Forschungsgruppe Elektrische Mobilität

Verkehr ist eines der wichtigsten Phänomene der letzten Jahrhunderte und gewann mit der Globalisierung immer mehr an Bedeutung. Mit der Erfindung des modernen Automobils vor fast genau 130 Jahren sollte sich der Personenverkehr radikal ändern und dem Individualverkehr eine ganz neue Dimension geben. Bis heute ist die Fortbewegung mit motorisierten Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken und eines der zentralsten Bedürfnisse aller Gesellschaften weltweit. Insbesondere in urbanen Räumen wird der Verkehr vor besondere Anforderungen gestellt, die aus aktuellen Gegebenheiten, Trends und technologischen Fortschritt hervorgehen. Verkehr muss nicht nur verbessert werden, sondern neu überdacht und starken Veränderungen unterliegen. Städte wachsen seit Jahrzehnten stetig: Auch wenn die Wachstumsraten für urbane Räume zuletzt sanken, so leben aktuell 55% der Weltbevölkerung in Städten, während es in 2050 68% sein werden [1]. Der Bedarf an individueller Mobilität wird stetig steigen und mit motorisierten Fahrzeugen stattfinden.

Doch steht der Individualverkehr in Konflikt mit neuen Arten der Fortbewegung, kulturellen Entwicklungen und Veränderungen in der Stadtlandschaft. Die Bequemlichkeit von Automobilen wird über die Auswirkungen auf das Klima oder die lokale Umweltverschmutzung gestellt. Die individuelle Mobilität Einzelner steht im Gegensatz zum Platz in dicht besiedelten Städten. Das gilt sowohl für Abstellflächen als auch für den Platzbedarf auf Straßen, wobei Zweiteres die Intergration anderer Fortbewegungsmittel erscwert. Und auch wenn Automobile im Stadtverkehr statistisch nicht erheblich hervorstehen [2], so dominieren sie durch Größe und Masse auch in geringen Zahlen das Straßenbild und bergen hohe Unfallpotenziale für Nutzer:innen alternativer Fortbewegungsmittel.

Um diesen Phänomenen entgegenzuwirken, gab es in jüngster Vergangenheit Bestrebungen, neue Antriebstechnologien zu entwickeln. Konkret bedeutet das, dass Fahrzeuge nun mit Elektromotoren betrieben werden sollen. Aber auch Verkehr selbst wird insbesondere in westlichen Städten durch bspw. Fahrräder, Pedelecs oder Elektroroller neu konzipiert. Unabhängig von weiteren Ideen, Mobilität in urbanen Räumen zu ermöglichen, werden Verbraucher:innen an individueller Fortbewegung festhalten. Was auch immer die Gründe dafür sein mögen: Es sollten Bestrebungen bestehen, Individualverkehr vom herkömmlichen Automobil und Verbrennungsmotor auf andere Konzepte umzuleiten.

[1] United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division. World Urbanization Prospects: The 2018 Revision. 2019.
[2] Mobilität in Deutschland - MiD. Ergebnisbericht. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur - Referat G 13 Prognosen, Statistik und Sondererhebungen; infas - Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH; Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - Institut für Verkehrsforschung; IVT Research GmbH; infas 360 GmbH, Dez. 2018. URL: http://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2017_Ergebnisbericht.pdf (besucht am 21. 01. 2021).