UT MOViE

 

Hamburg, Deutschland

Die Probleme unserer Um-Welt liegen nicht im Seminarraum, sondern sind um uns herum in der Welt. Und es gibt dort draußen Initiativen und Lösungen. Ideen von Menschen, die etwas bewegt und deshalb selber etwas bewegen wollen. In Schrift, mit Ton und in Bildern wird darüber berichtet. Lesen tun es Wenige, hören Einige - werden sie gesehen? Im Studium gelerntes wissenschaftliches Arbeiten zeigen wir durch Schreiben von Berichten und Halten von Referaten. Und wir wundern uns, dass uns keiner hört.

Kann man die Ergebnisse nicht besser präsentieren? Warum nicht die Medien nutzen, die uns benutzen? In bewegten Bildern Anreize schaffen, damit andere sich bewegen? Studierende des Studiengangs Umwelttechnik wollen etwas bewegen, indem sie von Bewegungen lernen. Wir sind umgeben von Lösungsansätzen, manche zum Scheitern verurteilt, viele zu optimieren, wenige schon umgesetzt. Technisch scheint es oft so einfach zu sein.

Hinter jeder Lösungsinitiative stecken aber Interessengruppen, die vom Misslingen oder Gelingen profitieren, und die nicht nur naturwissenschaftlich-technisch, sondern auch ökonomisch oder sozial argumentieren. Etwas in Bewegung setzen heißt also auch, tiefer einzusteigen, die Bremsklötze zu erkennen und zu lösen. Wie wollen wir das machen?

Im Projekt UT MOViE werden seit dem Sommersemester 2019 in Gruppenarbeit eigene kurze Smartphone-Videos zu selbst gewählten verschiedenen Umwelt-„Initiativen“ gedreht. Sich in eine Vielfalt von Perspektiven hineinbewegen, die Interessen der Beteiligten erkennen, daraus resultierende Absichten fachgebietsübergreifend verstehen und durch das kompakte Medium Film Anderen erklären, das bedeutet gelebte Interdisziplinarität.

Außerdem wird den jeweiligen Umweltinitiativen damit möglichst objektiv und faktenbasiert die Unterstützung gegeben, die sie verdienen - dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Alle dargestellten Inhalte sind die unveränderten Originalvideos der Studierenden im Kanal auf Vimeo https://vimeo.com/utmovie

Periodenunterwaesche (SoSe21-UT1)

Trotz des wachsenden Interesses an wiederverwendbaren Frauenhygieneprodukten dominiert der Verbrauch von Einwegprodukten, welche oft (fälschlicherweise) in die Toilette entsorgt werden. Daraus entstehen einerseits Probleme im Bereich Abwasserentsorgung, bei "korrekter" Entsorgung erfolgt eine Problemverlagerung in den Bereich Abfall. Dabei ist der sogenannte Restmüll nicht das einzige Problem, das Hygieneprodukte verursachen. Während ihrer gesamten Lebensdauer von Herstellung bis Entsorgung (verwendete Materialien, Ressourcenverbrauch, Entsorgungswege und CO2-Fußabdruck) haben sie einen Einfluss auf die Umwelt. In diesem Film werden die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Produktauswahl bei Menstruationsprodukten näher beleuchtet...

Solar Car (SoSe21-UT-2)

Die Verkehrswende – Welche Chancen bietet ein Solar Car? Das Umweltbundesamt hat nachgewiesen, dass das Ziel einer 40 – 42%igen Reduktion der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2030 mit den bisher vorgesehenen Maßnahmen nicht erreicht werden kann. Welche Rolle können sogenannte "Solar Cars" spielen? Bei Solar Cars handelt es sich um Elektroautos, die zusätzlich zum Laden der Batterie an Ladestationen durch in das Fahrzeug integrierte Photovoltaikzellen Strom erzeugen können. Dadurch kann im Stand und während der Fahrt vorhandenes Sonnenlicht zur Verlängerung der Reichweite genutzt werden. Verbessert das die Akzeptanz von Elektroautos? Welche anderen Ansätze im Bereich Mobilität gibt es?

