe der Stiftung Jugend forscht mit dem Sonderpreis des Department Informations- und Elektrotechnik der HAW Hamburg für eine Zukunftstechnologie aus dem Bereich der Elektrotechnik prämiert. Die drei Gewinner Bela Kaut, Julian Jochens und Moritz Ahrens besuchten die Fakultät Technik und Informatik und entdeckten Labore, das Forschungs- und Transferzentrum intelligent industrial innovations (FTZ 3i) und stellten zudem ihre eigenen Projekte vor.

Sonderpreisträger Bela Kaut probiert das Schweißen im FTZ 3i aus.

Sonderpreisträger Bela Kaut zeigte beim Schweißen im FTZ 3i ein ruhiges Händchen.

Ins Leben gerufen wurde der Rundgang von Prof. Dr. Michael Erhard, Mitinitiator des Sonderpreises und Professor für Regelungstechnik und Prof. Dr. Benno Radt, Professor für Grundlagen der Elektrotechnik. Die beiden empfingen unter den gängigen Corona-Bestimmungen die Sonderpreisgewinner und Claudia Körper, die Leiterin des „Jugend forscht“-Landeswettbewerbs in Hamburg. „Neben der Stiftung der Sonderpreise ist es uns ein besonderes Anliegen, die Gesichter, das heißt die Schüler*innen und Betreuer*innen hinter den ausgezeichneten Projekten kennenzulernen und vor allem mit ihnen ins Gespräch kommen, denn das sind die zukünftigen Studierenden. Gleichzeitig wollen wir auch interessante Einblicke in die Vielfalt und die attraktiven Möglichkeiten an unserer Hochschule geben“, sagt Erhard.

Direkte Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und den Preisträgern

Als Beispiel, wie eine Zusammenarbeit zwischen den Nachwuchsingenieuren und der Hochschule aussehen könnte, ist das Gewinnerprojekt von Julian Jochens und Moritz Ahrens. Sie entwickelten ein Fahrrad, das sich aktuell ferngesteuert fortbewegt, in Zukunft aber autonom fahren soll. Um die Stützräder stabil zu gestalten benötigten sie ein kleines Teil, das sie selbst im 3D-Drucker hergestellt haben. Aufgrund des Materials war die nötige Stabilität aber nicht vorhanden. 
 

Bei der ersten Station des Rundgangs wurde ihnen die Hilfe von der zentralen Laborwerkstatt angeboten. Der stellvertretende Werkstattleiter Bernd Bethke stellte ein CNC-Bearbeitungszentrum vor. CNC ist die Kurzform von Computerized Numerical Control und bezeichnet ein elektronisches Verfahren zur Steuerung von Werkzeugmaschinen. Das Bearbeitungszentrum ist durch den Einsatz von dieser Steuerungstechnik in der Lage, mit hoher Präzision komplexe Formen aus verschiedenen Materialien automatisch herzustellen. Das Objekt, das den beiden für ihr Fahrrad fehlt, könnte hier in 9 Minuten und 22 Sekunden aus Aluminium hergestellt werden. 

Weitere Einblicke gab es im 3D-Space. Prof. Dr. Jens Telgkamp stellte den Ort vor, an dem alle Studierenden der HAW Hamburg die Möglichkeit haben, ihre Ideen zu gestalten. Am Ende erzeugt der 3D-Druck dann ein reales Objekt zum Anfassen. Im Labor für elektrische Mobilität werkelt das Team um Prof. Dr. Tankred Müller an einer elektrischen Rikscha, um die Luftqualität in den Ländern zu verbessern, in der diese Kleinfahrzeuge zum Einsatz kommen. „Kooperationen mit Hochschulen oder Universitäten sind sehr wichtig, weil wir den jungen Talenten Mentor*innen an die Hand geben wollen und das können wir nur mit starken Partnern aus der Praxis“, erklärt Claudia Körper.

Schweißen mit Augmented Reality im FTZ 3i

Für Bela Kaut war das FTZ 3i ein besonderes Highlight. Der Schüler des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasiums durfte das Schweißen mithilfe von Augmented Reality ausprobieren. Dabei zeigte er ein ruhiges Händchen. Bela Kaut ging beim „Jugend forscht“-Wettbewerb der Frage nach, wie sich Menschen mit Locked-in-Syndrom verständigen können und ist so auf die Idee gekommen dafür die Hirnströme zu nutzen. Kauts Wunsch, eine günstige Alternative zu den kommerziellen Geräten zu finden, ist mit einem Star Wars Science Force Trainer geglückt, ein Spielzeug auf der Basis eines EEG-Moduls. Ein Code, der über einen Mikrocontroller läuft, empfängt die Daten und wertet sie als Konzentrations- und Entspannungszustände aus. Die Person kann dadurch Tätigkeiten wie Bewegungen der Maus oder Tastatureingaben bewerkstelligen sowie direkt mit "Ja" oder "Nein" antworten.

Nach einer kurzen Pause stellten die Jungforscher ihre Projekte vor. Am Ende rundeten Präsentationen der Labore für Kommunikations- und Regelungstechnik den Tag ab. „Ich bin beeindruckt, wie viele unterschiedliche Bereiche uns gezeigt worden sind. Außerdem bin ich begeistert, dass den Preisträgern Unterstützung angeboten wird“, sagt Claudia Körper. Auch für Erhard hat sich der Aufwand gelohnt: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ablauf des Nachmittags. Es war sehr schön, dass an der Hochschule auch mal wieder etwas persönliche Begegnung stattfinden konnte. Ich bin überzeugt, dass alle sehr viel Spaß hatten, selbst hinter den Masken konnte ich die glücklichen Gesichter der Gäste und der Kollegen sehr deutlich erahnen.“
Innovative Ideen haben die Preisträger des „Jugend forscht“-Wettbewerbs gehabt. Um sie marktfähig zu machen oder sie weiterzuentwickeln, brauchen sie Expertise aus der Praxis. Der Nachmittag an der HAW Hamburg hat gezeigt, dass sie hier die nötige Unterstützung bekommen können.

(Text: Ted Koob)
 

Beim Rundgang wirkten mit:

Department Informations- und Elektrotechnik:
Prof. Dr. Michael Erhard, Prof. Dr. Benno Radt, Tobias Wenzel
Zentrale Laborwerkstatt:
Prof. Dr. Enno Stöver, Bernd Bethke, Christian Subbe
3DSpace:
Prof. Dr. Jens Telgkamp
Labor für elektrische Mobilität:
Prof. Dr. Tankred Müller
FTZ3i:
Prof. Dr. Shahram Sheikhi, Lucas Ebel, Sven Trapp

Kontakt

Aleksandra Doneva
Öffentlichkeitsarbeit
Department Informations- und Elektrotechnik

T +49 40 428 75-8302
aleksandra.doneva (@) haw-hamburg.de

x