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Kooperation der HAW Hamburg mit der DUT Durban

Digital und international studieren

Mehr als 160 internationale Partner-Universitäten machen das Studium an der HAW Hamburg vielfältig und attraktiv. Doch Studierende können nicht nur für ein oder zwei Semester ins Ausland gehen, es ergeben sich derzeit auch Kooperationen wie mit der Durban University of Technolgy (DUT) in Südafrika, bei denen die Studentinnen und Studenten internationale Erfahrung via online ohne Ortswechsel sammeln können.

Studierende stehen um einen Tsich mit verschiedenen Lebensmitteln und analysieren diese

Analyse von Nahrungsmitteln

Seit rund zwei Jahren verbindet die Durban University of Technology (DUT) und die HAW Hamburg eine Kooperationsvereinbarung. Nachdem im Februar 2020 die Lehrenden des Departments Ökotrophologie an der Fakultät  Life Sciences und des Departments of Food and Nutrition Consumer Sciences an der DUT die Kooperation konkretisiert und einen ersten 2-wöchigen Präsenz-Kurs in Durban durchgeführt haben, steht nur der erste gemeinsame Online-Kurs für Studierende beider Hochschulen an. Grundlage des gemeinsamen digitalen Online-Studiums ist das Konzept: Collaborative Online International Learning, kurz COIL. Gemeint ist ein Remote-Teaching Format, bei dem die teilnehmenden Studierenden mit Hilfe von Online-Kollaborationswerkzeugen wie zum Beispiel Trello, Slack, ZOOM aber auch Moodle/EMIL in gemischten internationalen Teams Aufgabenstellungen bearbeiten.

Den gemischten Teams der Studierenden werden in wöchentlichen Online-Meetings via Zoom themenspezifische Vorträge präsentiert. Dazu erhalten sie Instruktionen und Aufgaben, die sie innerhalb der Gruppe mit Hilfe der Kollaborationstools strukturieren, organisieren und erledigen müssen. Hierbei erhalten die Studierenden nach Bedarf Online-Hilfestellung von Seiten der Lehrenden. Die Team-Mitglieder müssen im Rahmen der wöchentlichen Online-Meetings auch die Ergebnisse ihrer Arbeit als Präsentation darstellen und zum Abschluss des Kurses in Form eines verschriftlichen Berichts vorlegen.

Kochen in der DUT Durban mmit zwei Professoren und einer Professorin an einem Herd in einem Hörsaal

Nach dem erfolgreichen Start mit dem Kurs zum Thema Food Waste vor Ort in Durban im Frühjahr geht es jetzt im November nun mit Online-Angeboten weiter: „Die Erstsemesterstudierenden des Master `Food Science´ können im Rahmen meines Moduls `Nachhaltigkeit´ gemeinsam mit den DUT-Studierenden des `Food Waste Kurses´ zum Thema `Food Ethics´ and `Meat Consumption´ zusammenarbeiten,“ sagt Prof. Sebastian Thiem, Professor für Food Science an der HAW Hamburg und Mit-Initiator des internationalen Austausch-Projekts.

Das Thema ist ein gutes Beispiel, warum internationale Zusammenarbeit und das Erarbeiten gemeinsamer Lösungen früh starten sollte.  Der globale Ernährungsstil und die eingesetzten Lebensmittel sowie deren Herstellung unter ethischen Aspekten stellen ein Thema dar, mit dem sich die Öffentlichkeit vor dem Hintergrund des besorgniserregenden Zustandes unseres Planeten beschäftigt. „Im Fokus steht hier immer wieder ein erheblicher Fleischkonsum, über den häufig ideologisch-dogmatische Auseinandersetzungen geführt werden, die zu oft in einem binären Schwarz-Weiß-Denken – Fleisch ja oder nein – resultieren“, so Prof. Thiem. „Diese Form der emotionalisierten Auseinandersetzung wird nicht zu einer Lösung des Grundproblems führen. Eine differenziertere Betrachtung des Themenkomplexes unter Einbeziehung von Fakten erscheint hier angemessen und erforderlich. Gemeint sind internationale ethische, kulturelle und gesellschaftliche Aspekte. Das findet leider viel zu selten statt.“

Studierende stehen in einem Hörsaal und haben einen gemeinsamen Koch-Workshop

An dieser Stelle setzt der COIL Kurs „Food Ethics and Meat Consumption“ an, der den Studierenden die Fähigkeit vermitteln soll, ein komplexes, emotionales Thema auf einer Sachbasis anzugehen und zu kommunizieren.

Neben dem zunächst fachlichen Erkenntnisgewinn ist die internationale, interkulturelle und projektbezogene Zusammenarbeit für die Studierenden eine weitere Herausforderung. Der Kurs soll den Studierenden dafür geeignete Kompetenzen vermitteln. So zum Beispiel die Fähigkeit, über interkulturelle Grenzen hinweg zu kommunizieren, indem die kulturellen Eigenheiten der anderen in die Kommunikationsstrategie einbezogen werden. Auch die Nutzung der englischen Sprache, zum Beispiel in Videokonferenzen sowie der selbstverständliche Umgang mit den Kollaborationswerkzeugen, stehen im Fokus. Selbstorganisation, Projektorganisation und der Ausbau der Präsentationsfähigkeiten in einem digital-internationalen Team gehören daher mit zu den Kompetenzen.

Internationale digitale Kollaborations- und Kommunikationsfähigkeiten gehören neben `Digital Literacy´ und dem Online-Learning zu den zentralen Schlüsselqualifikationen, die von künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Wirtschaftsunternehmen gefordert und erwartet werden. Der COIL Kurs zum Thema `Food Ethics and Meat Consumption´ ist ein Schritt in diese Richtung.

Prof. Sebastian Thiem, Professor für Food Science an der Fakultät Life Sciences

Für das Sommersemester 2021 ist ein vergleichbares Kursangebot für die Studierenden des Bachelorstudiengangs „Ökotrophologie“ geplant.

(Text: Sebastian Thiem, Redaktion: Abt. Presse und Kommunikation)

Kontakt

Fakultät Life Sciences
Department Ökotrophologie
Prof. Dr. Sebastian Thiem
Professor für Food Science
T +49 176 314 88255
sebastian.thiem (@) haw-hamburg.de

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