Waschbeutel (SoSe21-UT3)

Mikroplastik aus synthetischen Fasern – Kann ein Waschbeutel die Lösung sein? Heute ist in fast allen Bereichen des Alltags Kunststoff zu finden, die Nachteile von Kunststoffen werden jedoch immer deutlicher - ein bedenklich hoher Anteil des produzierten Kunststoffes gelangt jährlich in Flüsse und Ozeane. Nicht nur der falsch entsorgte Plastikabfall spielt dabei eine Rolle. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass ein großer Teil des Eintrags aus anderen Quellen stammt, wie beispielsweise aus Reifenabrieb im Straßenverkehr oder vom Waschen synthetischer Textilien. In diesem Beitrag geht es um die Frage, ob sich der Eintrag von Kunststofffasern aus Kleidung in die Gewässer vermeiden lässt..

LabMeat (WS20-UT1)

Richtiges Fleisch, das genauso schmeckt und sich anfühlt wie gewohnt, ohne dass dafür Tiere gehalten oder geschlachtet werden. Weltweit arbeiten zahlreiche Unternehmen mit Hochdruck daran. Schon bald soll Laborfleisch auf den Markt kommen…eine gute Idee?

Neue Rohstoffe (WS20-UT2)

Plastik ist eine immer größer werdende Herausforderung für die Gesellschaft. Es landet in der Natur, in Gewässern und schadet der Tier- und Pflanzenwelt. Jährlich nimmt der Verbrauch an Kunststoffen zu, wobei das größte Anwendungsfeld Verpackungen sind. Und träumst Du von einem Spaziergang, ohne rechts und links Kunststoffmüll zu sehen und von einer Tierwelt, die nicht Opfer des Plastikwahns werden? Dieses Video beschäftigt sich mit Biokunststoffen, einer Alternative zu fossilbasiertem Plastik. Das Unternehmen LignoPure und die Marke Repaq von der Superseven GmbH setzen sich mit dieser Thematik auseinander. LignoPure verarbeitet Lignin als alternativen Rohstoff und Repaq verwendet Cellulose. Dabei besitzt Repaq bereits Produkte auf den Markt, während die LignoPure GmbH in der Forschung und Entwicklung steckt und dieses Jahr (2021) eine eigene Anlage zur Aufbereitung von Lignin für den Kunden errichten möchte. Doch welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich? Ist die Verwendung von Lignin und Cellulose wirklich nachhaltiger?

Refill (WS20-UT3)

Es gibt in Deutschland 447 verschiedene Wassermarken. Unsere Super- und Getränkemärkte sind voll davon. Wasser wird an den entlegensten Orten abgefüllt und 100 bis 1000 Kilometer weit transportiert, damit wir es trinken können. Plastik Flaschen landen zu Tonnen in unseren Flüssen und Weltmeeren. Wir verschmutzen den Planeten und verschwenden eine Ressource, welche anderen Menschen fehlt und diese dadurch um ihre Gesundheit und ihr Leben bangen müssen. Dabei kommt Trinkwasser bei uns aus dem Hahn. Direkt zu uns nach Hause. Doch was tun, wenn unterwegs der Durst kommt? Refill ist eine ehrenamtliche, non-profit- und zero-waste-basierte Organisation, welche sich dieses Problem, Trinkwasser für unterwegs, zur Aufgabe gemacht hat. Mit einem kleinen Sticker werden Läden zu vermeintlichen „Umweltrettern“ und geben Allen die Möglichkeit kostenloses Wasser unterwegs zu genießen. Wieso Refill ein Vorzeige-Projekt ist und warum die Gründerin trotzdem hofft, dass ihr Projekt bald überflüssig wird, seht ihr in diesem Video.

