CCG Forschungskolloquium

Jedes Semester begrüßt das Competence Center Gesundheit
im Rahmen des interdisziplinären Forschungskolloquiums drei
renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem
Feld der gesundheitswissenschaftlichen Forschung.

Für das Sommersemester 2021 sind zwei Veranstaltungen, jeweils im April und Mai, geplant. Wir möchten Sie als Mitarbeitende, Lehrende und Studierende der HAW Hamburg sowie alle am Thema Interessierten herzlich einladen, teilzunehmen und mitzudiskutieren. Die Teilnahme am Forschungskolloquium des CCG ist kostenlos und findet online über Zoom statt. Melden Sie sich bitte per E-Mail über unser Funktionspostfach ccg@haw-hamburg.de für die jeweilige Veranstaltung an. Sie erhalten die erforderlichen Zoom-Zugangsdaten dann ebenfalls per E-Mail. 

14. April 2021 – 16:30 - 18:00 Uhr

Qualitätssicherung eines RCT am Beispiel der klinischen Studie „Be-Up: Geburt aktiv“

Dr. Gertrud M. Ayerle
(Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft)

Die klinische Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ hat zum Ziel, die Wirksamkeit der Intervention "alternativ ausgestatteter Gebärraum" auf den Geburtsmodus (vaginale Geburt) zu prüfen.

Bereits in der Planung eines Forschungsvorhabens spielen Maßnahmen zur Sicherstellung einer optimalen Qualität der Datenerhebung und Studiendurchführung sowie zur Sicherheit der Studienteilnehmerinnen eine wichtige Rolle. Zentrale Qualitätskriterien nach ICH-GCP und deren konkrete Umsetzung werden am Beispiel der klinischen Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ illustriert.

Ohne die Beachtung der Grundsätze nach ICH-GCP und der Planung von konkreten Maßnahmen zur Umsetzung dieser Qualitätskriterien haben Forschungsanträge für klinische Studien wenig Aussicht auf Förderung.

Dr. Gertrud M. Ayerle ist Hebamme und seit 2004 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Lehre und Forschung tätig. 2009 schloss sie ihre Promotion zum „Wohlbefinden in der Schwangerschaft“ ab. Seither leitet sie den Forschungsschwerpunkt „Gesundheitliche Versorgung durch Hebammen und Familienhebammen“ am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie hat reichliche Erfahrung in der Umsetzung von Forschungsprojekten, u.a. zu Forschungsthemen in der Hebammenwissenschaft (http://www.medizin.uni-halle.de/hebammenversorgung) und in der multizentrischen prospektiven randomisiert-kontrollierten Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ (www. be-up-studie.de).

Gertrud M. Ayerle war mehrere Jahre in einem Basisgesundheitsprojekt in Nairobi, Kenia, tätig, bevor sie ihr Bachelor- und Masterstudium in Washington (DC) absolvierte. Von 2008-2018 war sie im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. tätig.

12. Mai 2021 – 16:30 - 18:00 Uhr

Programmänderung: 

Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise – Gesundheitsberufe als Akteure der großen Transformation

PD Dr. med. Christian Schulz
(Geschäftsführung und inhaltliche Leitung KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.)

Kurzvortrag zu Health for Future Hamburg

Julia Faul und Laura Schwieren (Health for Future, Ortsgruppe Hamburg)

urprünglich angekündigt:

Medizinischer Notfall Klimakrise - Lancet Countdown on Health and Climate Change als Enabler für die Mobilisierung in Deutschland

Dr. med. Martin Herrmann
(Vorsitzender KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.)

Die Klimakrise ist eine existentielle Bedrohung für unsere Zivilisation und schon jetzt ein medizinischer Notfall. Sie hat bis vor kurzem im deutschen Gesundheitssektor keine Rolle gespielt. Das hat sich dank Fridays for Future und Health for Future grundlegend geändert. Die Ärztekammern, viele Fachgesellschaften, der Pflegerat, die Wohlfahrtsverbände und inzwischen über 60 Health for Future Gruppen haben das Thema als Priorität gesetzt. „The Lancet Countdown: Tracking Progress on Health and Climate Change“ ist Ergebnis einer weltweiten Forschungskooperation von 35 akademischen Institutionen. Der „Countdown“ berichtet jährlich anhand von 41 Indikatoren über die Wirkungen des Klimas auf die Gesundheit und gibt Empfehlungen für Regierungen. 2019 ist es gelungen, in einer Kooperation zwischen dem Helmholtz-Zentrum, der Charité Berlin, dem PIK, der Hertie School of Governance, der Bundesärztekammer und dem Lancet Countdown einen ersten Policy-Brief für Deutschland zu entwickeln und vorzustellen. 2020 wurde der zweite Policy Brief für Deutschland veröffentlicht. Damit besteht eine wissenschaftlich basierte Grundlage für Initiierung und Umsetzung umfassender Maßnahmen.

Der Initiator und Sprecher von KLUG begleitet seit vielen Jahren professionell Veränderungsprozesse. Ursprünglich Arzt und Psychotherapeut verlegte sich Martin Herrmann bald auf die Beratung von Unternehmen und NGOs, entwickelte neue Methoden zur Organisationsentwicklung und lehrt heute an internationalen Business Schools und Hochschulen. Seine besondere Liebe gilt der Komplexitätsforschung, der Philosophie und hier besonders Hannah Arendt.