MN3D-Netzwerktreffen

Rechtliche Aspekte in der additiven Fertigung

Das Maritimes Netzwerk zum 3D-Druck, kurz MN3D, soll die Potenziale der additiven Fertigung für den maritimen Bereich aufzeigen, Kooperations- und Innovationsprojekte initiieren sowie Wissenschaft, Forschung und Industrie zusammenbringen. Am 30. September 2021 fand auf Einladung des FTZ3i der HAW Hamburg sowie des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) ein Netzwerktreffen statt.

Rechtliche Aspekte der additiven Fertigung
Dieses Mal konnte mit Herrn Rechtsanwalt Müller-ter Jung von Deloitte ein spannender Referent zum Thema „Rechtliche Aspekte in der additiven Fertigung“ gefunden werden, der die 23 Teilnehmenden über den Umgang mit Daten im Umfeld der additiven Fertigung informierte. Insbesondere wurden die vier Felder „Vertragsfragen und technische Dokumentation“, „IP-Rechte und Rechte an Daten“, „Geschäftsgeheimnisschutz“ und „Ersatzteilfertigung“ intensiv und anschaulich präsentiert. Die anschließende angeregte Diskussion verdeutlichte die Bedeutung dieses sensiblen Themas.

Qualifizierung additiv gefertigter Bauteile
Des Weiteren wurde über den Status quo der geplanten Projekte berichtet. Beim ersten Projekt des MN3D-Netzwerks, welches durch die HAW Hamburg als Förderprojekt entwickelt und beantragt wird, geht es um die Qualifizierung von additiv gefertigten Bauteilen. Gemeinsam mit einem weiteren MN3D-Mitglied sowie einem externen Partner soll ein Monitoringsystems entwickelt werden. Da die Eigenschaften von additiv gefertigten Bauteilen variieren können, ist eine Qualitätskontrolle notwendig. Diese ist nach aktuellem Stand der Technik aufwendig und macht die Produkte deutlich teurer. Denn die Bauteile müssen in der Regel mehrfach gedruckt und die Qualität durch Belastungsproben getestet werden. Diese Qualitätsprüfung erfolgt meist nicht zerstörungsfrei. Das beabsichtigte, zu entwickelnde System zielt auf eine zerstörungsfreie Qualitätskontrolle ab.

Spannendes Großprojekt in Planung
Ein weiteres MN3D-Großprojekt ist unter Federführung des Fraunhofer IAPT in Planung. Es sollen hybride Strukturen aus additiv und konventionell gefertigten Teilelementen entwickelt werden - für die im maritimen Bereich typischen Großstrukturen. Bisher ist die additive Fertigung, abhängig von der Bauteilgüte und des Verfahrens, in Bezug auf die Größen der Bauteile sehr limitiert. Des Weiteren sollen in diesem Projekt zusätzliche Bauteilfunktionalitäten integriert werden. Derzeit laufen hierzu Gespräche mit einer der renommiertesten und innovativsten deutschen Werften. Sollten die Gespräche und Planungen weiterhin positiv verlaufen, besteht die Möglichkeit, ein großes Projekt mit Industriebeteiligung entstehen zu lassen.

Mehr Informationen zum MN3D

Text: Konstantin Bronstein, FTZ3i

Kontakt

Konstantin Bronstein
Forschungs- und Transferzentrum intelligent industrial innovations (FTZ 3i)
konstantin.bronstein (@) haw-hamburg.de

x