Tomorrow - Nach­hal­tiges Banking (WS19-UT1)

Weißt Du was deine Bank mit deinem Geld macht? Das konventionelle Bankengeschäft ist auf Profite und Wachstum ausgelegt. Nachhaltigkeit und positive Auswirkungen durch die Finanzanlagen spielen meist keine große Rolle. Dabei sind auch viele große deutsche Banken in die Finanzierung von Atom- und Kohlekraftwerken, Waffen- und Rüstungshersteller oder ökologisch fragliche Öl-Pipeline Projekte involviert. Kann sich eine Bank aber auch nachhaltig, und mit Projekten, die eine positiven Auswirkung hinterlassen, im Markt behaupten? Die Tomorrow Bank aus Hamburg-St.Pauli will genau dies erreichen und bietet seit November 2018 ein Girokonto an, durch dessen Geldanlage ausschließlich nachhaltige Projekte und Pläne mit positiven, ökologischen und sozialen Auswirkungen gefördert werden sollen. Versicherungen, Crowdfunding, Mikrokredite und Sparpläne – das gesamte Finanzspektrum soll abgedeckt werden. Doch funktioniert dieses Geschäft? Sind eventuell externe Sponsoren nötig? Wie wird entschieden, welche Projekte unterstützt werden? Welche Finanzprodukte werden angeboten, und ist der Service bereits vollständig? Diese und andere Fragen versucht der Film zu klären .

Ottensen macht Platz (WS19-UT2)

Autos, Schiffe und der Güterverkehr auf Schienen, der Straße und dem Wasser sorgen mit ihren CO2- und Stickoxid-Emissionen für schlechte Luft in Hamburg und anderen deutschen Großstädten. Mit Fahrverboten für ältere Dieselfahrzeuge der Abgas-Euro Norm 5 und schlechter sind in Hamburg bereits zwei Straßen teilweise für PKW und LKW gesperrt. Ein städteweites Verbot ist allerdings noch nicht vorgesehen, und auch für den Fracht- und Kreuzfahrtschiffsverkehr im Hafengebiet gibt es noch nicht ausreichend strenge Abgasemissionsregelungen. Die durch den Straßenverkehr verursachten Lärm- und Abgasemissionen stören viele Bewohner deutlich. Wie kann man den Straßenraum umwelt- und anwohnerfreundlicher nutzen? Wie wirkt sich ein autofreies Quartier auf die Lebensqualität und das tägliche Geschäft der Händler und Ladenbesitzer vor Ort aus? Von September 2019 bis Ende Februar 2020 werden im Rahmen des Projektes „Ottensen macht Platz vier Straßen im Hamburger Stadtteil Ottensen ganz oder teilweise für den motorisierten Verkehr gesperrt. Betreut und ausgewertet von der Technischen Universität Hamburg soll das Projekt Antworten auf die vorhergegangenen Fragen geben.

Nutzmüll (WS19-UT3)

Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Seit dem Jahr 2000 ist das Aufkommen der haushaltstypischen Siedlungsabfälle um fast 25% gestiegen. Die bisherigen Recyclingverfahren und auch die Müllverbrennungsanlagen stoßen an ihre Grenzen. Den Abfall einfach zu exportieren ist nur eine Verlagerung des Problems, und bisherige Müllimporteure wie China sind auch immer weniger bereit unseren Müll anzunehmen. Schaffen wir es also unsere Abfälle selber sinnvoll und umweltgerecht zu beseitigen, oder ersticken wir in Zukunft in unserem eigenen Müll? Der Hamburger Verein „Nutzmüll e.V.“ hat sich im Jahr 1984 aus einer Gruppe Bürger gegründet, die die Umweltschäden wie den Dioxin Skandal durch die Firma Boehringer miterlebt haben. Die Ziele des Vereins waren es damals wie heute, Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr zurechtkommen, wieder eine sinnvollen Aufgabe und eine geregelten Tagesstruktur zu geben. Gleichzeitig wird durch das Up- und Recycling von gebrauchten Sachspenden zu neuen schönen alltagstauglichen Produkten, die jährlichen Abfallmengen der Stadt reduziert. Doch ist das Up- und Recycling die Endlösung für unser Müllproblem? Dieser Film will Antworten geben.

