Podiumsdiskussion

Internationale Wissenschaftskooperationen im Kontext geopolitischer Entwicklungen

Do, 16.05.2024, 18:15 – 20:15 Uhr
Versammlungsstätte Alexanderstraße 1

Impulsvortrag und Paneldiskussion mit Expert*innen, anschließend Austausch im Plenum.
Die Veranstaltung möchte den Auftakt zu einer mehrstufigen hochschulinternen Diskussion unter Einbindung externer Expertise bilden, in der die gestiegenen Anforderungen an Wissenschaftler*innen und Hochschulen im Ausloten von internationalen Forschungskooperationen reflektiert und schließlich in einem gemeinsamen Verständnis der HAW Hamburg  kondensiert werden.

In dieser Veranstaltung möchten wir einen Blick auf die besonderen Herausforderungen für Wissenschaftler*innen (Forschende und Lehrende) in internationalen Wissenschaftskooperationen sowie deren Umgangsweisen damit richten. Wir thematisieren politische Erwartungen und Rahmenbedingungen für eine globale Wissenschaft in volatilen Zeiten sowie mögliche Unterstützungsbedarfe und Angebote.

Die Gesprächsgäste auf dem Podium bringen verschiedene Perspektiven zum Thema ein. Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Ute Lohrentz, Präsidentin der HAW Hamburg,
  • Yannick Ringot, HNC3-Netzwerk (Hamburg Network on Compliance in Cooperation with China), Universität Hamburg,
  • Dr. Marcus Conlé, Arbeitseinheit „Internationales“ am DESY, Assoziierter am GIGA-Institut (German Institute for Global and Area Studies)
  • Prof. Dr. Jürgen Scheffran, AG Integrative Geographie, Universität Hamburg, Vorstandsmitglied Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit (NatWiss e.V.),
  • Prof. Dr. Katharina Blum, Leitung der Abteilung Soziologie und des Instituts für Osteuropaforschung, FU Berlin,

Durch den Abend führt Jana Werner, Autorin und Moderatorin.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Hochschulangehörigen.

Zur Anmeldung  

Hintergrund

Die internationale Ausrichtung, Vernetzung und Kooperation sind konstitutiv für die Wissenschaft und somit für Studium, Lehre und Forschung. Angesichts fragiler und dynamischer geopolitischer Entwicklungen und der Wahrnehmung einer wachsenden Gruppe von Partnerländern, die nicht als rechtsstaatliche Demokratien bezeichnet werden können oder als systemische Rivalen gelten, steigt die Bedeutung einer Risiko- und Chancenabwägung bei bestehenden und zukünftigen internationalen Kooperationen.

Der DAAD und die DFG etwa haben Leitlinien und Empfehlungen zur Risiko- und Chancenabwägung für Forschende und Hochschulen entwickelt, wobei die Eigenverantwortlichkeit der Hochschulen und Forschenden im Kontext geltender rechtlicher Rahmenbedingungen betont wird. Die sogenannten „roten Linien“ müssen dem DAAD zufolge in den internationalen Kooperationen von den Hochschulen und Wissenschaftler:innen selbst und ständig neu ausgelotet werden. Dabei kommen Erwägungen z.B. der allgemeinen Sicherheitslage, der Rechtsstaatlichkeit, der politische Einflussnahme auf den Wissenschaftsbetrieb oder der Freiheit von Forschung und Lehre, der möglichen Nutzung von Forschungsergebnissen zu nicht-zivilen Zwecken (Dual Use, sicherheitsrelevante Forschung) sowie der Wirtschaftspolitik und des Wettbewerbs zum Tragen.

Auch in den angewandten Wissenschaften sind Wissenschaftler*innen und Hochschulen vor diesem Hintergrund dazu angehalten, Paradoxien und Spannungszusammenhänge der Freiheit von Forschung und Lehre und den Risiken internationaler Kooperationen verantwortungsvoll zu gestalten. 

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