Industrie und Gewerbe
Wir erforschen und entwickeln Lösungen, die Industrie- und Gewerbeprozesse energieeffizient, klimaneutral und systemdienlich gestalten – von Prozesswärme über Wasserstoff bis zur intelligenten Systemintegration.
Industrie und Gewerbe sind zentrale Akteure der Energiewende. Sie gehören zu den größten Energieverbrauchern und bieten zugleich erhebliche Potenziale für Effizienzsteigerungen, Flexibilisierung und die Nutzung erneuerbarer Energien. In der Schnittstelle zu den Forschungsbereichen aus der Energiesystemanalyse, Speicherung und Wandlung, Wärme, Mobilität sowie Gesellschaft und Nachhaltigkeit bearbeitet das CC4E vielfältige Forschungsaktivitäten, die darauf abzielen, industrielle Prozesse klimaneutral, wirtschaftlich und zukunftssicher zu gestalten.
Das CC4E erforscht Wasserstofftechnologien für industrielle Anwendungen – von der Erzeugung über die Speicherung und Verteilung bis hin zum Einsatz in Brennstoffzellen oder als chemischer Rohstoff. Im Bereich der alternativen Kraftstoffe und chemischen Energieträger widmet sich das CC4E verfahrenstechnischen Prozessen, die fossile Rohstoffe in industriellen Anwendungen ersetzen können. Ergänzend werden Carbon‑Management‑Ansätze (CCU/CCS) erforscht, um CO₂ aus Prozessen abzuscheiden, zu speichern oder stofflich zu nutzen.
In enger Schnittstelle zum Kompetenzbereich Wärme beschäftigt sich das CC4E mit der Defossilisierung der Prozesswärmebereitstellung für Unternehmen. Dabei werden Betriebe unterstützt, ihre fossilen Wärmebedarfe zu identifizieren und Wege zu einer klimaneutralen Bereitstellung bspw. mit Wärmepumpen, Effizienzmaßnahmen oder Abwärmenutzung zu entwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der energieeffizienten Auslegung von Maschinen und Anlagen sowie der Optimierung industrieller Antriebe und Prozessführungen. Zur Steigerung der Systemeffizienz werden außerdem intelligente Steuer‑ und Regelungskonzepte entwickelt, die Energiebereitstellung und -verbrauch von Strom und Wärme technisch und wirtschaftlich optimieren.
Industriebetriebe spielen zudem eine zentrale Rolle in der Demand Side Integration. Das CC4E untersucht, wie flexible industrielle Verbraucher zur netzdienlichen Nutzung erneuerbarer Energien beitragen können – beispielsweise durch variable Lastprofile, Speicherintegration oder die Kopplung von Strom, Wärme und Wasserstoff. In enger Schnittstelle zum Kompetenzbereich Mobilität werden ergänzend intelligente Lademanagement‑Systeme erforscht, die insbesondere am Standort großer elektrischer Flotten die Nutzung lokal erzeugter erneuerbarer Energie maximieren
Die Forschung wird durch die Infrastruktur des CC4E unterstützt. Dazu gehört unter anderem das Technologiezentrums Energie‑Campus wo reale Anlagen wie Erzeuger, Speicher und (industriellen) Verbraucher betrieben und erforscht werden. Feldtests bei Unternehmenspartnern ergänzen die Laborforschung und stellen sicher, dass die entwickelten Lösungen praxistauglich, wirtschaftlich und skalierbar sind. Am gleichen Standort berfindet sich mit dem Demontrationszentrum Sektorkopplung bereits ein weiteres Forschungsgebäude im Bau. Dort werden weitere Labore und Infrastruktur für anwendungsorientierte, industrierelevante Forschung entstehen, die in Zusammenarbeit mit Praxispartnern genutzt werden sollen.
Mit diesem integrativen Ansatz leistet das CC4E einen wichtigen Beitrag dazu, Industrie und Gewerbe als treibende Kräfte einer klimaneutralen Energiewirtschaft zu stärken – technologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.
Kontaktinformationen
Dipl.-Ing. Mike Blicker
T +49.40.219 04-2943