Nachhaltig­keit von Hygieneprodukten (WS19-UT4)

Jeder Deutsche wechselt im Schnitt dreimal pro Jahr seine Zahnbürste. Das macht bei einem Gewicht von 15g pro Zahnbürste und ca. 80 Millionen Bundesbürgern ca. 3600t Plastikmüll pro Jahr in Deutschland nur für Zahnbürsten. Weitere Hygieneartikel im Bad wie Zahncreme, Zahnseide, Wattestäbchen und Co. sind bisher Produkte die eine kurze Verwendungszeit haben und deshalb meist aus günstigen Rohstoffen/Plastik auf Kosten der Umwelt hergestellt werden. Kann man das nicht besser machen? Das Unternehmen Wasserneutral GmbH aus Hamburg mit ihrem Label Hydrophil hat es sich zum Ziel gesetzt die Hygieneartikel im Badezimmer ökologischer und somit auch nachhaltiger zu gestalten. Neben anderen Produkten haben Sie bereits eine Zahnbürste auf den Markt gebracht, die laut dem Unternehmen wasserneutral, vegan und fair hergestellt sein soll. Der dabei verwendete Hauptrohstoff ist eine Bambusart die sehr schnell nachwächst. Durch die Verwendung des Rohstoffes Bambus soll der Anfall von Plastikmüll auf null reduziert und die Transportwege halbiert werden. Doch ist die Ökobilanz jetzt viel besser als die einer herkömmlichen Plastikzahnbürste? Welche Produkte sind noch geplant? Und warum eigentlich das Label Hydrophil? Anmerkung UTmovie: Für detailliertere Vergleiche müssten auch Konzepte berücksichtigt werden, in denen z.B. nur der Zahnbürstenkopf getauscht werden muss o.ä..

[UN]VERPACKT (SoSe19-UT1)

Verpackungsmüll in Büschen, auf den Wiesen und überquellende Mülleimer. Wer einmal an einem Sonntagmorgen eines sonnigen Wochenendes durch den Schanzenpark geht, erlebt die Kehrseite des gemütlichen Picknicks vom Vortag. Die Zunahme des Verpackungsabfalls ist ein bekanntes Problem, aber wer tut etwas dagegen? Wer verschließt nicht die Augen und schaut weg? Das Video [UN]VERPACKT beschäftigt sich mit der Idee des Unverpacktladens am Beispiel von „Onkel Emma“ in Bergedorf. Das Prinzip, eigene Behältnisse mitzubringen und (Trocken-)Lebensmittel ohne Verpackungsmüll einkaufen zu können, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Neben dem Konzept und den positiven Auswirkungen auf das Abfallproblem werden auch Grenzen und Einschränkungen deutlich. Transportanforderungen, Hygienebestimmungen und Haltbarkeitswünsche lassen den unverpackten Verkauf nicht bei jedem Produkt zu und fehlende finanzielle Mittel, der Mehraufwand beim Einkauf oder auch das zurzeit noch eingeschränkte Angebot schrecken viele Käufer ab oder übersteigen deren Möglichkeiten. Daher werden in einem zweiten Teil des Videos unverpackte mit verpackten Produkten durch den am Verpackungsinstitut BFSV e.V. am Campus Life Sciences der HAW forschenden Prof. Ulrich Mack verglichen. Der ehemalige Verpackungsverantwortliche bei Unilever gibt einfache Verbrauchertipps, wie auch bei verpackten Produkten auf Ressourcenschonung und Umweltfreundlichkeit geachtet werden kann.

TooGoodToGo - eine Alternative... (SoSe19-UT2)

Eine der bekanntesten Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung stellt die Too Good To Go GmbH (TGTG) dar, die mit ihrer Smartphone App weite Verbreitung gefunden hat. Restaurants oder andere Lebensmittelanbieter können übriggebliebenes Essen anbieten und Nutzer dieses für einen vergünstigten Preis erwerben und zum angegebenen Zeitpunkt beim Anbieter abholen. Auch für Menschen, die kein ausgeprägtes Umweltbewusstsein haben, ist so ein attraktives Angebot entstanden. Neben nachhaltig orientierten Lokalen, die die Lebensmittelverschwendung im Blick haben, bieten auch große Ketten ihre Produkte an. Bei der näheren Beschäftigung mit dem Projekt während der Videoerstellung wurde auch offensichtlich, dass teilweise Essen extra für den Verkauf über die Applikation zubereitet wird. Entspricht das noch dem ursprünglichen Gedanken, der Reduktion der Lebensmittelverschwendung, oder wird die TGTG nicht viel mehr als Marketingplattform zum Werben neuer Kunden genutzt? Die Kommerzialisierung stößt bei Skeptikern auf Kritik. Daher werden auch Alternativen wie die Tafel oder Foodsharing im Video aufgezeigt und mit einem Masterstudenten des Studiengangs Food Science (HAW LS) eine Gegenstimme gezeigt, die den Zuschauer eine weitere Sichtweise aufzeigt und ihn nachdenklich hinterlässt.

