Tag der Mädchen und Frauen in der Wissenschaft

Mehr Frauen in die Wissenschaft!

Frauen sind in den „harten“ MINT-Studiengängen immer noch stark unterrepräsentiert. Auch an der Fakultät Technik und Informatik liegt der Anteil weiblicher Studierender im Schnitt nur bei rund 14 Prozent.

Lieblingsplätze

Frauen trauen sich ein Studium in den MINT-Fächern oft nicht zu. Warum eigentlich?

Frauen sind in den „harten“ MINT-Studiengängen immer noch stark unterrepräsentiert. Auch an der Fakultät Technik und Informatik liegt der Anteil weiblicher Studierender im Schnitt nur bei rund 14 Prozent. Frauen sind in den „harten“ MINT-Studiengängen immer noch stark unterrepräsentiert. Auch an der Fakultät Technik und Informatik liegt der Anteil weiblicher Studierender im Schnitt nur bei rund 14 Prozent. Etwas besser sieht es in der Informatik aus. Der dort verzeichnete Anteil von 20 Prozent spiegelt nicht zuletzt die Anstrengungen der Wirtschaft wider, die händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften sucht. Spätestens seit klar ist, dass gemischtgeschlechtliche Teams erfolgreicher arbeiten, werden inzwischen gezielt Frauen eingestellt. Die Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät möchten junge Frauen differenziert an unterschiedlichen Schnittstellen fordern und fördern: Am Übergang zwischen Schule und Hochschule, während des Studiums oder beim Übergang in den Job. Hier stellen wir einige Projekte der letzten Zeit beispielhaft vor.

Übergang von der Schule ins Studium

Das MINTarium in Mümmelmannsberg ist ein Erlebnislabor für Schüler*innen, an dem sich die HAW mit verschiedenen Exponaten beteiligt. Schüler*innen erleben dort spielerisch Themen wie Mathematik und Technik. Bei der Eröffnung im März 2019 war die Fakultät mit einem Stand vor Ort, der gezielt weiblich besetzt war, um mit Mädchen ins Gespräch zu kommen. Prof. Dr.-Ing. Karin Landenfeld, Professorin für Mathematik und Softwareentwicklung, unterstützt aktiv die Kooperation mit dem MINTarium und hält regelmäßig Kindervorlesungen. “Wir möchten Schülerinnen und Schüler für die Technik begeistern. Insbesondere den Mädchen wollen wir zeigen, welche spannenden Themen in einem Ingenieurstudium zu finden sind“, sagt Landenfeld. 

Ein ähnliches Konzept liegt viaMINT zugrunde – einer videobasierten interaktiven Online-Lernumgebung. Dort wird in anschaulichen Erklärvideos Schulstoff wiederholt, um Wissenslücken zu schließen und den Studieneinstieg zu erleichtern. Gerade jungen Frauen hilft das, gestärkt und selbstbewusst ein vermeintlich „männliches“ Studienfach wie Elektrotechnik oder Technische Informatik aufzunehmen.

Während des Studiums

Um mehr Frauen den Weg in die Wissenschaft zu ebnen, wurden an der Fakultät drei wissenschaftliche Stellen exklusiv für Frauen geschaffen. Bachelor-Absolventinnen sollen über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren gezielt an einem Forschungsprojekt arbeiten und parallel ihren Masterabschluss erwerben.

Ganz nach dem Motto "zusammen sind wir stark" haben sich in der Informatik Studentinnen zu den HAWsysters zusammengeschlossen, um zu netzwerken und sich gegenseitig zu stärken. Willkommen sind Studentinnen aus Studienfächern mit Informatikbezug, auch Alumnae. Die „Schwestern“ treffen sich mehrmals im Jahr, coden zusammen, unterstützen sich bei Studienprojekten, helfen beim Übergang in den Job, veranstalten LANPartys und machen Exkursionen. So waren sie beispielsweise bereits mehrfach bei der Tagung des Chaos Computer Clubs – finanziell unterstützt von der Fakultät.

Die Arbeit in Laboren ist fester Bestandteil vieler Studiengänge. Das Mechanik-Labor ist besonders: Es ist losgekoppelt von einzelnen Studiengängen und einzig dafür da, die Mechanik besser zu verstehen. „Mit der Mechanik hadern viele Studienanfängerinnen und Studienanfänger“, erzählt Prof. Dr. Eckart Nast. „Hier im Labor können sie Vorlesungsthemen besser verstehen die – nur in der Theorie betrachtet – schwer verständlich sind.“ Dabei wird das Labor oft von einer Studentin betreut, um die Hemmschwelle für Studentinnen abzubauen.

Übergang vom Studium in die Arbeitswelt

Gegen Ende des Studiums fragen sich viele Studentinnen, wohin es beruflich gehen soll und welche Möglichkeiten sie als Frau in einem männerdominierten Berufsfeld haben. Auf der Jahrestagung des Deutschen Ingenieurinnenbundes, die Ende 2019 an der HAW Hamburg stattfand, konnten sie Vorbilder kennenlernen und von deren Erfahrung aus der Praxis lernen. Die Tagung wurde vom Department Maschinenbau und Produktion, insbesondere von Prof. Dr. Anna Usbeck, organisiert.
In zahlreichen Vorträgen, Exkursionen, Workshops und Arbeitsgruppen wurde das Thema „Nachhaltigkeit“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, zurechtgeschnitten auf die Interessen und Bedürfnisse der rein weiblichen Teilnehmer. Studentinnen konnten durch eine Förderung der Fakultät zu reduzierten Kosten an der Tagung teilnehmen. Die von Wissenschaftlichen Mitarbeitern aus dem Department Maschinenbau und Produktion angebotene Kinderbetreuung „Das Kinder-Robotik-Programm“ bot den Kleinen ebenfalls einen Einblick in die Ingenieurswelt.

Projekte gesucht!

„Natürlich haben wir noch einen weiten Weg vor uns“, sagt Prof. Dr. Jessica Finke, Sprecherin der Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät. Ihr und Ihren Kolleg*innen ist es ein Anliegen, die Zahl weiblicher Studierenden nach und nach zu erhöhen. Wer Ideen hat, wie Frauen an unserer Fakultät gezielt gefördert werden können, ist eingeladen, eine kurze Projektskizze per Mail bis 31.04. bei Prof. Jessica Finke einzureichen.

Kontakt

Prof. Dr. Jessica Finke
Sprecherin der Gleichstellungsbeauftragten an der Fakultät TI

Department Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau

Professorin für Maschinenelemente und Numerische Methoden in der Strukturberechnung

T +49 40 428 75-7977
jessica.finke (@) haw-hamburg.de

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