CUYA - Clean Up Your Alster (SoSe19-UT3)

Auch rund um die Alster werden die Erholungsstätten Hamburgs zunehmend zu einer Müllhalde. Wir wollen das nicht hinnehmen und ein Zeichen setzen, sagen sich die Veranstalter von „Clean up your Alster“ (CUYA), die im Mittelpunkt des Videos stehen. Sie organisieren Müllsammelaktionen mit Freiwilligen, insbesondere Kindern, und räumen rund um die Alster auf. Dabei werden die Kinder durch weitere Umweltbildungsangebote an das Thema saubere Umwelt und Umweltschutz herangeführt, damit die zukünftige Generation bewusster handelt und weniger Müll in der Umwelt landet. Angesichts der großen Ausmaße an Umweltverschmutzung durch Abfälle scheint der Verein keine großen Veränderungen hervorrufen zu können, doch die Sammelaktionen am Alsterufer finden großen Zulauf und werden teils sogar als Familienausflug genutzt. Vor allem in Kombination mit der Umweltbildungsarbeit ist so eine Initiative mit Symbolcharakter entstanden. Trotzdem sind Hürden zu überwinden, um der dargestellten Vision der Gründer näher zu kommen. Eine der größten ist die Frage der Finanzierung. Spender und Geldgeber müssen gesucht werden. Und hat sich jemand gefunden, so entsteht die nächste Frage. Wer möchte einfach nur etwas Gutes tun, und wer ein Umweltprojekt als Werbeplattform für sein Unternehmen nutzen? Ab wann betreibt jemand Greenwashing und ein gemeinnütziger Verein wird zur Selbstdarstellung ausgenutzt? Anhand von Finanzierungsfragen wird auf Gewissenskonflikte hingewiesen und die Schwierigkeiten von der Überzeugung bis zur Umsetzung einer Idee deutlich gemacht.

Landstromanlagen im Hamburger Hafen (SoSe19-UT4)

Auch während der Liegezeiten müssen die Schiffsgeneratoren zur Stromerzeugung laufen und stoßen stark mit Stickoxiden belastete Abgase aus. Das wirkt sich auf die Luftqualität der Stadt aus. Die Idee, Verbrennungsmotoren durch elektrische Motoren zu ersetzen, ist in der Automobilbranche schon längst Alltag. Die Landstromanlage im Hafen Altona soll diese Idee auf Wasserfahrzeuge übertragen. Die bereits ausgereifte Technik wurde 2016 in Betrieb genommen, doch die heutige Bilanz ist mager. Bislang nutzt nur ein einziges Schiff das Angebot und das auch immer seltener. Die Gründe dafür lassen sich mit einer Betrachtung aus ökonomischer Sicht identifizieren. Die Umrüstung der Schiffe zur Nutzung der Landstromanlage ist kostenintensiv und die Versorgung über diese - vor allem in Spitzenlastzeiten - aufgrund der EEG-Umlage zusätzlich teurer als die Energiebereitstellung über die schiffsinternen Generatoren. Das führt dazu, dass trotz technischer Möglichkeiten umweltfreundliche Technologien nicht zur Anwendung kommen. Ist es also nötig, mit rechtlichen Mitteln die Reedereien zu umweltfreundlicherem Handeln zu zwingen oder sollten besser andere Ideen, wie alternative Antriebsmethoden durch Wasserstoff oder Flüssigerdgas (LNG), intensiver verfolgt werden? Offizielle Vertreter der Stadt Hamburg gaben auf Anfragen keine Rückmeldung, doch die Diskrepanz zwischen den optimistischen Stellungnahmen des Senates zur Einweihung der Anlage und der heutigen Realität zeichnen im Video ein klares Bild der Fehleinschätzung seitens der Verantwortlichen.